Wiener Tierschutzverein: Igel von Schülern zu Tode getreten

Extreme Tierquälerei durch Minderjährige – Schüler treten Igel zu Tode. WTV-Präsidentin Petrovic: „Kette der Gewalt muss durchbrochen werden“.

Vösendorf (OTS) - Die Mitarbeiter des Wiener Tierschutzvereins (WTV) sind tagtäglich mit traurigen Schicksalen hilfloser Lebewesen konfrontiert. Die aktuellste Tat lässt aber selbst das erfahrene WTV-Personal wieder einmal fassungslos zurück, besonders da es sich bei den Tätern um Schulkinder handelt. Doch der Reihe nach: Am Dienstagvormittag beobachtete eine Passantin, wie einige Jungen vor einer Schule im zehnten Wiener Gemeindebezirk auf ein Gebüsch mit den Füßen eintraten. Bei genauerer Beobachtung stellte sich heraus, dass es die Kinder auf einen wehrlosen Igel abgesehen hatten, der dort vermutlich aus Schutz vor der Kälte und Nässe Zuflucht gesucht hatte. Die Dame schritt umgehend ein, rettete das schwerverletzte Tier und stellte die Jungen zur Rede. Sie wandte sich daraufhin auch an die Direktion der Schule, die auf Geheiß der Dame die Tierrettung des Wiener Tierschutzvereins alarmierte. Der Igel wurde daraufhin umgehend ins Wiener Tierschutzhaus nach Vösendorf gebracht und von den WTV-Tierärztinnen behandelt.

Das wahre Ausmaß der Tat wurde erst bei der Untersuchung im WTV sichtbar: Das ausgewachsene Igel-Männchen wurde von den Schuljungen regelrecht zu Tode getreten. Nach Informationen der WTV-Tierärztinnen wurde das Tier so lange mit Tritten bearbeitet, bis ein Hinterbein gebrochen war. Des Weiteren konnte die dünne, weiche Haut am Bauch des Igels den Misshandlungen nicht standhalten und ist regelrecht aufgeplatzt. Zwei tiefe große Wunden gaben Einblick auf zerfetzte Muskeln und beschädigte innere Organe. Den Tierärztinnen blieb keine andere Wahl, als das stark blutende Tier von seinen Qualen zu erlösen. Darüber, wie lange der Igel die Misshandlungen der Minderjährigen aushalten musste, lässt sich nur spekulieren.

Kette der Gewalt durchbrechen

Auch WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic zeigt sich ob dieser extrem brutalen Tierquälerei erschüttert, erinnert sie doch an die Ereignisse im Lainzer Tiergarten im vergangenen Jahr, wo Jugendliche aus Langeweile Frischlinge zu Tode quälten. Generell nehmen brutale Übergriffe auf Tiere in den letzten Jahren zu und auch das Ausmaß der Gewalt wird immer extremer. "Die Gewalt Minderjähriger gegen Tiere nimmt immer mehr zu und immer brutalere Formen an. Wir haben bereits bei dem Vorfall in Lainz gewarnt, dass derartige Kinder und Jugendliche tickende Zeitbomben sind. Denn wer bereits in jungen Jahren hilflose Tiere quält und tötet, schreckt auch oft vor Gewalt gegen Menschen nicht zurück. Es gibt eine Fülle von Studien, die klar beweisen, dass extremste Grausamkeiten gegen Tiere oder sadistische Tierquälereien fast immer die "Einstiegsdroge" zu Misshandlungen von Menschen, von Schwächeren, von Kindern oder alten Menschen sind. Es wird höchste Zeit, diese Kette der Gewalt endlich zu durchbrechen", so Petrovic. Daher fordert die WTV-Präsidentin einen Round Table mit der Familienministerin, dem Justizminister und der Innenministerin. Zudem macht sich Petrovic erneut für die Einführung von Tierschutz als eigenes Unterrichtsfach stark: "Tierschutz muss endlich zum Pflichtfach werden. Denn offenbar lässt die aktuelle Tierschutzarbeit in Schulen zu wünschen übrig. Igel sind eine bedrohte Tierart. Sollten Lehrer den Kindern im Unterricht nicht so etwas beibringen?".

Der Wiener Tierschutzverein wird jedenfalls, wohl wissend, dass die Täter noch minderjährig sind, in diesem Fall Anzeige wegen Tierquälerei erstatten.

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