Familien-Synode: Vatikan veröffentlicht Arbeitspapier

Neues Synodendokument ("Instrumentum laboris") präzisiert, was "Barmherzigkeit" für jene bedeutet, die in großen Schwierigkeiten leben - Möglichkeit, wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Umständen zu den Sakramenten zuzulassen, soll geprüft werden - Ordentliche Bischofssynode vom 4. bis 25. Oktober in Rom

Vatikanstadt (KAP) - Die nächste Vollversammlung der Bischofssynode, die im Oktober im Vatikan stattfindet, wird die die Bedeutung der Familien in der Gesellschaft und in der Kirche unterstreichen und präzisieren, was "Barmherzigkeit" für jene bedeutet, die in großen Schwierigkeiten leben. Die Vorschläge und Fragen der katholischen Bischofskonferenzen aus aller Welt sind in dem am Dienstag veröffentlichten 41-seitigen Arbeitsdokument (Instrumentum laboris) enthalten, in das die Ergebnisse einer neuerlichen Umfrage unter Katholiken im Anschluss an die Außerordentliche Synoden-Vollversammlung von 2014 eingeflossen sind.

Das Dokument versucht, die Trennung zwischen "Lehre" und "Barmherzigkeit" zu überwinden, die damals einige Debatten gekennzeichnet hat. "Für die Kirche geht es darum , dass von den konkreten Situationen der Familien von heute, von allen Notwendigkeiten für Barmherzigkeit, ausgegangen wird, beginnend mit jenen, die am meisten leiden!", heißt es im Text.

Im Blick auf diejenigen Katholiken, die eine zweite zivile Ehe eingegangen sind, wird betont, dass es eine Reihe von Vorschlägen für einen "Weg der Buße" gebe. Dabei wird auch eingeräumt, dass "irreversible Situationen des Zusammenlebens" entstanden seien. Allerdings - so heißt es - könne das nicht bedeuten, dass "automatisch" die Möglichkeit zum Empfang der eucharistischen Kommunion gewährt werde. Die Möglichkeit, wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Umständen und nach einem Weg der Reue unter bischöflicher Aufsicht wieder zu den Sakramenten zuzulassen, solle aber geprüft werden.

Im Anschluss an eine Erwähnung der Antworten der Bischofskonferenzen und anderer Institutionen hebt das "Instrumentum laboris" einen breiten Konsens hervor, dass die Verfahren zur Anerkennung einer Nichtigkeit der Ehe "schneller und mit größerer Agilität" durchgeführt werden. Die Verfahren sollten dabei "präferentiell gratis" durchgeführt werden.

In dem 41-Seiten-Dokument geht es auch um den umstrittenen Umgang mit Homosexuellen. Ihre Würde müsse geachtet werden. Jeder Mensch gleich welcher sexuellen Orientierung müsse in der Kirche aufgenommen und respektiert werden. Entsprechende Absätze im Abschlussdokument der vorbereitenden Außerordentlichen Bischofssynode im vergangenen Herbst, die damals nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erhielten, sind im neuen Arbeitspapier erneut zur Diskussion gestellt.

Mit Blick auf homosexuelle Partnerschaften bekräftigt das Dokument aber auch die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen. Gottgewollt sei nach biblischem Zeugnis nur die Ehe zwischen Mann und Frau.

Das sogenannte Instrumentum laboris ist die Diskussionsgrundlage für die Ordentliche Bischofssynode vom 4. bis 25. Oktober. Sie steht unter dem Titel "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute".

((forts. mgl.)) FAM/GPU
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