Kurt Mündls „Hummeln – Bienen im Pelz“ im „Universum“

Im Rahmen des MUTTER ERDE-Schwerpunkts am 23. Juni im ORF

Wien (OTS) - Hummeln, gern als gutmütig und freundlich bezeichnet, zählen wohl zu den beliebtesten Fluginsekten aus der Bienenfamilie. Kaum jemand weiß, dass es in Österreich mehr als 30 Arten von Hummeln gibt, am häufigsten die Erd- und die Baumhummel. Hummeln sind mit den Honigbienen verwandt, die seit mehreren Jahren wegen des dramatischen Bienensterbens für Schlagzeilen sorgen. Sind Hummeln etwa robuster als Bienen und davon gar nicht betroffen? Im Rahmen der diesjährigen Umweltinitiative MUTTER ERDE zum Thema Bienen (Details unter presse.ORF.at) steht mit Kurt Mündls HD-Dokumentation "Hummeln -Bienen im Pelz" am Dienstag, dem 23. Juni 2015, um 20.15 Uhr in ORF 2 ein vielfach prämierter Naturfilm made in Austria auf dem "Universum"-Programm - die Produktion wurde zuletzt mit einem der renommiertesten Naturfilmpreise Frankreichs ausgezeichnet.

"Hummeln - Bienen im Pelz" folgt einer Hummelkönigin durchs Jahr. Regisseur Kurt Mündl war mit einer Spezialkamera dabei, als die junge Königin, noch sehr geschwächt, aus ihrer Winterstarre erwacht und sich auf ihren ersten Frühlingsflug macht. Landläufig weiß man wenig über Hummeln und einiges, was wir zu wissen glauben, stimmt nicht:
dass sie beispielsweise nicht stechen können, keinen Honig produzieren oder nicht einmal Blüten bestäuben können. Der Film entstand als Koproduktion von ORF, ORF-Enterprise, Power of Earth und BMUKK, gefördert von Lebensministerium, Cinestyria und Natur im Garten.

Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem legendären Film über die "Stubenfliege" liefert Mündl mit dieser Produktion den "offiziellen Nachfolgefilm": Wieder ist es ein Fluginsekt und mit der Hummel ist es erneut ein Tier, das jeder schon gesehen hat - aber kaum jemand wirklich kennt. "Schnell stellte sich heraus, dass man kaum etwas Genaueres über Hummeln weiß, obwohl ihre pelzige Erscheinungsform jedem Kind bekannt ist", sagt Regisseur und Produzent Kurt Mündl:
"Mehrere Arten sind sogar auch wissenschaftlich noch unzureichend untersucht; ein weiterer Grund, warum ich diesen Naturgeheimnissen auf den Grund gehen wollte."

Und das mit unglaublichem Aufwand: Es waren nicht nur mehrere 100 Stunden Drehmaterial in exzellenter HD-Qualität notwendig, sondern auch Minihubschrauber, sogenannte Oktokopter, die den Hummelflug verfolgten. Oder Hightech-Endoskop-Optiken aus der Humanmedizin. "Damit konnten wir einer Hummelkönigin sogar unter den Bauch schauen, während sie in ihrem Erdbau saß", so der Regisseur. Der Film wartet mit einer großen Anzahl von Erstfilmungen auf, mit Verhaltensweisen, die so noch nie zuvor dokumentiert wurden. Nahezu ein Viertel der dokumentarischen Sequenzen sind für diesen Film weltweit zum ersten Mal professionell aufgezeichnet worden.

Kurt Mündl bricht daher eine Lanze für die Natur vor der Haustüre:
"Man muss nicht auf den Mars fliegen oder in die Tiefsee tauchen, um noch nie Gesehenes filmen zu können. Auf jeder Wiese oder im Garten nebenan warten Naturphänomene darauf, mit dem Auge der Kamera entdeckt zu werden." Doch ganz so einfach ist das natürlich nicht. Zwei Drittel des "Universum"-Films sind in Slow Motion gedreht, um die schnellen und in ihrer Flugbahn kaum berechenbaren Hummeln fürs Publikum überhaupt erst "sichtbar" zu machen. Im Nahbereich sind ihre Bewegungen so schnell, dass man ihnen mit dem blanken Auge nicht folgen kann. Abgesehen vom enormen technischen Aufwand hatte das Team auch mit einem für Insekten verheerend feuchten Frühjahr 2013 zu kämpfen. "Die Evolution betrieb einen unglaublichen Aufwand, die robuste Hummel hervorzubringen, dennoch stirbt das ganze Volk im Herbst und nur Jungköniginnen überdauern den Winter. Dann beginnt im Frühjahr ihr unglaublicher Überlebenskampf von neuem", so Kurt Mündl.

Doch die "wilde" Hummel aus dem Film überlebt nicht nur strengsten Frost, sondern auch Hochwasserfluten. "Universum" ist sogar dabei, wie sie vor vergleichsweise großen Wirbeltieren kaum Respekt zeigt, vor einem Ziesel, einem Mauswiesel - und vor einer Maus: noch nie gesehene Bilder, die überraschen und faszinieren! Weniger überraschend ist die Lust des Braunbären auf die süße Honigernte, die im Erdloch der Hummeln versteckt ist. Er ist ein überlegener Gegner, da ist klar, wer erfolgreich bleibt. Doch den Bären zu sehen, wie er gierig schmatzend die süße Beute verschlingt, weckt auch große Sympathien für den pelzigen Grobian.

Der Film findet Hummeln sogar in Gletscherregionen von 3.000 Metern Seehöhe, wo extrem seltene und anpassungsfähige Hummelarten leben, über die sogar die Wissenschaft bis heute noch recht wenig weiß. "Hummeln - Bienen im Pelz" ist ein Film voll spannender Information -und doch mit Augenzwinkern und Humor.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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