Wachstumsschmerzen, „Ideas of Change“ und Grätzelfizierung im „Kulturmontag“ am 15. Juni in ORF 2

Außerdem: Elisabeth Kulman im Exklusivinterview

Wien (OTS) - Clarissa Stadler präsentiert am 15. Juni 2015 um 22.30 Uhr in ORF 2 einen "Kulturmontag", der seinen Fokus auf Wien richtet. Über Wachstumsschmerzen und Wiens kulturfreie Zone rund um den Wiener Hauptbahnhof spricht Stadler live im Studio mit dem Raumplaner und Filmemacher Reinhard Seiß. Mit "Ideas of Change" beschäftigt sich die Vienna Biennale 2015, die von 11. Juni bis 4. Oktober stattfindet und Kunst, Design und Architektur verbindet. Und die Doku "Auf gute Nachbarschaft - Die Grätzelfizierung Wiens" thematisiert die Auswirkungen der neuen "Landflucht". Man möchte wieder in der Stadt leben! Die Sehnsucht nach dörflichem Idyll, nach überschaubaren Strukturen und gleichgesinnten Nachbarn ist in der Stadt angekommen. Außerdem begrüßt der "Kulturmontag" Mezzosopranistin Elisabeth Kulman zum Exklusivinterview. Der gefeierte Opernstar erklärt, was hinter ihrem überraschenden Abschied von der Opernbühne steckt.

Wachstums-Schmerzen: Kulturfreie Zone - Wiens neuer Hauptbahnhof

Wien wächst! In spätestens 15 Jahren wird Wien die Marke von zwei Millionen Einwohnern übersprungen haben. Die mittlerweile zweitgrößte Metropole im deutschsprachigen Raum benötigt also dringend mehr Platz zum Wohnen und Arbeiten. So groß wie der achte Wiener Gemeindebezirk ist der neue Stadtteil, der rund um den neuen Hauptbahnhof entsteht. Große Visionen wurden gewälzt: Ein Kultur-Kubus hätte auf dem Areal entstehen sollen und der einstige Chef des New Yorker Guggenheim Museums, Thomas Krens, phantasierte von einem Kultur-Kaufhaus. Doch diese Züge sind allesamt abgefahren. Die Grundstücke wurden Investoren überlassen und die stellten nach schneller Kalkulation fest: Kultur rechnet sich für sie nicht. Dafür entstehen im so genannten Quartier Belvedere im nördlichen Teil des Areals Hunderttausende Quadratmeter neuer Büroflächen. Wie kann Wien die rasante Bevölkerungsentwicklung ohne gröbere Wachstumsschmerzen überstehen? Und: Wird öffentlicher Raum zusehends in Kommerzzonen umgewidmet? Der "Kulturmontag" stellt das neue Stadtgebiet rund um den Hauptbahnhof vor und bittet den Raumplaner, Filmemacher und Autor Reinhard Seiß live ins Studio.

Zukunfts-Fragen: Die erste Vienna Biennale mit "Ideas of Change"

Der globale Hunger nach immer mehr Energie; das industrielle Aufrüsten der Schwellenländer; der rasante Anstieg der Weltbevölkerung; die Verknappung von Ressourcen: Wie kommt man all dem Wachstumshunger bei? Wie bleiben Städte wie Wien bei dieser rasanten Dynamik lebenswert? Und wer hat Antworten auf all diese Fragen parat? Kunst, Architektur und Design - und zwar im Verband -glaubt Christoph Thun-Hohenstein, Initiator der ersten Vienna Biennale. "Ideas for Change - Ideen für den Wandel" ist der Titel dieses interdisziplinären Denk-Labors. Dass das Wien der Zukunft cleverer organisiert werden muss, suggeriert die Schau "2051: Smart Life in the City", wo über die Straße oder das Gesundheitssystem der Zukunft nachgedacht wird. Ein Schwerpunkt ist Bukarest gewidmet und in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Museum of Modern Art entsteht die Ausstellung "Uneven Growth: Tactical Urbanism for Expanding Megacities".

Ausstiegs-Szenario: Elisabeth Kulman im Exklusivinterview

Ein Star steigt aus. Das kommt nicht allzu oft vor - schon gar nicht in der Opernwelt, wo es immens schwierig ist, sich einen Platz im Rampenlicht zu erobern. Die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman hat daher für Aufsehen gesorgt, als sie kürzlich verkündete, alle ihre Opernengagements zurückzulegen. Keine szenischen Produktionen wolle sie mehr machen, nur noch Konzerte singen und eigene Projekte verwirklichen. Elisabeth Kulman erklärt im Exklusivinterview, was hinter ihrem Abschied von der Opernbühne steckt.

"Auf gute Nachbarschaft - Die Grätzelfizierung Wiens"

Die Sehnsucht nach dörflichem Idyll, nach überschaubaren Strukturen, nach gleichgesinnten Nachbarn - sie ist in der Stadt angekommen. Der Traum vom Häuschen am Land scheint ausgeträumt. Die Gründe:
veränderte Familienmodelle, steigendes Energiebewusstsein, wachsendes Kulturangebot, Mobilitätsinfrastruktur. Man möchte wieder in die Stadt! Doch genau dort soll das Dorf, die idyllische "Heimat" weiterleben: Die "Anonymität", die die Lichter der Großstadt einst garantiert haben, ist nicht mehr gefragt. Menschen suchen nach Halt und Orientierung, nach Gemeinschaft mit Gleichgesinnten in unsicheren Zeiten. Nachbarschaftsinitiativen boomen, die eigene "Hood" wird (auch symbolisch) aufgewertet. Die Schattenseite der Medaille heißt "Gentrifizierung". Die "alten" Bewohnerinnen und Bewohner müssen an den Stadtrand ziehen, die Mieten in den hippen Vierteln werden unleistbar und die heterogene Bevölkerungsstruktur geht verloren. Regie: Franziska Mayr-Keber / Constanze Griessler

Der "Kulturmontag" - produziert in HD - wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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