Tierhandel im Internet: Wer billig kauft, kauft teuer

Online-Handel mit Tieren: „Gesundheitscheck“ zur Gewährleistung der Seriosität einer Anzeige.

Vösendorf (OTS) - "Tiervermittlung im Internet", lautete das Thema einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zu der der Wiener Tierschutzverein (WTV) vor Kurzem nach Vösendorf lud. Ein brandaktuelles Thema: Denn besonders der illegale Handel mit Hundewelpen im Internet floriert. Zwar sieht der Gesetzgeber beispielsweise in Wien vor, dass es Privatpersonen grundsätzlich verboten ist, Tiere im Internet zu inserieren und nur eingetragene Tierschutzvereine, Züchter und Zoofachhändler dazu berechtigt sind. Für WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic nicht die beste Lösung, da auch viele gewerbliche Anbieter nur am Rande der Seriosität arbeiten würden. Auch Eva Müller, Vizepräsidentin der Österreichischen Tierärztekammer würde Privatpersonen nicht generell verbieten, Tiere zu inserieren und eher auf Aufklärung setzen. Michael Gawanda, Sicherheitsbeauftragter der Onlineplattform willhaben.at, sieht die derzeitige Rechtsauffassung ebenfalls problematisch. Man müsse Privatpersonen abseits von Tierheimen eine Möglichkeit bieten, ihre Tiere in Notsituationen vermitteln zu können. Für Privatinserate von Hundewelpen sind auf willhaben.at ein Ausweis der Inserentin und des Inserenten sowie ein Impfpass von Mutter und Welpen nötig. Illegaler Welpenhandel müsse aber streng bekämpft werden, so Gawanda.

Katja Wolf vom Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) sieht auch die "Konsumenten", sprich die potentiellen Hundebesitzerinnen und -besitzer selbst in der Pflicht. Denn gerade bei der Online-Suche nach Rassetieren sei die Devise oftmals "Geiz ist geil". Daher sollte mehr auf Aufklärung gesetzt werden, um den Menschen klar zu machen, welche Gefahren der Kauf von vermeintlichen "Tierschnäppchen" im Internet bieten kann. Utopisch niedrige Preise für Rassehunde sollten die Konsumentinnen und Konsumenten schon im Vorhinein stutzig machen. Wer billig kaufe, kaufe im Endeffekt teuer, ist auch Gawanda überzeugt, da derartige Tiere ein nicht kalkulierbares gesundheitliches Risiko aufweisen können.

"Gesundheitscheck" für Hunde

Um die Seriosität einer Anzeige sicherzustellen, sei für Eva Müller daher die Einführung eines so genannten "Ankaufsuntersuchungszertifikats", quasi ein "Gesundheitscheck" für Hunde, sinnvoll. Dieses müsse im Zuge einer Untersuchung von einem Tierarzt ausgestellt werden. Erst dann dürfte die Anzeige auch im Internet erscheinen. Eine derartige Maßnahme sei bereits in Planung und man arbeite eng mit der Tierärztekammer zusammen, so Gawanda.

Checkliste für seriösen Welpenkauf

Apropos Aufklärung: In der Zwischenzeit können sich Interessentinnen und Interessenten auch beim Wiener Tierschutzverein über die wichtigsten Faktoren für einen sicheren und seriösen Welpen- und Tierkauf im Internet informieren. Auf Anfrage ist eine Checkliste erhältlich, die über die wichtigsten Auffälligkeiten von seriösen unseriösen Angeboten Auskunft gibt. Und wie es das Podium so schön auf den Punkt brachte: Im Zweifel gilt immer: "Augen auf!"

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Mag. (FH) Oliver Bayer
Öffentlichkeitsarbeit

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