Weltflüchtlingstag 20. Juni: SOS ! Kinder auf der Flucht

SOS-Kinderdorf: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen spezielle Betreuung und ein altersgerechtes Zuhause auf Zeit!

Innsbruck/Wien (OTS) - Anlässlich des bevorstehenden Weltflüchtlingstags richtet SOS-Kinderdorf einmal mehr den drängenden Appell an die Politik, über alle Partei- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg rasch Lösungen für die prekäre Situation von 1.000 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Österreich zu finden. "Es ist untragbar, dass junge Flüchtlinge, oft Kinder unter 14 Jahren, in Massenquartieren oder Erwachseneneinrichtungen "grundversorgt" werden", sagt Elisabeth Hauser, Pädagogik-Leiterin und stv. Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf.

"Es kann nicht sein, dass schwer traumatisierte junge Flüchtlinge wegen ungeklärter Finanzierungs- und Zuständigkeitsfragen sowie mangelnder Kommunikation zwischen Bund, Ländern und Gemeinden auf der Strecke bleiben!", sagt Hauser. "Gemäß UN-Kinderrechtskonvention und Österreichischer Verfassung hat jedes Kind, das nicht zuhause aufwachsen kann - egal wo es geboren ist - das Recht auf Unterstützung, altersgerechte Betreuung, Bildung - kurz: das Recht auf`s Kind sein! Daher gehört das in die Zuständigkeit der Kinder-und Jugendhilfe und die Tagsätze für die Betreuung junger Flüchtlinge dringend erhöht".

Rasch handeln statt endlos über Quoten und Zuständigkeiten reden!

Angesichts der prekären Lage und ganz im Sinne von Gründer Hermann Gmeiner ("Red`s nit, tuat`s was!") wird SOS-Kinderdorf das Engagement für junge Flüchtlinge ausweiten. "Wir wollen 100 neue Plätze schaffen und sind in allen Bundesländern mit den Behörden im Gespräch", sagt Wolfgang Katsch, SOS-Kinderdorf-Geschäftsleiter für Tirol, Vorarlberg und Salzburg. "Nicht irgendwelche Plätze, sondern die Richtigen:
Kleine Wohngruppen statt anonymer Großstrukturen, pädagogische Fachkräfte statt Security-Teams, altersgerechte Betreuung statt Verwahrung", so Katsch. "Dazu gehören Deutschunterricht und Bildungsangebote, individuelles Eingehen auf jeden einzelnen, klare Tagesstruktur und Freizeitangebote sowie 24 Stundenbetreuung, dass immer jemand als Ansprechpartner da ist. Denn, das wissen wir aus der Erfahrung, das erhöht die Zukunfts- und Integrationschancen um ein Vielfaches!"

Neue Projekte auch im Süden und Osten Österreichs

SOS-Kinderdorf betreut seit mehr als 10 Jahren junge Flüchtlinge im Biwak in Hall und im SOS-Clearing-house in Salzburg. Zusätzlich wurden und werden auch einzelne Flüchtlinge auch in bestehende SOS-Kinderdörfer und Jugendwohngemeinschaften aufgenommen (Pinkafeld, Imst, Nußdorf-Debant, Graz, Wien). Denn die Zahl der Jugendlichen, vor allem Unmündigen, die die lebensgefährliche Flucht ohne Eltern auf sich nehmen, steigt dramatisch. Um hier die Lage zu entschärfen, arbeitet SOS-Kinderdorf intensiv daran, in den nächsten Wochen und Monaten in allen Bundesländern neue Plätze zu schaffen.

Für 100 neue Betreuungsplätze braucht es zusätzliche finanzielle Mittel

Eine große Hürde für die Betreuung junger Flüchtlinge liegt in der Finanzierung: In der Regel gewährt die öffentliche Hand nur die Hälfte des Tagsatzes der Kinder- und Jugendhilfe, eine Ungleichbehandlung, die SOS-Kinderdorf seit Jahren anprangert. Denn es gibt keine halben Kinder! Jedem fremd untergebrachten Kind und Jugendlichen - dazu zählen auch minderjährige Flüchtlinge - soll dieselbe Unterstützung zustehen wie jedem österreichischem Kind/Jugendlichen! Derzeit ist das nicht der Fall und wird von Bundesland zu Bundesland verschieden gehandhabt. Daher ist SOS-Kinderdorf bei der Finanzierung der 100 neuen Plätze auf zusätzliche Spendengelder angewiesen. SOS-Kinderdorf nimmt seine Vision ,Jedem Kind ein liebevolles Zuhause‘ gerade in dieser spezielle Lage ernst und ist überzeugt, dass die Menschen in Österreich das auch unterstützen werden. Das ändert nichts an der Forderung nach gerechten Tagsätzen für diese besonders benachteiligte Gruppe junger Menschen als grundsätzliche Aufgabe der Öffentlichen Hand.

"SOS Boat of Hope" ab 21. Juni in Innsbruck

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen einen sicheren Hafen zum Ankommen und ein kindgerechtes Zuhause auf Zeit. Als Symbol für dieses drängende aktuelle Thema wird SOS-Kinderdorf am Sonntag, 21. Juni 2015, in der Innsbrucker Maria Theresien Straße ein 5 x 2 Meter großes Holzboot für zwei Wochen aufstellen. Schülerinnen und Schüler haben dazu hölzerne Schiffsplanken mit sehr berührenden und bewegenden Botschaften gestaltet. Mit begleitenden Aktionen will SOS-Kinderdorf die interessierte Öffentlichkeit über die Probleme unbegleitet minderjähriger Flüchtlinge informieren, sie sensibilisieren und an Verständnis und Unterstützung appellieren! Nach Innsbruck wird das Boot im Herbst auch durch andere Bundesländer touren und die Boot-schaft weitertragen.

Infos/Spenden: www.sos-kinderdorf .at
AT461644000144774477, BTVAAT22, Kennwort: Kinder auf der Flucht

Rückfragen & Kontakt:

Viktor Trager, SOS-Kinderdorf Pressesprecher
Tel. +43 / 676 / 88144 201, viktor.trager@sos-kd.org

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