Industrie ist Schlüsselfaktor für Wohlstand und Beschäftigung

IV-GS Neumayer: Industrie-Fokus von ÖGB und AK positiv – Neue und innovative Ideen fehlen

Wien (OTS) - "Es ist erfreulich, dass die Arbeitnehmerseite den hohen Wert der Industrie mit ihren hochattraktiven und gutbezahlten Arbeitsplätzen erkannt hat. Wir unterstützen jegliche Bemühungen für moderne, zeitgemäße und der heutigen Zeit angepasste Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts Österreich und stehen für Gespräche bereit", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der Übergabe eines Industrie-Positionspapiers von AK und ÖGB an die Regierung.

Tatsache ist, dass die Industrie in Österreich direkt und indirekt für knapp 2,5 Millionen Arbeitsplätze verantwortlich ist, sechzig Prozent der heimischen Wertschöpfung lassen sich auf die Industrie zurückführen. "Die Unternehmerinnen und Unternehmer in diesem Land sind mit einer Reihe von Herausforderungen und Standortverschlechterungen konfrontiert, dass dies auch artikuliert wird, sollte allerdings als das verstanden werden, was es ist: als Teil der konstruktiven Arbeit für die Standortverbesserung. Schönreden hilft niemandem, sondern führt zu einem Glaubwürdigkeitsproblem", so Neumayer. "Österreichs Wirtschaft befindet sich auf der Kriechspur. Andere europäische Länder ziehen an uns vorbei und Monat für Monat steigen die Arbeitslosenzahlen. Daher müssen auch einige der angeführten altbekannten Positionen und Forderungen zur Industriepolitik von AK und ÖGB leider äußerst kritisch gesehen werden", so Neumayer. "Re-Verstaatlichung, Arbeitszeitverkürzung oder Eingriffe in die Unternehmensführung börsennotierter Unternehmen haben mit der Realität absolut nichts zu tun. Es wird auch keine Lösung sein, die ohnehin allesdurchdringende Sozialpartnerschaft noch stärker zu verankern, sinnvoller wäre es zu überlegen wie die Sozialpartnerschaft auf neue und zeitgemäße Beine gestellt werden kann und zu einer Reform- und Zukunftspartnerschaft wird. Die Lösung aller Probleme wird nicht mehr beim Staat liegen, denn das ist schlicht und einfach nicht mehr leistbar", betonte Neumayer.

So erfreulich es einerseits sei, dass auch AK und ÖGB die Wichtigkeit des Themas "Industrie 4.0" erkannt hätten, so müsse aus Sicht der Industrie "dringend davor gewarnt werden, den Unternehmen hier ihren dringend benötigten Bewegungsspielraum zu nehmen", so Neumayer. Die Unternehmen bräuchten ein Höchstmaß an Flexibilität, um sich gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern modernen Produktionsmethoden anzupassen. "Sicherlich weniger zielführend ist es, wenn hier alle notwendigen Schritte immer auf sozialpartnerschaftlicher Ebene verhandelt werden müssen. Eine gewisse Freiheit unternehmerischen Handelns ist hier ganz im Gegenteil unerlässlich", betonte Neumayer. Den Strukturwandel zu begleiten sei sinnvoll, bereits "präventiv nach budgetären Mitteln zur ‚Abfederung‘ möglicher negativer Entwicklungen zu fordern" sei hingegen ebenso bezeichnend, wie die "wiederholte Forderung nach einer standortschädlichen Wertschöpfungsabgabe", wie der Generalsekretär betonte.

Auf einer strategischen Ebene freut sich die IV über die Aussagen des ÖGB zur langfristigen Energie- und Klimapolitik. Hier hat sich eine Allianz gebildet, die zwar die Vorbildwirkung der EU betont aber einseitigen Verpflichtungen eine klare Absage erteilt. "Ebenso ist es positiv, dass sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite einig sind, dass Österreich einen Fokus auf Bildung und Stärkung des MINT-Nachwuchses braucht. Auch den Ausbau der Infrastruktur unterstützen wir."

Seit dem Herbst 2014 liegt die auch im aktuellen Regierungsprogramm verankerte und im letzten Jahr vom Ministerrat vorbereitete "Leitbetriebe Standortstrategie" vor. "Diese Strategie ist ein umfassendes Programm zur Dynamisierung der Industrie und ihrer Leitbetriebe, welches nahezu alle standortpolitisch relevanten Kernbereiche behandelt. Diese gilt es nun rasch gemeinsam umzusetzen, will man den Wirtschaftsstandort wirklich nachhaltig stärken", so der IV-Generalsekretär.

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