VIENNA BIENNALE 2015: IDEAS FOR CHANGE

Premiere der weltweit ersten Mehrspartenbiennale – Summary der Projekte

Wien (OTS) - Die VIENNA BIENNALE, die weltweit erste Mehrspartenbiennale mit Beiträgen aus Kunst, Design und Architektur, wird heute, 11. Juni 2015, erstmals eröffnet. Mit geballter Kreativität verschreibt sich die heute im Rahmen einer großangelegten Pressekonferenz mit Josef Ostermayer, Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien, präsentierte VIENNA BIENNALE zu ihrer Premiere dem Motto "IDEAS FOR CHANGE" und eröffnet neue, interdisziplinär verortete Wege für einen positiven Wandel unserer Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Digitalen Moderne will die VIENNA BIENNALE 2015: IDEAS FOR CHANGE mit einer Reihe von Ausstellungen, Performances, Workshops und Vorträgen inspirieren, die Welt lebenswerter und zukunftsfähiger zu gestalten.

Die Digitalisierung mit ihren enormen Auswirkungen auf unseren Alltag, unser Bildungswesen und unsere Arbeitswelt sowie die Überbeanspruchung unseres Planeten sind der Nährboden für die Suche nach einer nachhaltigen, lebenswerten Zukunft. Diese Forderung nach einem Turnaround verlangt einen radikalen Einstellungswandel der Menschen. Mechanismen, um ihn voranzutreiben, liefert die Digitale Moderne selbst. Die digitale Revolution muss "umfunktioniert" und stärker für sinnstiftendes Leben und einen sorgsamen Umgang mit unserem Planeten eingesetzt werden.

"Die Impulse für einen positiven Wandel müssen maßgeblich aus der Kreativität kommen. Die VIENNA BIENNALE wagt das Experiment, die sogenannten "niederen" angewandten Künste Design und Architektur und die "hohe" bildende Kunst zusammenzuführen und aufzuzeigen, welche kreative Energie ein gleichwertiges, einander inspirierendes Zusammenspiel der Kreativsparten entfaltet", so Christoph Thun-Hohenstein, Direktor, MAK, sowie Initiator und Leiter der VIENNA BIENNALE.

Neue konzeptionelle Wege beschreitet die VIENNA BIENNALE auch durch das Zusammenwirken mehrerer Kultureinrichtungen: Initiiert vom MAK wird die VIENNA BIENNALE in Partnerschaft mit der Universität für angewandte Kunst Wien, der Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien sowie der Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure, und mit Unterstützung des AIT Austrian Institute of Technology als außeruniversitärem Forschungspartner organisiert. An mehreren Ausstellungsorten und mit Projekten im öffentlichen Raum sprengt sie Genregrenzen und entfaltet eine starke Präsenz in der Stadt.

Als externe KuratorInnen der VIENNA BIENNALE konnten Pedro Gadanho (Kurator für zeitgenössische Architektur am Museum of Modern Art, New York), Harald Gruendl (Co-Partner, EOOS; Institutsvorstand, IDRV -Institute of Design Research Vienna), Maria Lind (Direktorin, Tensta Konsthall, Stockholm) und Peter Weibel (Vorstand, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, emer. o. Univ.-Prof., Universität für angewandte Kunst Wien) gewonnen werden. Seitens der Biennale-Partner-institutionen wirken Gerald Bast (Rektor, Universität für angewandte Kunst Wien), Dietmar Steiner (Direktor, Architekturzentrum Wien), Thomas Geisler (Kustode MAK-Sammlung Design), Bärbel Vischer (Kustodin MAK-Sammlung Gegenwartskunst) und Marlies Wirth (Kuratorin, MAK) als KuratorInnen mit.

Ausgangspunkt und verbindendes Thema der Projekte der VIENNA BIENNALE sind die Potenziale und Probleme von Städten, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus untersucht werden.

Architektur und Design befassen sich mit sechs Megacitys auf fünf Kontinenten - Hongkong, Istanbul, Lagos, Mumbai, New York und Rio de Janeiro -, Kunst mit Bukarest als spannendem Beispiel einer Stadt hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang, Design und Architektur mit der wiederholt zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürten österreichischen Metropole Wien, Kunst mit den Möglichkeiten einer sich vor allem im urbanen Kontext herausbildenden neuartigen Aufklärung sowie mit der Bedeutung des urbanen öffentlichen Raums. Die VIENNA BIENNALE fordert die Sparten zur Weiterentwicklung heraus, indem sie ein direktes Aufeinandertreffen von Kunst-, Design- und Architekturprojekten rund um das Thema Stadt und urbane Zukunft ermöglicht.

Ein interdisziplinäres, vom Vienna Biennale Circle-Kernteam erarbeitetes Ausstellungsmanifest zur Zukunft menschlicher Arbeit und eine diese Thematik aufgreifende Kunstausstellung runden die Biennale ab. Der Vienna Biennale Circle (VBC), eine flexible Plattform bedeutender in Wien lebender Persönlichkeiten verschiedener Sparten unter dem Vorsitz von Christoph Thun-Hohenstein, begleitete die gesamte Genese der Biennale und forcierte ihren interdisziplinären Charakter. Dem Kernteam gehören neben den LeiterInnen der Biennale-Partnerinstitutionen Erwin K. Bauer (Geschäftsführer, buero bauer), Angelika Fitz (Kuratorin und Kulturtheoretikerin), Gabriela Gantenbein (Kuratorin und Kulturmanagerin), Elke Krasny (Kuratorin, Professorin für Kunst und Bildung, Akademie der bildenden Künste Wien), Margit Noll (AIT Austrian Institute of Technology), Doris Rothauer (Geschäftsführerin, Büro für Transfer) und Inge Scholz-Strasser (Autorin) an.

Die PROJEKTE der VIENNA BIENNALE 2015 im Überblick:

Das "Performing Public Art Festival" (Ein Festival im öffentlichen Raum - organisiert von der Universität für angewandte Kunst Wien; Kuratoren: Peter Weibel, Gerald Bast) zeigt Beispiele für die Bandbreite der neuen öffentlichen Kunst mit neun Acts nationaler wie internationaler KünstlerInnen bzw. Gruppen. Ergänzend dazu bereitet eine Ausstellung im Angewandte Innovation Laboratory die kurze Geschichte der performativen Public Art auf und präsentiert dokumentarisch die beteiligten KünstlerInnen mit ihren Beiträgen. KünstlerInnen: Erdem Gündüz, Barbara Holub & Paul Rajakovics, Shinseungback Kimyonghun, Johan Lorbeer, Barbis Ruder, Amy Spiers und Catherine Ryan, Wermke/Leinkauf, Wiener Beschwerdechor, Artur Żmijewski.

"Mapping Bucharest: Art, Memory, and Revolution 1916-2016" (Eine Ausstellung des MAK; KuratorInnen: Peter Weibel, Bärbel Vischer) widmet sich der Kunstszene Bukarests und Rumäniens und sucht vor der Folie avantgardistischer Strömungen nach dem Potenzial eines kulturellen Raums, der sich durch Europa zieht. Ausgehend von der rumänischen Avantgarde verdichtet sich das Wissen um zeitgenössische Kunst (Art), Erinnerung (Memory) und die Metapher Revolution. Als Teil der Ausstellung werden die prämierten Beiträge des Ideenwettbewerbs Create Your Bucharest gezeigt. Mapping Bucharest und Create Your Bucharest wurden vom MAK mit wesentlicher finanzieller Unterstützung von OMV und OMV Petrom realisiert.
KünstlerInnen: Ovidiu Anton, Ion Bârlădeanu, Horia Bernea, Alexandra Bircken, Ion Bitzan, Mihuț Boșcu Kafchin, Geta Brătescu, André Cadere, Mircea Cantor, Marieta Chirulescu, Ana Ciceala & Mircea Nicolae, Andreea Ciobîcă, Belu-Simion Făinaru, Harun Farocki & Andrei Ujică, Constantin Flondor (Gründungsmitglied von Sigma 1), Adrian Ghenie, Eileen Gray & Jean Badovici, Ion Grigorescu, Marcel Janco, Adolf Loos, Ciprian Mureşan, Dan Mihaltianu (Gründungsmitglied von subREAL), Ion Lucian Murnu, Paul Neagu, Joachim Nica, Mircea Nicolae, Dan Perjovschi, Eugenia Pop, Raluca Popa, Ştefan Sava, Daniel Spoerri, Iulia Toma, Andrei Ujică.

"2051: Smart Life in the City" (Organisiert von MAK und Wirtschaftsagentur Wien, Kreativzentrum departure; Kuratoren: Harald Gruendl, Thomas Geisler) wirft einen Blick in eine mögliche, alternative Zukunft des Stadtalltags. Als Antithese zu teils negativen Utopien für die urbane Entwicklung untersucht das Ausstellungsprojekt die Rolle von Design als Werkzeug für einen positiven Wandel. Zehn Teams erarbeiteten Ideen für den städtischen Alltag der Zukunft, die erprobt werden können. Als "Demonstratoren" in den Wiener Stadtraum eingebunden, sollen sie dazu anregen, Teil des Veränderungsprozesses und einer kollektiven Stadtgestaltung zu werden. Eine gemeinsam mit dem Digital Content Partner T-Mobile entwickelte Ideas for Change-App tritt mit den BesucherInnen in Interaktion: Mit der App (kostenloser Download unter www.ideas-for-change.net/get-app) sollen "Changemaker" in Wien nominiert und gemeinsam mit der Crowd die besten Projekte ausgesucht werden.
Die Changemaker von 2051: AllesWirdGut Architektur, future.lab, TU Wien, ID2 die Angewandte, Klaus Kada, Daniela Krautsack/Cities Next & Gerald Straub, Julia Landsiedl/jeplus, Hannes Langeder, Van Bo Le-Mentzel, Jakob Listabarth & Crowd, Thomas Schneider/NANK - Neue Arbeit Neue Kultur, ORANGE 94.0, Projekt Bank für Gemeinwohl, Samstag, SUBOTRON, Team der Milliardenstadt, Wiener Familienbund.

"Uneven Growth: Tactical Urbanisms for Expanding Megacities" (Eine Ausstellung realisiert vom MoMA in Zusammenarbeit mit dem MAK; Kurator: Pedro Gadanho) treibt die internationale Auseinandersetzung mit dem Wachstum globaler Metropolen voran. Im Jahr 2030 wird es gigantische acht Milliarden Menschen auf der Welt geben. Zwei Drittel davon werden in Städten leben. Uneven Growth bringt sechs interdisziplinäre ExpertInnen-Teams zusammen, um neue architektonische Möglichkeiten für sechs globale Metropolen zu testen.
Die interdisziplinären Teams: MAP Office und Network Architecture Lab (Hongkong), Superpool und Atelier d’Architecture Autogérée (Istanbul), NLÉ und Zoohaus/Inteligencias Colectivas (Lagos), URBZ und Ensamble Studio/ MIT-POPlab (Mumbai), SITU Studio und CohStra (New York), RUA Arquitetos und MAS Urban Design, ETH Zürich (Rio de Janeiro).

Warum tauchen Züge der alten Aufklärung heute wieder auf und werden in Kunst, Aktivismus und Theorie neu überdacht? Im Rahmen des Projekts "Future Light" (Kuratorin: Maria Lind) kristallisierten sich drei Denk- und Handlungsstränge in radikal veränderten Formen heraus:
nicht-durchdringendes Licht, die Neuinterpretation des Individuums durch die Politik des Queerfeminismus mit seinem polymorphen Begehren sowie die Neubewertung der Öffentlichkeit als bzw. durch "Commons" oder "Commoning". Jeder dieser Schwerpunkte nimmt in einem anderen Setting Gestalt an, begleitet von einem E-Reader sowie dem Mini-Symposium "Politics of Shine".

Das MAK zeigt als einen Teil von Future Light die Gruppenausstellung "Escaping Transparency". KünstlerInnen: Pablo Accinelli, Doug Ashford, Claire Barclay, Rana Begum, Elena Damiani, Shezad Dawood, Annika Eriksson, Matias Faldbakken, Monir Shahroudy Farmanfarmaian, Ane Hjort Guttu, Tom Holert, Philippe Parreno, Amalia Pica, Yelena Popova, Walid Raad, Bik Van der Pol, Haegue Yang.
Einen weiteren Handlungsstrang bilden die "Off-site Commissions". KünstlerInnen: Ayreen Anastas und Rene Gabri, Marysia Lewandowska, STEALTH.unlimited und Stefan Gruber.

Die Kunsthalle Wien zeigt mit der Ausstellung "Pauline Boudry / Renate Lorenz. LOVING, REPEATING" den dritten Teil von Future Light -eine raumgreifende Videoinstallation: Auf drei großformatigen Screens zeigen sie ihre in den vergangenen Jahren entstandenen Filme Opaque (2014), To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013) und Toxic (2012). Gerahmt von Vorhängen und skulpturalen Requisiten, entsteht ein filmischer Parcours, der neuen Formen von Subjektivität und Begehren eine Bühne bietet. Die aktuellen Arbeiten könnten als "performative Archäologie" beschrieben werden, die historisch verdrängten Indentitätsbildungsprozessen nachspürt.
Künstlerinnen: Pauline Boudry / Renate Lorenz.

Im Rahmen des Projekts "aspern INTERNATIONAL. Ideas for Change:
ein internationaler Blick" (Eine Kooperation des Architekturzentrum Wien mit Wien 3420 Aspern Development AG; Kurator: Dietmar Steiner) wurden sieben europäische Architekturbüros eingeladen, Ideen für ein Grundstück in aspern Die Seestadt Wiens zu entwickeln. Eine Neuinterpretation von Wiener Traditionen soll alternative Herangehensweisen an die Architektur der Stadt ermöglichen. Die Wettbewerbsbeiträge werden bereits vor der Jurysitzung im Az W präsentiert und diskutiert.
Teilnehmende Architekturbüros: Atelier Kempe Thill Architects and Planners, Bevk Perović Arhitekti, Cino Zucchi Architetti, Helen & Hard, Hild und K Architekten, Lacaton & Vassal Architectes, von Ballmoos Krucker Architekten.

Das Ausstellungsmanifest "Die Kunst zu arbeiten. Handeln in der Digitalen Moderne" des Vienna Biennale Circle im MAK präsentiert Leitbilder und Handlungsanleitungen für die Zukunft menschlicher Arbeit im digitalen Zeitalter und versteht sich als Auftakt für eine umfassende, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Zukunft der Arbeit im Spiegel der Digitalen Moderne - auch nach der VIENNA BIENNALE 2015.

Im Zusammenhang mit dem Manifest kuratiert Marlies Wirth die Ausstellung "24/7: the human condition", die ein breites Spektrum künstlerischer Positionen im Kontext der erweiterten Wiener Kunstszene inkludiert. Zwischen Sehnsucht und Leistungsdruck, Identifikation und Widerstand, Anerkennung und Erschöpfung schreiben sich die Spuren des Menschlichen in die unaufhaltbare Maschinerie des Informationszeitalters ein.
KünstlerInnen: Ben Thorp Brown, Verena Dengler, Carola Dertnig, Harm van den Dorpel, Andreas Duscha, Andreas Fogarasi, Franz Graf, Kathi Hofer, Peter Jellitsch, Lazar Lyutakov, Mahony, Christian Mayer, Ulrich Nausner, Danica Phelps, Lili Reynaud-Dewar, Valentin Ruhry, Seth Weiner, Anna Witt.

Ausführliche Texte zu allen Biennale-Ausstellungen sowie Biografien der KuratorInnen stehen im Pressebereich der VIENNA BIENNALE-Homepage www.viennabiennale.org und unter MAK.at/presse zum Download bereit.

Das Rahmenprogramm zur VIENNA BIENNALE wird auf www.viennabiennale.org laufend aktualisiert.

ERÖFFNUNG:
Die VIENNA BIENNALE 2015 wird heute 11. Juni 2015, abends für das Publikum eröffnet.

Timetable Eröffnung:

18:00-24:00 Uhr Zugang zu allen VIENNA BIENNALE-Ausstellungsorten

18:30 Uhr VIENNA BIENNALE Eröffnungsreden im MAK

20:00 Uhr Eröffnung an der Universität für angewandte Kunst Wien (Angewandte Innovation Laboratory, Franz-Josefs-Kai 3, 1010 Wien)

21:00 Uhr Eröffnung im Az W - Architekturzentrum Wien

21:30 Uhr Eröffnung in der Kunsthalle Wien

ÖFFNUNGSZEITEN und EINTRITT:
Informationen unter www.viennabiennale.org/informationen

Key Sponsors:
OMV und OMV Petrom

Premium Sponsor:
voestalpine

Digital Content Partner:
T-Mobile

Program Sponsor:
Wien Holding GmbH

Sponsor:
Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG)

Funding:
Geschäftsgruppe für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung
MA 50, Referat Wohnbauforschung und internationale Beziehungen

Media Partner:
KURIER

Mobility Partner:
ÖBB

Rückfragen & Kontakt:

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