Frauen in Teilzeit: Fataler Trend setzt sich fort

ÖGB-Anderl: Wirtschaft muss mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten

Wien (OTS) - Während die Zahl der erwerbstätigen Männer in Teilzeit unverändert bleibt, werden immer mehr Frauen in Teilzeit gedrängt. "Im Handel sind vor allem Frauen beschäftigt, und genau in dieser Branche wurde ein deutliches Plus der Teilzeitarbeitsplätze auf Kosten der Vollzeit verzeichnet (Teilzeit: +25.100, Vollzeit:
-25.500). Das verdeutlicht einmal mehr die fatale Situation der Frauen am Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft muss mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten", sagt ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl anlässlich der heute veröffentlichen Zahlen der Statistik Austria.

"In den vergangenen Monaten wurde immer öfter über die Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters diskutiert. Vorschläge und Bemühungen, die Hürden für Frauen besonders in Verbindung mit einer Vollzeitbeschäftigung und regelmäßiger Berufstätigkeit zu beseitigen, hört man im Gegensatz fast kaum. Solange diese Probleme und Ungerechtigkeiten nicht gelöst sind, ist jede Forderung nach einer Anhebung des Frauenantrittsalters für uns indiskutabel und wird es mit uns nicht geben", sagt Anderl.

Frauen müssen geeignete Rahmenbedingungen vorfinden, um einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und Beruf und Privatleben vereinbaren zu können. Um möglichst vielen Frauen eine Vollzeitbeschäftigung zu ermöglichen, fordern die ÖGB-Frauen seit Jahren ganztägige und leistbare Kinderbildungseinrichtungen. "Der Ausbau von Kindergärten und Ganztagsschulen wäre ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit von Männern und Frauen und die beste Möglichkeit, um Frauen ein Einkommen zu sichern, von dem sie auch leben können", so Anderl und fügt hinzu, dass Teilzeitarbeit nicht nur Karrieren verhindert, sondern auch zu niedrigen Pensionen und zu Altersarmut führt.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Kommunikation
Amela Muratovic
0664/886 286 52
01/534 44-39262

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002