Naturfreunde: Resolution für eine Revision der europäischen Asylpolitik verabschiedet

Manfred Pils zum Präsidenten der Naturfreunde Internationale wiedergewählt

Wien (OTS/SK) - In einer einstimmig angenommenen Resolution fordert der 22. Internationale Naturfreunde-Kongress, der am 13. Juni im tschechischen Olmütz tagte, eine Revision der Flüchtlingsgesetzgebung in Europa. "Wenn Europa hunderte Milliarden Euro zur ‚Rettung‘ von Kreditgebern und Banken aufbringen kann, sollten einige Millionen zur Rettung von Flüchtlingen wohl kein Problem darstellen. Die derzeitigen Kosten für technisch und militärisch hochgerüstete Abwehr von Flüchtlingen sollten daher besser in eine geordnete Asyl- und Zuwanderungspolitik investiert werden", so Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale. ****

Das Schlepperunwesen bekämpfe man am besten, indem man den Hilfesuchenden geordnete Asylverfahren bei den EU-Botschaften in ihren Heimatländern bzw. die Aufnahme eines Asylverfahrens bei der offiziellen Einreise in die EU ermöglicht, machte Pils klar. "Statt humanitäre Hilfe zu leisten, Flüchtlingen also Unterkunft anzubieten, Ausbildungswege zu öffnen und sie arbeiten zu lassen, reagiert Europa mit Überlegungen, wie die zunehmenden Flüchtlingswellen mit militärischen und polizeilichen Mitteln bekämpft werden können. Das ist angesichts der Tatsache, dass die europäischen Länder zu den reichsten Volkswirtschaften der Welt zählen nicht nur unangemessen, sondern eine extrem zynische und völkerrechtswidrige Art, mit hilfesuchenden Menschen umzugehen", betonte Pils.

Der Kongress der Naturfreunde Internationale fordert daher von den europäischen Regierungen eine umfassende Revision der europäischen Asylpolitik. Kernpunkte der Forderung sind
• das Recht auf humanitäre Unterbringung,
• die Möglichkeit zu Aus- und Weiterbildung in der Zeit des Asylverfahrens,
• ein fairer Zugang zum Arbeitsmarkt und
• ein faires Verfahren
für alle Flüchtlinge.

Neben der Revision der europäischen Asyl- und Flüchtlingsgesetzgebung fordern die Naturfreunde eine Erhöhung der nationalen und internationalen Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit. "Dass das reiche Europa nicht einmal den international vereinbarten Anteil von 0,7 Prozent des BIP für die Entwicklungszusammenarbeit aufbringt, ist beschämend und fördert das dramatische Wohlstandsgefälle zwischen Europa und den südlichen Staaten", so Pils. Die Mittel, die etwa jetzt für eine verfehlte Exportförderung oder für den Aufbau der "Festung Europa" ausgegeben werden, sollen besser in eine gerechtere soziale Entwicklung investiert werden und zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder beitragen.

Manfred Pils wurde beim 22. Internationale Naturfreunde-Kongress in Olmütz mit eindrucksvoller Mehrheit zum Präsidenten der Naturfreunde Internationale wiedergewählt. Der österreichische Naturfreund steht damit in den kommenden drei Jahren an der Spitze des 500.000 Mitglieder und weltweit 50 Landesgruppen zählenden Dachverbands der Naturfreunde. (Schluss) ve

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