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Mailänder Expo 2015: Europäische Adipositas-Experten starten eindringlichen Aufruf an alle Nationen

Wien (OTS) - Die Europäische Adipositas Gesellschaft (EASO) veröffentlicht die Mailänder Deklaration, einen Aufruf, die Adipositas in allen europäischen Nationen als vordingliches Gesundheitsproblem zu erkennen, dagegen vorzubeugen und dieselbe zu behandeln.

Hintergrund

Aktuelle Vorhersagen vermuten weitere besorgniserregende Anstiege in der Rate der Adipositas (Fettleibigkeit) in fast allen europäischen Ländern bis 2030, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen.

Adipositas-Experte und aktueller Präsident der EASO, Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak aus Graz stellt fest: "Es ist absolut klar, dass Gewichtsmanagement nun eine wichtige Rolle in der Reduktion von übergewichtsbedingten chronischen Krankheiten und der Sterblichkeit überall in Europa und weltweit spielen muss. Die EASO versteht sich dabei als die wissenschaftliche Fachgesellschaft, die Regierungen berät und unterstützt, um Maßnahmen gegen die Folgen des Übergewichtes zu treffen, in der Prävention wie auch in der Behandlung. Wir müssen uns der Herausforderung stellen und mit der Vogel-Strauß-Politik aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken."

Schon 1999 war Toplak Teil einer kleineren europäischen Initiative, die eine erste Form dieser Mailänder Deklaration erstellt hat. Nunmehr sind es immerhin schon Fachgesellschaften aus 32 Nationen, die diese Initiative gegen die Adipositas unterstützen. Einige wichtige Punkte:

  • erkennen, dass Einzelne, aber auch die adipöse Gesellschaft Verständnis, Respekt und Unterstützung verlangen.
  • erkennen, dass Übergewicht und Adipositas Hauptgründe von Krankheit darstellen, die eine enorme soziale und ökonomische Belastung für die europäischen Staaten darstellen.
  • erkennen, dass die Adipositas, neben ihrer eigenen Gefährlichkeit ein Hauptfaktor in der Behandlung von chronischen Nicht-übertragbaren Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen (NCDs) darstellt.
  • erkennen, dass die Prävention und Therapie der Adipositas kosteneffektiv die chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindern kann, besonders wenn die Intervention früh beginnt.

Die Patienten-Perspektive

Die EASO arbeitet mit ihrer assoziierten internationalen Patientengruppe auch daran, der Stigmatisierung Adipöser entgegenzuwirken. Die Patienten betonen, dass Adipositas ein multifaktorielles Problem in einer modernen Gesellschaft darstellt. "Individuen sind durch Änderungen in der Lebensmittelproduktion, Verarbeitung und Marketing ebenso gefährdet wie durch Änderungen in körperlicher Arbeit und motorisiertem Verkehr. Es ist daher die Frage, ob Adipositas selbst eine Krankheit ist oder Ausdruck einer kranken Gesellschaft. Änderungen müssen also beim Individuum, aber auch in der Gesellschaft eingeleitet werden".

Tatsache ist, dass adipöse Personen als Alleinschuldige für ihre Fettleibigkeit angeprangert werden.

"Wir müssen aber vielmehr auf allen Ebenen Maßnahmen treffen:
Wissenschafter, Kliniker, Manager, Gesetzgeber und eben auch die Patienten selbst müssen in den Gesamtprozess involviert werden. Nur so können wir Erfolg haben", so Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak, Präsident der Europäischen Adipositas Gesellschaft (EASO) und Vorstandsmitglied der Österreichischen Adipositas Gesellschaft.

"Die Behandlung der Adipositas ist sehr komplex und - sieht man von chirurgischen Verfahren ab - wenig erfolgversprechend, da entsprechende Strukturen zur Behandlung fehlen. Zudem wird die Behandlung adipöser Patienten du Patientinnen derzeit nicht refundiert, was sich durch erhöhte Raten an Folgeerkrankungen wie Diabetes rächt. Hier muss ein Umdenken stattfinden, nicht zuletzt auch hinsichtlich der Prävention der Adipositas, welche sämtliche Lebensbereiche umfasst", ergänzt Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft.

Den vollständigen Text der Mailänder Erklärung in deutscher Sprache und im englischen Original finden Sie unter:
www.adipositas-austria.org/1506_mailaender_erklaerung_2015.html

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak

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