Aliyev: Zeuge aus kasachischer Haft sagte auf Freigang aus

Will kein Asyl in Österreich beantragen

Wien (OTS) - Am 27. Verhandlungstag wurde der Augenzeuge Oleg B. vernommen, der wegen der Beteiligung an der Entführung der Nurbank-Manager und wegen Finanzstrafdelikten zu einer mehrjährigen Haftstrafe in Kasachstan verurteilt wurde. Die kasachischen Behörden erlaubten einen Freigang zur Aussage vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien. Der Zeuge betonte auf Nachfrage der Verteidigung, er wolle in Österreich kein Asyl beantragen, sondern nach Kasachstan zurückkehren.

Oleg B., ein früherer Mitarbeiter Aliyevs, sagte aus, dass er auf Anweisung seines Vorgesetzten Wollmützen besorgen ließ und Handschellen entgegennahm, welche er dem Angeklagten Koshlyak weitergab. Weiters sah er laut seiner Aussage das spätere Mordopfer Khasenov, "er hatte Verletzungen im Gesicht und war sehr niedergeschlagen", Oleg sollte diesen auf Anweisung Aliyevs und Koshlyak bewachen und soll Augenzeuge gewesen sein, wie Aliyev Khasenov zur Verfassung eines falschen Geständnisses wegen "fauler Krediten" gezwungen haben soll.

Am 01. Februar 2007 soll der Zeuge von Koshlyak einen Plastiksack mit vier Mobiltelefonen, Kleidung und Handschellen überreicht bekommen haben mit der Aufforderung, "diese wegzuschaffen".

Oleg B. wurde vom Vorsitzenden des Schwurgerichts und der Verteidigung mehrfach nach seiner aktuellen Situation in der Haft befragt. Der Zeuge betonte, er sei bei Vernehmungen nie bedroht oder gefoltert worden, auch wolle er nicht in Österreich Asyl beantragen. Die ihn begleitenden kasachischen Polizeibeamten hätten keine Rechtsbefugnis in Österreich, er könne sich, so Richter Böhm, hier frei bewegen.

Am 24.06. wird ein weiterer Zeuge aussagen, der ebenfalls in Kasachstan eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt.

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