Studie bestätigt: Entwicklungszusammenarbeit verändert die Lebensbedingungen nachhaltig zum Positiven

Wien (OTS) - Die Entwicklungszusammenarbeit von Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe, bei der die Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt steht, ist effektiv und verbessert die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig. Dies hat die von unabhängigen Experten durchgeführte Evaluation eines vor fünf Jahren abgeschlossenen Projektgebietes bestätigt.

Das Beratungsunternehmen FAKT (Stuttgart) untersuchte die Entwicklung in dem vor fünf Jahren seitens Menschen für Menschen abgeschlossenen Projektgebiet Merhabete, welches nördlich von Addis Abeba liegt, und kam zu folgendem Ergebnis: Das Entwicklungsprogramm von Menschen für Menschen war der Anstoß für eine bis heute anhaltende Entwicklung in der Region. Viele während der Projektlaufzeit realisierte Maßnahmen sind heute fixe Bestandteile des Alltags. Neben Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Umwelt, haben gezielte Maßnahmen der Organisation vor allem auch das Bild der Frau und ihre Rolle in der Gesellschaft erheblich verbessert.

Dr. Jochen Currle, Berater und Koordinator des Fachbereiches Landwirtschaft und ländliche Entwicklung bei FAKT, sagt: "Auf der Grundlage dieser Bewertung kann das auf Nachhaltigkeit angelegte Leitprinzip von Menschen für Menschen als Grundlage für den Fortschritt der Region identifiziert werden. Das 1988 begonnene Entwicklungsprogramm war der Anstoß für eine bis heute anhaltende Weiter- und Selbstentwicklung, die das Leben der Bevölkerung auch in Zukunft positiv beeinflussen wird."

Currle hatte für die Studie im März dieses Jahres gemeinsam mit dem äthiopischen Kollegen Tsegazeab Kidanemariam umfangreiches Datenmaterial und Dokumente ausgewertet sowie viele Gespräche vor Ort geführt. Das Fazit von Dr. Currle fällt durchwegs positiv aus: "Die Lebensbedingungen der Menschen in Merhabete haben sich nachhaltig verbessert. In allen Arbeitsbereichen der integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte konnten positive Wirkungen nachgewiesen werden. Der integrierte Ansatz von Menschen für Menschen hat sich damit bewährt und sollte beibehalten werden."

Dazu Rupert Weber, geschäftsführender Vorstand vom Verein Menschen für Menschen in Österreich: "Für uns als Organisation ist es sehr wichtig zu wissen, wie sich ein Projektgebiet weiterentwickelt, nachdem wir nicht mehr vor Ort sind und die alleinige Verantwortung bei der äthiopischen Bevölkerung und den Behörden liegt. Fünf Jahre nach Abschluss zeigt sich welche Maßnahmen Bestand haben und welche Weiterentwicklungen auf Basis unserer Arbeit passiert sind bzw. welche Initiativen die Bevölkerung selbst ergriffen hat. Darüber hinaus sehen wir wie sich die Gesellschaft als Ganzes verändert hat. Das sind bedeutende Informationen, um unsere Arbeitsweise weiter verbessern zu können."

Grundsätzliche Aussagen der FAKT-Studie

  • Im Rückblick wird die Arbeit von Menschen für Menschen meist überwiegend als Anstoß für eine anhaltende Entwicklung gesehen, die das Leben stark zum Positiven hin verändert hat.
  • Viele Projektanstöße sind heute neue Normalität.
  • Das Projekt von Menschen für Menschen in Merhabete ist bei allen kontaktierten Personen in positiver Erinnerung.

Ergebnisse zum Thema Nachhaltigkeit

  • Die Infrastruktur besteht weiterhin und die erreichten Projektziele (z.B. höhere Erträge) werden immer noch erreicht oder haben sich sogar weiter entwickelt.
  • Soziale und administrative Management-Strukturen haben Fortbestand und funktionieren situationsangepasst.
  • Wahrnehmungsmuster und Verhaltensweisen, die durch das Projekt eingeführt oder gefördert wurden, sind in der Bevölkerung auch heute noch wirksam.

Anstoß für Veränderungen

Die integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte der Hilfsorganisation in Merhabete waren der Anstoß für viele Veränderungen, die das Leben der Menschen auch in Zukunft noch positiv beeinflussen können. So war die Grundversorgung in punkto Gesundheit und Bildung vor 1988 kaum gewährleistet, bis zum Ende der Projektphase im Jahr 2009 besaß das Gebiet dank der Aufbauarbeit bereits neun dörfliche Krankenstationen und 27 Grundschulen. Und der Ausbau der Infrastruktur hielt an: Bis heute besitzt der Distrikt 24 Krankenstationen und 48 Grundschulen.

Daneben konnten die Flächen für bewässerten Anbau erheblich vergrößert werden. Der Umfang der geschützten und wieder aufgeforsteten Flächen hat sich zwischen 2009 und 2014 verdoppelt (12.000 ha - 24.000 ha). Eine beeindruckende und wichtige Größe im stark erosionsgefährdeten und -geschädigten Distrikt.

Die Dynamik der Entwicklung lässt sich auch an folgenden Zahlen aus der Studie ablesen: So hat sich das Haushaltseinkommen zwischen 2009 und 2014 verdreifacht; von 14.300 auf 45.630 Birr. Die Getreideproduktion konnte von rund 65 Tonnen auf über 112 Tonnen gesteigert werden. Die Gemüseanbaufläche stieg von 1.678 ha auf 4.391 ha.

Die "neuen" Frauen von Merhabete

Deutlich werden die festgestellten Veränderungen in Merhabete, wenn man die Bildung der Mädchen betrachtet. Da der Wassertransport in Äthiopien traditionell Frauenarbeit ist, mussten viele Mädchen stundenlange Wege zur nächsten Wasserstelle gehen. Oft fehlte es an der Zeit, um am Schulunterricht teilzunehmen. Dank neuer Brunnen haben nun auch Mädchen eine größere Chance auf Bildung und können regelmäßig die Schule besuchen: Zwischen 2009 und 2014 stiegen die Einschreibungszahlen von 28.000 auf 35.000 Mädchen - gleichzeitig fiel die Quote der Schulabbrecherinnen von rund 3,6 auf 1,7 Prozent. "Zugang und Bildungsqualität haben sich in Merhabete damit nachhaltig verbessert", bestätigt Dr. Currle.

Die finanzielle Eigenständigkeit der Frauen hat sich wesentlich verbessert. Ausbildungskurse und Kleinkredite ermöglichten Existenzgründungen. So wurden insgesamt 17 Kleinkredit-Vereine von Menschen für Menschen initiiert, die alle immer noch tätig sind.

Informationen zu Merhabete:

Die Region Merhabete liegt fünf Autostunden nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba und ist mit 1.200 km2 fast so groß wie halb Vorarlberg. Die Projektarbeiten von Menschen für Menschen begannen in Merhabete bereits 1988, damit gehört das Gebiet zu den ältesten Projekten von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe.

Über FAKT:

Die FAKT GmbH wurde 1986 als Beratungsunternehmen für staatliche und nichtstaatliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Schwerpunktfelder der Tätigkeit sind ländliche Entwicklung und Klimawandel, berufliche Bildung, Beschäftigung und Gewerbeförderung sowie insbesondere die Querschnittsthemen Evaluation, Wirkungsbeobachtung und -erhebung, Organisationsentwicklung und die damit einhergehende Steigerung von Handlungs- und Managementkompetenzen.

Detaillierte Informationen hierzu finden sich auf der Webseite www.fakt-consult.de.

Hinweis an die Redaktion:

Darstellungen vom Lebensweg einzelner Bewohner aus Merhabete im Zusammenhang mit der Projektarbeit von Menschen für Menschen senden wir Ihnen gerne zu.

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Verein Menschen für Menschen
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