AK Kaske und ÖGB-Foglar: „Österreich braucht einen industriepolitischen Masterplan!“

Positionspapier der ArbeitnehmerInnenvertreter an Regierung übergeben

Wien (OTS) - AK Präsident Rudi Kaske und ÖGB-Präsident Erich Foglar haben heute der Regierung ihre Positionen für eine neue Industriepolitik übergeben: "Wir brauchen einen Masterplan zur Stärkung des Industriestandorts Österreich. Wir sehen die Regierung jetzt am Zug, bis Ende 2015 einen solchen Masterplan auszuarbeiten. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie ihre Interessenvertretungen sind dabei von Anfang an einzubinden!", so Kaske und Foglar. Erich Foglar: "Die Zukunftschancen der heimischen Industrie liegen in qualitativ hochwertiger Produktion und Innovationsförderung, und nicht in Lohn- und Sozialdumping auf Kosten der Beschäftigten." Kaske: "Das Raunzen der Unternehmer über den Standort schafft keinen einzigen Arbeitsplatz. Wir wollen eine sachliche Standortdiskussion führen und die Herausforderungen gemeinsam angehen."

Dank stabilem Industrieanteil kam Österreich verhältnismäßig gut durch die Krise. Die Industrieproduktion liegt mit 18 Prozent Wertschöpfungsanteil der Sachgüterproduktion am BIP über dem Durchschnitt der europäischen Länder. Die Industrieproduktion liegt um ein Fünftel höher als 2009. Im Gegensatz dazu wurde das Vorkrisenniveau im Durchschnitt der Eurozone noch immer nicht erreicht.

AK und ÖGB wissen als Vertretung der ArbeitnehmerInnen am besten, dass man sich "angesichts der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt und der Herausforderungen, die mit Industrie 4.0 ins Haus stehen, nicht zurücklehnen kann", wie Kaske betont. "Aber das Raunzen der Unternehmer über den Standort schafft keinen einzigen Arbeitsplatz."

Die beiden Sozialpartnerpräsidenten plädieren daher für mehr Sachlichkeit bei der Standortdebatte. Foglar dazu: "Eine kollektive Depression bringt uns nicht weiter. Notwendig sind etwa Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Forschung und Bildung sowie eine Stärkung strategischen österreichischen Eigentums. So kann der Standort für künftige Generationen gesichert werden".

Die industriepolitische Konferenz in der AK im November 2014 war für AK und ÖGB der Startschuss, gemeinsam mit den Teil-Gewerkschaften zentrale Forderungen aus ArbeitnehmerInnensicht an einen industriepolitischen Masterplan zu erarbeiten.

Das Konzept von AK und ÖGB, das heute der Regierung übergeben wurde, stellt die Schwerpunkte aus Sicht der Arbeitnehmerseite dar. Ziel ist es, mit diesem Input einen Diskussionsprozess anzustoßen. Am Ende muss eine abgestimmte Strategie für den Industriestandort Österreich stehen, mit der sich sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberseite identifizieren kann.

Zentral aus Sicht der ArbeitnehmerInnen sind unter anderem folgende Ansatzpunkte:

+ Der Erhalt und der Ausbau der Infrastruktur im Energie-, Verkehrs-und Kommunikationsbereich.

+ Hervorragende Bildung, sowohl Aus- als auch Weiterbildung.

+ Eine zielgerichtete Technologie- und Innovationspolitik.

SERVICE: Fotos, Zusammenfassung des Positionspapiers sowie das Positionspapier selbst auf www.arbeiterkammer.at

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