Trotz AK-Hilfe: Bäckerlehrling verliert 6000 Euro AK bekräftigt Forderung nach Abschaffung der Verfallsfristen

Linz (OTS) - Viele Arbeitnehmer/-innen, die unterentlohnt werden, verlieren wegen kurzer Verfallsfristen im Arbeitsrecht Geld, das ihnen eigentlich zugestanden wäre. So auch ein Bäckerlehrling aus dem Bezirk Freistadt, dem während der gesamten Lehrzeit die Nachtzuschläge nicht korrekt bezahlt wurden. Die AK verhalf der jungen Frau zwar zu ihrem Recht - aufgrund der Verfallsfristen verlor sie aber über 6000 Euro. "Weg mit den kurzen Verfallsfristen!", fordert daher AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer erneut.

Zahlreiche Kollektivverträge sehen vor, dass arbeitsrechtliche Ansprüche rasch verfallen. Das kostet den Arbeitnehmern/-innen viel Geld, weil sie ihre Nachzahlungen nur für den kurzen Zeitraum innerhalb der Verfallsfrist geltend machen können. Dazu kommt häufig, dass eine gerichtliche Geltendmachung innerhalb noch kürzerer Fristen erfolgen muss, damit die offenen Ansprüche nicht verfallen.

Hier ein typischer Fall, der diese Ungerechtigkeit aufzeigt: Ein Freistädter Bäckerlehrling wandte sich nach Ende der Lehrzeit an die Arbeiterkammer, um sich seine Ansprüche nachrechnen zu lassen. Dabei stellte sich heraus, dass die Nachtzuschläge nicht korrekt bezahlt wurden. Nach Intervention der AK bekam die Bäckerin unverzüglich -innerhalb einer Woche - 820 Euro für vier Monate nachbezahlt. Viel Geld für die Frau, das sie gut gebrauchen konnte. Allerdings hatte die Sache einen großen Schönheitsfehler: Die Arbeitnehmerin bekam zwar Geld nachbezahlt, aufgrund der kurzen Verfallsfrist des Bäcker-Kollektivvertrages verlor die junge Frau allerdings gleichzeitig gut 6.000 Euro für die restlichen 32 Monate ihrer Lehrzeit.

"Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig unsere Parlamentarische Bürgerinitiative für eine Verlängerung der Verfallsfristen ist. Nicht umsonst haben mehr als 25.000 Menschen die Initiative von AK und ÖGB unterschrieben", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die Initiative umfasst zwei Punkte:
1. Verfallsfristen von weniger als drei Jahren für nichtbezahlte Ansprüche von Arbeitnehmern/-innen sollen abgeschafft werden.
2. Die Beschäftigten sollen verständigt werden müssen, wenn eine Kontrolle durch Gebietskrankenkasse und Finanzamt zeigt, dass sie zu wenig Lohn oder Gehalt bekommen haben.

Die Umsetzung ist daher dringend notwendig.

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