ÖAMTC: Heuer schon acht Getötete wegen Übermüdung am Steuer

Pause wegen Müdigkeit nur Platz neun der Gründe, warum man Rastplatz ansteuert

Wien (OTS) - Übermüdung war Hauptursache bei Verkehrsunfällen österreichweit mit insgesamt acht Getöteten im heurigen Jahr (Unfallstatistik des BMI bis 14. Juni). Im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum drei Verkehrstote. "Nur" zwei Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle gingen laut Unfallstatistik 2014 auf Übermüdung zurück. "Übermüdung ist bei Unfällen mit Personenschaden vermutlich weit öfter die Ursache - Schätzungen liegen bei etwa 25 Prozent", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Gerade in der Urlaubszeit nimmt die Anzahl der übermüdeten Lenker stark zu. Belegt wird das durch die u. a. vom ÖAMTC 2013 durchgeführte "Take A Rest"-Studie, die vom Verkehrssicherheitsfonds (VSF) gesponsert wurde. "Wer zum Rastplatz fährt, legt entweder eine WC-Pause ein, will kurz was essen oder trinken, rauchen oder sich die Beine vertreten", weiß Seidenberger aus den Studienergebnissen. "Nur auf Platz neun wird Müdigkeit als Grund genannt, um deshalb eine Pause am Rastplatz zu machen."

Die Gründe, trotz Müdigkeit keinen Rastplatz aufzusuchen, sind unter anderem der Irrglaube, alles unter Kontrolle zu haben, gar nicht so müde zu sein oder dem Ziel schon nahe zu sein. Auch die Entfernung zum nächsten Rastplatz oder Angst vor Sicherheitsproblemen am Rastplatz werden angegeben.

Müdigkeitsvorboten beachten und unbedingt Pausen einlegen

Wer lange mit dem Auto unterwegs ist, sollte die sich ankündigende Müdigkeit keinesfalls ignorieren. "Der Körper sendet Signale aus, sobald er nicht mehr kann", so die ÖAMTC-Expertin. "Vorboten sind beispielsweise Gähnen, Augenreiben, ein starrer Blick, unruhiges Sitzen oder Tagträume." Wer diese Anzeichen an sich bemerkt, sollte dringend eine Pause einlegen.

Nur rund ein Viertel der Fahrer, die eigentlich die Möglichkeit dazu hätten, planen für die Urlaubsreise einen Fahrerwechsel ein. Um sich wach zu halten, greifen Lenker laut der "Take A Rest"-Studie zu verschiedensten Mitteln. 74 Prozent hören Musik, 73 Prozent stellen die Klimaanlage kälter, 59 Prozent sprechen mit den Mitfahrern, 52 Prozent öffnen das Fenster. "Diese Methoden mögen kurzfristig helfen, können aber eine tatsächliche Erholungspause nicht ersetzen. Immerhin machen 38 Prozent der befragten Lenker eine Pause, wenn sie sich müde fühlen", schildert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Der Versuch, sich mit Energy-Drinks oder starkem Kaffee krampfhaft wach zu halten, sollte besser unterlassen werden - die Wirkung ist meist nur kurzfristig.

Es ist also durchaus vernünftig, vor der Abfahrt viel Schlaf zu bekommen, gut ausgeruht zu starten und regelmäßig Fahrstopps für längere Schlaf - oder Erholungspausen einzulegen. "Das bringt frischen Schwung, mehr Wohlbefinden und erhöht die Leistungsfähigkeit. Natürlich müssen die geplanten Pausen aber auch eingehalten werden", so die ÖAMTC-Expertin. "Schlafzeit ist jedenfalls keine verlorene Zeit, sondern erhöht die Verkehrssicherheit und kann damit Leben retten."

Typische Anzeichen für Unfälle nach Übermüdung sind Alleinunfälle und das Abkommen von der Fahrbahn. Die Häufigkeit von Abkommens-Unfällen mit Personenschäden auf der Autobahn steigt schon ab 20 Uhr an. Die "Spitzenzeit" diese Unfalltyps liegt zwischen 3 und 4 Uhr und beträgt rund 60 Prozent; zu gleicher Zeit befinden wir uns laut Schlafforschern im "Leistungstief" (Quelle: KfV, 2012).

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