Industrie: Arbeitsmarktpolitik vorurteilsfrei diskutieren

IV-GS Neumayer: Ängste zu schüren schafft keine Jobs – Brauchen moderne Arbeitszeitregelungen – Eigene Wettbewerbsfähigkeit nicht aus den Augen verlieren

Wien (OTS/PdI) - "Die Arbeitsmarktpolitik ist gerade in der aktuell angespannten Situation viel zu wichtig für Populismus", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, zu Aussagen seitens der Gewerkschaft. "Wir sprechen uns dafür aus, - wie in Deutschland bereits geschehen - die unbefristete Notstandshilfe zu überdenken und etwa in die Mindestsicherung zu integrieren. Denn mit dieser wurde bereits 2010 ein flächendeckender Mindeststandard sichergestellt", so Neumayer. Hier gleich von einer "Durchlöcherung des unteren sozialen Netzes" und "Kampfansagen" zu sprechen, sei schlicht eine falsche Darstellung. Überdies sei es sehr bedauerlich, dass ausgerechnet die Arbeitnehmervertretung sich sinnvollen Reformen in der Arbeitsmarktpolitik verwehre: "Vor etwas mehr als zehn Jahren war Österreich noch das ‚bessere Deutschland‘, viele Jahre lang war die österreichische Arbeitslosequote die niedrigste am Kontinent. Heute sind wir beim Wachstum das Schlusslicht Europas, die Arbeitslosigkeit steigt, unsere Wettbewerbsfähigkeit erodiert immer mehr." Gleichzeitig stehe Deutschland besser da denn je - nicht zuletzt aufgrund der Agenda 2010 und der Hartz-IV-Reformen - "dies sind die Fakten, davor kann niemand die Augen verschließen", betonte der IV-Generalsekretär.

Daher müsse auch Österreich alles daran setzen, den eigenen Arbeitsmarkt wieder wettbewerbsfähig zu machen: "Die spürbare Absenkung der Lohnnebenkosten ist dabei ein zentraler Hebel, den die Bundesregierung nun rasch einsetzen sollte. Zudem brauchen wir Reformen im Arbeitszeitgesetz, um eine praxisorientierte und betriebsbezogene Arbeitszeitgestaltung zu ermöglichen", forderte Neumayer. Dabei gehe es - entgegen anderslautender Behauptungen - der Industrie keineswegs darum, die Arbeitszeit insgesamt zu erhöhen oder weniger zu zahlen, schon gar nicht unter dem Kollektivvertrag. Es gehe vielmehr darum, "dann zu arbeiten, wann Arbeit da ist. Natürlich soll das auch wieder ausgeglichen werden. Die Menschen sind hier weiter als die Gewerkschaften - viele wünschen sich mehr Möglichkeiten bei der Einteilung der Arbeitszeit", betonte Neumayer. "Mehr Urlaub und Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich - das sind die wirklichen Kampfansagen an die Arbeitsplätze in Österreich. Damit leisten die Gewerkschaften den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Bärendienst", so der IV-Generalsekretär.

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