Jemen: 20 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

Diesen Sonntag beginnen die Genfer Friedensgespräche: CARE ruft zu einem dauerhaften Waffenstillstand und einem Ende der Blockade wichtiger Versorgungsgüter auf.

Wien (OTS) - Seit dem Beginn des aktuellen Konflikts im Jemen Ende März stieg der Anteil der Bevölkerung, der humanitäre Hilfe benötigt, von 60 auf 80 Prozent an - die Tendenz ist weiterhin steigend. Mittlerweile sind es 20 Millionen Menschen, die aufgrund der Kämpfe und Versorgungsblockade dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Auch die Opferbilanz fällt düster aus: Allein seit den zuletzt gescheiterten Friedensgesprächen am 26. Mai wurden 400 Menschen getötet. Der 27. Mai war mit mehr als 100 Todesopfern der blutigste Tag seit dem Ausbruch des Konflikts. Insgesamt wurden bisher 2.200 Menschen getötet.

"Der Jemen ist derzeit der Staat mit dem größten Bedarf an Nothilfe auf der ganzen Welt", sagt Daw Mohammed, CARE-Länderdirektor im Jemen. "Die Einfuhr von Hilfsgütern wie Trinkwasser, Lebensmitteln und Treibstoff wird jedoch weiterhin blockiert. Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Menschen. Die Elektrizität fällt manchmal über Tage oder Wochen aus, die Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff sind massiv erhöht. Deshalb sind auch die medizinische Versorgung, die Müllbeseitigung und die Wasserreinigung kaum aufrechtzuerhalten. In einem Land, das von Importen abhängt, ist die Einfuhrgenehmigung für Güter eine Frage von Leben und Tod."

Wasser steht an vielen Orten nur an wenigen Tagen pro Woche zur Verfügung. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund zehn Millionen Menschen gefährdet, vom Trinkwasserzugang abgeschnitten zu werden. Rund 15 Millionen sind ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, viele Krankenhäuser sind zerstört.

Das Welternährungsprogramm berichtet außerdem, dass die Nahrungssituation von zusätzlich zwei Millionen Menschen sehr kritisch ist. Bereits vor Ausbruch des aktuellen Konflikts war der Jemen zum Großteil von Lebensmittelimporten abhängig.

CARE fordert, dass Waffenlieferungen an Konfliktparteien, die das humanitäre Völkerrecht brechen, gestoppt werden müssen. Gleichzeitig müssen die humanitäre Hilfe und die Mittel für längerfristige Entwicklungsprogramme deutlich erhöht werden.

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