„Weltjournal“ am 24. Juni: „Energie – Europa auf dem Holzweg“

„WELTjournal +“-Doku „Profit Planet“ zum MUTTER-ERDE-Schwerpunkt

Wien (OTS) - Sauber, CO2-neutral, erneuerbar soll unsere Energie sein, doch der EU-weit propagierte Umstieg auf Biomasse aus Holz hat die Grenzen der Nachhaltigkeit vielerorts überschritten. Das in HD produzierte ORF-Auslandsmagazin "Weltjournal" - präsentiert von Cornelia Vospernik - zeigt am Mittwoch, dem 24. Juni 2015, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Reportage "Energie - Europa auf dem Holzweg", in der Burgit Bock der Frage nachgeht, ob wir im Namen von CO2-Reduktion und einer grüneren Zukunft gerade dabei sind, unsere Wälder zu verheizen.

Im Rahmen der ORF-Umweltinitiative MUTTER ERDE im Zeichen der Bienen (Details unter presse.ORF.at) folgt im WELTjournal +" um 23.05 Uhr die Dokumentation "Profit Planet - Spekulation mit der Natur".

Weltjournal: "Energie - Europa auf dem Holzweg"

Um den Klimawandel zu stoppen, fordert die EU den Anteil an erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20 Prozent anzuheben. Seither hat Holz in Form von Pellets oder Hackschnitzel als Brennstoff zur Stromproduktion einen Siegeszug angetreten - mit unerwarteten Konsequenzen. Für Pellets, die früher aus Holzabfällen gewonnen wurden, werden jetzt ganze Wälder abgeholzt.

In der Slowakei beklagen Umweltschützer, dass bis in Nationalparks hinein geschlägert wird. In Europas größtem Kohlekraftwerk - in Nordengland - wurden zwei Blöcke mit staatlichen Förderungen in Millionenhöhe auf Pelletsbetrieb umgestellt. Der enorme Pellets-Verbrauch in Großbritannien führt zur Abholzung ganzer Wälder im Südosten der USA. Riesige Schiffsladungen mit Pellets überqueren regelmäßig den Atlantik. In Russland beginnt Holz zur Energiegewinnung gerade ein Thema zu werden. Im Pelletswerk Vyborg werden 900.000 Tonnen allein für den Export in die EU produziert.

WELTjournal +: "Profit Planet - Spekulation mit der Natur"

Was ist der Wert einer Biene? Darüber werden die Meinungen auseinander gehen. Aber dass die Arbeitsleistung sämtlicher Bienen auf dieser Welt 200 Milliarden Dollar beträgt, das haben amerikanische Investment-Banker längst errechnet. Ob es sich um die Bestäubung von Blüten handelt oder um die Fortpflanzung seltener Tierarten - die Natur sei eine Dienstleistung, so argumentieren sie, und um sie zu bewahren, müsse all dies in Geld bewertet werden. In den USA gibt es bereits seit den 1990er Jahren so genannte "Umweltbanken". Sie investieren in Pflanzen- und Tierarten und machen dabei gute Profite. Das Kapital kommt von Unternehmen, die für Umweltschäden, die sie verursacht haben, zahlen: über Öko-Gutscheine, die wie Aktien gehandelt werden und durch Kauf und Verkauf neuen Reichtum generieren

Naturschutz würde nur dann funktionieren, wenn man ihn zu Geld machen könne, versichern die Manager dieser neuen Branche. Staatliche Umweltgesetze oder Appelle von NGOs hätten bisher nichts bewirkt. Der Wert sauberer Flüsse und Meere, gesunder Tierarten und Bäume müsse in einem Preis festgesetzt werden. Das "WELTjournal +" beleuchtet diesen neuen Umweltmarkt und lässt Investment-Banker, Unternehmer, Ökonomen und Umweltaktivisten zu Wort kommen. Das Ergebnis der Filmemacher ist beunruhigend: Wenn man mit der Natur spekulieren kann, dann lässt sich auch aus der Zerstörung der Umwelt Profit schlagen.

Beide Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) - vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte - als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003