Scheichelbauer-Schuster: Gewerbe und Handwerk als heimische Wirtschaftsdrehscheibe No.1

Gewerbeobfrau mit ambitioniertem Arbeitsprogramm für neue Funktionsperiode

Wien (OTS) - "Österreichs Gewerbe und Handwerksbetriebe sind verlässliche Partner und starke Anker in den Regionen, denn sie sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Damit präsentieren sich unsere Unternehmen als heimische Wirtschaftsdrehscheibe: Denn Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind klare Nummer eins mit 230.000 Mitgliedsbetrieben, 720.000 MitarbeiterInnen und rund 50.000 Lehrlingen. Auch mehr als die Hälfte der Start-ups kommt aus unserer Sparte", betonte heute, Mittwoch, Renate Scheichelbauer-Schuster, die im Rahmen der Bundesspartenkonferenz an der Spitze als Obfrau bestätigt wurde. Deshalb gelte es die Sparte noch stärker auf Zukunftsfragen auszurichten, um die Grundlage für eine erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit in den folgenden Jahren zu sichern.

Bildung: Nationalen Qualifikationsrahmen rasch umsetzen

Als Beispiel nannte die Gewerbe- und Handwerksobfrau den Bereich der Aus- und Weiterbildung. Hier gelte es endlich zu einer Umsetzung des nationalen Qualifizierungsrahmens (NQR) zu kommen. "Die Zuordnung der Lehrabschlussprüfung, der Meisterprüfung und der Befähigungsprüfung zu einem bestimmten Ausbildungslevel ist eine große Chance zur Aufwertung des beruflichen Bildungsweges. Erstmals besteht die Möglichkeit, die berufliche Ausbildung unmittelbar mit der schulischen Ausbildung zu vergleichen und auf gleichwertiger Basis zu definieren", so Scheichelbauer-Schuster. Im zuständigen Bildungsministerium müssten nun endlich Taten den Worten folgen. Denn eine Umsetzung sei überfällig. Mit der Umsetzung des NQR wird die Lehrabschlussprüfung auf Level 4 - wie die Matura - und die Meister-bzw. Befähigungsprüfung auf Level 6 - wie der Bachelor - bewertet.

In Sachen Lehrlingspolitik gelte es nun, die Leistungen der mehr als 18.000 Ausbildungsbetriebe der Sparte mehr in den Mittelpunkt zu rücken. "Wer die duale Ausbildung weiterhin stärken und das Erfolgsmodell fortschreiben will, der muss die Ausbildungsbetriebe stärken", unterstrich die Obfrau. Um Betriebe und Lehrlinge maßgeschneidert zueinander zu bringen, habe die Wirtschaft mit dem Talentecheck ein ideales Modell entwickelt, das es nun gelte zu vereinheitlichen und unter einem Dach zusammenzuführen.

"Das Asset der Gewerbe- und Handwerksbetriebe ist ihre Stärke in der Berufsausbildung. Deshalb haben wir unter der Bezeichnung "Q²-Offensive" ein Projekt gestartet, um die Relevanz von qualifizierten Gewerbetreibenden in betrieblichen Ausbildung zu unterstreichen. Denn diese steht mit einer Liberalisierung der Gewerbeordnung auf der Kippe", unterstrich der Geschäftsführer der Bundessparte, Reinhard Kainz.

Kritik an bürokratischen Belastungen

Kritik äußerte Scheichelbauer-Schuster auch an der steigenden Zahl an bürokratischen Belastungen. Die Gewerbe- und Handwerksbetriebe würden sich oftmals in "Geiselhaft" der heimischen Bürokratie befinden. Der Aufwand für die Abwicklung der bürokratischen Anforderungen stehe oftmals in keinem Verhältnis, gerade in Kleinbetrieben fehle damit die Zeit für die eigentliche wirtschaftliche Tätigkeit. In diesem Zusammenhang dankte die Obfrau WKÖ-Präsident Christoph Leitl für seinen Einsatz zur Gegensteuerung und seine Initiative "Beraten statt Strafen": "Wir brauchen keinen Staat, der uns vorverurteilt und überwacht, sondern einen Staat, der unsere Leistungen anerkennt und uns bei der Arbeit unterstützt!"

Handwerkerbonus: Positiv für kleine Aufträge

Den vor etwas mehr als einem Jahr umgesetzten Handwerkerbonus bewertete Scheichelbauer-Schuster positiv: "Der Handwerkerbonus wurde bis dato sehr gut angenommen und war vor der Zeit überzeichnet. Auch die Entwicklung im Jahr 2015 zeigt, dass dieser sehr gut läuft. Unsere Betriebe verzeichnen eine wesentliche Erhöhung bei kleineren Aufträgen. Nun warten wir auf die Evaluierung durch Univ. Prof. Dr. Schneider von der Universität Linz."

Mit Scheichelbauer-Schuster wurden Bernhard Feigl und Klaus Kronlechner an der Spitze der Bundessparte als Stellvertreter gewählt. "Interessenspolitik braucht engagierte Persönlichkeiten, die Engagement für ihre Branche zeigen. Ich wünsche mir ein kraftvolles, lautes, engagierte, junges Gewerbe, das zeigt, dass Tradition und Moderne bestens zusammen passen", so die Gewerbe- und Handwerksobfrau abschließend. (PWK458/us)

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