Nach der Flut ist vor der Flut: Zurich Versicherung und IIASA setzen gemeinsames Zeichen zur Stärkung der Resilienz

Laxenburg (OTS) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentieren Experten der Zurich Insurance Group (Zurich) und des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) aktuelle Erkenntnisse aus dem globalen "Flood Resilience Program". Das Programm verfolgt das Ziel, Wissenslücken rund um das Thema Hochwasser zu schließen und aktionsorientiert in Europa, Lateinamerika, Asien und Nordamerika einen merkbaren Beitrag zur Reduktion des Hochwasserrisikos zu leisten. Zurich arbeitet dabei in einer neuen, innovativen Partnerschaft mit international agierenden Organisationen aus Wissenschaft, Entwicklungshilfe und dem humanitären Sektor zusammen.

Hochwasser sind natürlich - Katastrophen sind es nicht

Die Anzahl extremer Wetterereignisse hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, Ausdrücke wie "Jahrhundert-Hochwasser" oder "Rekord-Flut" gehören inzwischen zu unserem gängigen Sprachgebrauch. So verursachte das Extrem-Hochwasser 2013 nur etwa 10 Jahre nach dem letzten Großereignis in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik Schäden von bis zu 16 Milliarden Euro. Eine Schadenssumme, von der Schätzungen nach nur etwa 2,4 bis 3,8 Mrd. Euro versichert waren. Vor dem Hintergrund, dass "nach einem Hochwasser" bekanntlich auch "vor einem Hochwasser" ist, hat die Zurich Insurance Group 2013 ihr Flood Resilience Program gestartet. Gemeinsam mit Organisationen wie der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) sowie der INGO Practical Action und den Forschungspartnern IIASA und der Wharton School (University of Pennsylvania) werden Aktionen gesetzt, um besser auf das nächste Hochwasser vorbereitet zu sein. Im Vordergrund steht dabei, die Resilienz auf lokaler Ebene zu stärken.

Gebündelte Expertise zur Stärkung der Resilienz

Die Aufgaben im Rahmen des globalen Programms sind klar verteilt. Zurich bringt neben finanziellen Investitionen auch ihre breite Risk Engineering Expertise ein, die Forschungspartner IIASA und Wharton liefern den wissenschaftlichen Input. Reinhard Mechler, IIASA zur Zusammenarbeit: "Die breitgefächerte Zusammenarbeit mit Zurich als Partner aus der Privatwirtschaft und den anderen Partnern aus dem humanitären und Entwicklungssektor ermöglicht uns, die relevanten Akteure zu erreichen und wissenschaftliche Erkenntnis mit höchster gesellschaftlicher Relevanz zu generieren. Unser Anspruch ist, mit unserer Expertise die Katastrophen-Resilienz zu erhöhen und damit einen Beitrag zum künftigen Wohlergehen der von Hochwasser betroffenen Menschen und Gemeinden zu leisten. Ein sich wandelndes Klima, aber auch globale ökonomische und ökologische Wandelprozesse erfordern effektive Partnerschaften, die Transformation von lokalen bis globalen Ebenen katalysieren können. Das Jahr 2015 mit der Katastrophenweltkonferenz in Sendai im März, der Ausweisung der UN-Nachhaltigkeitsziele im Herbst und den Klimaverhandlungen Ende des Jahres hat das Potential, wesentliche Akzente für eine nachhaltige Zukunft zu setzen."

Stärkung der Resilienz notwendig

Die zum Hochwasser 2013 in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchgeführte Ereignisanalyse zeigt auf, dass bereits vieles richtig aufgegleist ist, es jedoch auch noch genug Raum für Verbesserung gibt. Obwohl das Hochwasser 2013 aus hydrologischer Sicht an vielen Stellen extremer war als jenes im Jahr 2002, fielen die finanziellen Schäden 2013 geringer aus. Gründe dafür waren u.a. das hohe Risikobewusstsein vieler Gemeinden, die über die letzten Jahre Risikoanalysen durchführten, die Ausweisung von natürlichen Retentionsflächen sowie die mobilen Dämme. Verbesserungspotential besteht insbesondere bei der Integration der mobilen Dämme in ein gesamtheitliches Hochwasserschutzkonzept, sowie dem Setzen entsprechender Anreize zur Steigerung der Resilienz vor und nach einem Ereignis.

Von der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Während Notfallhilfe bei und Wiederaufbau nach Katastrophen immer schon wichtige Rollen gespielt haben, kommt die Prävention und Stärkung der Resilienz nach wie vor zu kurz. Michael Szönyi, Senior Flood Resilience Specialist der Zurich Gruppe: "Wir sind den Naturgewalten nicht machtlos ausgeliefert, sondern können uns erfolgreich und sinnvoll vor Hochwasserschäden schützen. Denn Vorbeugen ist nachweislich sinnvoller als Nachsehen. Vor diesem Hintergrund ist insbesondere die Versicherungswirtschaft gefordert, Anreize für Investitionen in Prävention zu schaffen." Analysen haben ergeben, dass jeder in Prävention investierte Euro Schäden in der Höhe von ca. 5 Euro verhindert. Dennoch wird weltweit weniger als ein Hundertstel der Summe, die in den Wiederaufbau investiert wird, in Prävention eingebracht. Michael Szönyi fordert: "Wir alle -Eigenheimbesitzer, Firmenchefs, Bauplaner, Gemeindepolitiker - müssen unsere Eigenverantwortung besser wahrnehmen, wenn wir verhindern möchten, dass die Zunahme an Schäden unter Einbezug des Klimawandels außer Kontrolle gerät und damit unbezahlbar wird. Und wir müssen jetzt handeln!" Zurich hat dies bereits getan und für ihre KundInnen Hochwasserschutzmaßnahmen abgeleitet: Grundsätzlich gilt die Empfehlung, außerhalb der natürlichen Hochwassergebiete zu bauen -Informationen dazu geben Hochwassergefahrenkarten oder öffentliche Portale. Kann den gefährdeten Zonen nicht komplett ausgewichen werden, hilft es, natürliche Rückhalteflächen zu bestimmen. Werden Hochwasserschutzbauten benötigt, vermindern Redundanzen die Abhängigkeit von einem einzelnen Schutzelement, wie z.B. einem Deich. Weiterführende Details zur Hochwasser "Hierarchie" sind über folgenden Link abrufbar.

Appell an Risikobewusstsein und Eigeninitiative

Auch wenn Hochwasser global mehr Menschen betreffen und mehr Schäden verursachen als jede andere Naturgefahr, sind sich viele dieser Bedrohung nicht bewusst. Gerhard Matschnig, Vorstandsvorsitzender der Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft: "Unsere Erfahrung zeigt, dass viele dieses Risiko nicht ernst genug nehmen oder irrtümlicherweise davon ausgehen, dass die Versicherung auch gleichzeitig eine ausreichende Katastrophendeckung bietet. Als Versicherung werden wir dieses Thema alleine nicht lösen können. Vielmehr bedarf es einer abgestimmten Vorgangsweise zwischen allen Stakeholdern - auch dem Staat. Wir sehen es daher als unsere Pflicht, hier Aufklärungsarbeit und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention zu leisten. Es freut uns sehr, dass wir heute die Gelegenheit haben, dieses so wichtige Thema gemeinsam mit dem in Österreich ansässigen IIASA und den Experten der Zurich Gruppe zu adressieren."

Foto der Zitatgeber und vom Event finden Sie hier:
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Zurich Insurance Group (Zurich) ist eine führende Mehrspartenversicherung, die Dienstleistungen für Kunden in globalen und lokalen Märkten erbringt. Mit mehr als 55.000 Mitarbeitenden bietet Zurich eine umfassende Palette von Schaden- und Lebensversicherungsprodukten und -dienstleistungen. Zu ihren Kunden gehören Einzelpersonen, kleine, mittlere und große Unternehmen, einschließlich multinationaler Konzerne, in mehr als 170 Ländern. Die Gruppe hat ihren Hauptsitz in Zürich, Schweiz, wo sie 1872 gegründet wurde. Die Holdinggesellschaft, die Zurich Insurance Group AG (ZURN), ist an der SIX Swiss Exchange kotiert und verfügt über ein Level I American Depositary Receipt Program (ZURVY), das außerbörslich an der OTCQX gehandelt wird. Weitere Informationen über Zurich sind verfügbar unter www.zurich.com.

Die Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft in Österreich gehört zur weltweit tätigen Zurich Insurance Group und beschäftigt etwa 1.200 MitarbeiterInnen. Die verrechneten direkten Bruttoprämieneinnahmen 2014 in der Schaden-Unfall-Versicherung betrugen 460,7 Mio. Euro, in der Lebensversicherung betrugen die verrechneten direkten Bruttoprämieneinnahmen 180,4 Mio. Euro. Zurich bietet innovative und erstklassige Lösungen zu Versicherungen, Vorsorge und Risikoanalyse aus einer Hand. Individuelle Kundenorientierung und hohe Beratungsqualität stehen dabei an erster Stelle. Die Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft tritt in Österreich unter den Markennamen Zurich und Zurich Connect auf.

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