APA-DeFacto-Politikerranking: Wer hat die Top-Medienpräsenz?

Wöchentlich im Politik-Channel von APA-OTS: die Top 20 der österreichischen Politikerinnen und Politiker – Niessl, Faymann und Voves aktuell vorne

Wien (OTS) - Ab sofort ist das aktuelle wöchentliche Präsenzranking heimischer Politikerinnen und Politiker auf http://www.ots.at/politikerranking kostenlos abrufbar. APA-DeFacto erstellt das Ranking aufgrund der Anzahl der Nennungen von Politikerinnen und Politikern in allen österreichischen Tageszeitungen im Verlauf der vergangenen Woche. Die aktuellen Daten zeigen, wer die mediale Bühne von 05.06. bis 11.06.2015 am stärksten nutzen konnte, wer zurückgefallen ist und wer sich gegenüber letzter Woche neu positionieren konnte.

Die stärkste Medienpräsenz verzeichnete in der vergangenen Woche der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Seine Entscheidung, entgegen eines gültigen Parteitagsbeschlusses eine Koalitionsregierung mit der FPÖ zu bilden, provozierte innerhalb der SPÖ heftige Reaktionen. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl etwa sieht den Koalitionspakt als einen "Fehler von Hans Niessl und unseren burgenländischen Freunden". Für SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist die FPÖ eine "trennende und ausgrenzende Partei", eine gemeinsame Regierung für ihn daher "keine Option". Der SP-Studentenverband VSStÖ will gar ein Schiedsgericht über den Parteiausschluss Niessls entscheiden lassen.

Im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" rechtfertigt Niessl die Koalitionsbildung mit einer Befragung der 30.000 SPÖ-Parteimitglieder im Burgenland. 88 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, keine Partei von Regierungsverhandlungen auszuschließen. Für Niessl wiegt die Befragung schwerer als ein Bundesparteitagsbeschluss: "Soll ich mich über das Votum der Basis hinwegsetzen?"

Am vergangenen Montag reagierte die SPÖ-Parteispitze im Rahmen einer Sitzung des Bundesparteipräsidiums auf die neue Koalition im Burgenland. Künftig sollen alle Landesparteien freie Hand bei Regierungsbildungen haben. Bundeskanzler Werner Faymann betonte aber, der Parteitagsbeschluss über die Ablehnung einer Koalition mit der FPÖ bleibe auf Bundesebene sehr wohl gültig.

Als Neueinsteiger der Woche etablierte sich Norbert Darabos, SPÖ-Bundesgeschäftsführer und designierter Landesrat im Burgenland. Schon kurz nach der Ankündigung von Landeshauptmann Niessl, eine Koalition mit den Freiheitlichen bilden zu wollen, hatte Darabos mit seiner Verteidigung des Pakts aufhorchen lassen, die neue Regierung könne sogar zu einem "gelungenen Experiment" werden. Seine Aussage wurde von Teilen der SPÖ kontrovers aufgenommen; die Wiener Gemeinderätin und stellvertretende Klubvorsitzende Tanja Wehsely etwa forderte den sofortigen Rücktritt von Darabos.

Am Montag aber wurde Darabos als Teil des fünfköpfigen SP-Regierungsteams im Burgenland präsentiert. Er übernimmt die Ressorts Gesundheit, Arbeitsmarkt, Soziales und Asyl. Im Ö1-Mittagsjournal verteidigte Darabos die rot-blaue Koalition und verwies wie Landeshauptmann Niessl, auf das Votum der burgenländischen SP-Basis. Zudem sei die FPÖ im Burgenland seiner Meinung nach keine rechtsextreme Partei, sondern zur sachlichen Zusammenarbeit fähig. Dennoch sieht sich Darabos "durchaus als Bollwerk gegenüber der FPÖ" und will als Landesrat sicherstellen, "dass wir keine Dinge beschließen, die in die falsche Richtung gehen würden".

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