Industriespartenobmann Menz: Reduzierte Arbeitszeit senkt nicht Arbeitslosigkeit, sondern erhöht sie

Die Industrie fordert seit Jahren umfassende Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts

Wien (OTS) - "Die Forderung nach einem "Masterplan" für den Industriestandort hat lange gedauert", nimmt Industriespartenobmann Menz zur Forderung von AK und ÖGB Stellung. "Den heimischen Wirtschaftsstandort insbesondere als produzierenden Standort abzusichern und auszubauen, heißt, oftmals auf die lange Bank geschobene Hausaufgaben zu erledigen. Der Ruf nach einer althergebrachten Politik der Verstaatlichung geht eindeutig in die falsche Richtung", betonte heute, Dienstag, der Obmann der Bundessparte Industrie, Sigi Menz, in Reaktion auf Aussagen von AK und ÖGB.

Im Mittelpunkt der Industrieforderungen steht die Dämpfung der Arbeitskostenentwicklung, insbes. durch eine Rücknahme bei den Lohnnebenkosten und Zurückhaltung bei KV-Abschlüssen angesichts der in Österreich im europäischen Vergleich hohen Inflationsrate. Eine wichtige Forderung ist auch eine konsequente Forschungsförderung und Innovationspolitik, verbunden mit einer raschen Reform im schul- und bildungspolitischen Bereich. "Wir brauchen mehr Berufseinsteiger mit qualifizierter technischer Ausbildung, dazu gehört auch eine reformierte schulische Grundausbildung", wiederholt Menz eine schon oft erhobene Forderung. "Auch eine konsequente Infrastrukturpolitik hinsichtlich Energie und Kommunikation ist wichtig, in Zeiten knapper Kassen bei öffentlichen Auftraggebern wird man die finanziellen Ressourcen besser bündeln müssen", stellt Menz klar.

Eine Verbesserung der Arbeitszeitflexibilisierung wird von der Industrie seit Jahren gefordert, bis jetzt allerdings ohne Ergebnis bei den KV-Verhandlungen. "Wir hören von der Arbeitnehmerseite ständig das Verlangen nach Arbeitszeitverkürzung, was für uns schon deswegen nicht in Frage kommt, da es zur Erhöhung von Arbeitskosten führt, von denen weder die Beschäftigten noch die Unternehmen etwas haben", erteilt Menz kürzlich den geäußerten Arbeitnehmerforderungen eine klare Absage.

"Unsere Betriebe leisten Großartiges, wenn wir etwa einen Blick auf das ausgezeichnete duale Ausbildungssystem werfen. Denn damit sichern sie die Facharbeiter der Zukunft", unterstrich Menz. Rufe etwa nach einer sechsten Urlaubswoche oder einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit seien - auch wie internationale Vergleiche zeigen -kontraproduktiv. "Eine Reduktion der Arbeitszeit würde die Wirtschaft schwächen und brächte somit keine Reduktion der Arbeitslosigkeit, sondern im Gegenteil eine Erhöhung infolge der reduzierten Wettbewerbsfähigkeit", so Menz. (PWK481/us)

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