65. Städtetag: Paneldiskussion Kultur als Grundversorgung

Paneldiskussion des „Netzwerk Gemeinwohl“ zur Frage Kultur als Daseinsvorsorge u.a. mit Stadtrat Mailath-Pokorny

Wien (OTS/rk) - "Städte sind das Herz ihrer Region: sie sind Zentren des Fortschritts, ein Vorbild für Daseinsvorsorge und wirtschaftliche Ballungsräume, die von Zuwachs und Austausch leben. Wien gehört zu jenen wenigen Metropolen in Westeuropa, die sich eines Wachstums und Zuzugs erfreuen. Kultur, die für alle - unabhängig von Alter, Herkunft oder Möglichkeiten zugänglich ist - trägt viel zur Teilhabe, Lebensqualität und zum Lebensgefühl Wiens bei. Die hier gebotene Vielfalt vom kostenlosen Open-Air-Festival bis hin zum Symphoniker-Konzert ist in dieser Qualität und Dichte nur möglich, weil es ein Bekenntnis der Stadt zu einer öffentlicher Förderung gibt", so Wiens Stadtrat für Wissenschaft und Kultur Andreas Mailath-Pokorny bei der Paneldiskussion "Kultur als Daseinsvorsorge" beim 65. Österreichischen Städtetag 2015 in Wien.

Kulturelle Angebote sind in Österreich, Deutschland und europaweit elementarer Teil der Daseinsvorsorge. Anbieter sind Träger im sozialen, kulturellen, kommunalen und medialen Bereich. Diese Angebote ermöglichen breiten Zugang zu sowie Teilhabe am kulturellen Leben. Angebote sind so vielfältig wie ihre Träger. Kommunen betreiben und unterhalten Theater, Opern, Konzertsäle und kommunale Kinos, investieren in die kulturelle Bildung, etwa über Musik- und Volkshochschulen. Kulturelle Inhalte, Kulturproduktion und ihre Darbietung sind Teil der Jugend-, Familien- und Altenarbeit von Sozialverbänden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist Kulturproduzent und -vermittler - in seinen vielfältigen Programmangeboten in Fernsehen, Radio und Internet, aber etwa auch mittels der Produktionen und Aufführungen seiner Klangkörper, über seine Investitionen in die Kultur- und Kreativwirtschaft usw. Gleichermaßen sind Kultur, kulturelle Prozesse und Angebote Ausdruck kulturell vielfältiger Gesellschaften. Sie sind somit auch elementarer Teil der Integrationsarbeit in der Einwanderungsgesellschaft. Sie ermöglichen gesellschaftliche Kohäsion und Teilhabe.

Kultur als Wirtschaftsfaktor

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein wichtiger, zumal wachsender Teil der Volkswirtschaft. Kultur sichert und schafft Ausbildungs- und Arbeitsplätze und generiert Wirtschaftswachstum über den Kernbereich hinaus, etwa im Handwerk, im Gastronomie- und Hotelgewerbe, in den Medien, im Tourismus etc.

Öffentliche Dienste und ihre bedarfsgerechte Finanzierung sind Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft. Auch wenn dies weithin grundsätzliche Unterstützung in breiten Teilen der Gesellschaft erfährt, findet dennoch eine lebhafte und kontroverse öffentliche Debatte darüber statt, wie weit öffentliche Dienste, auch in der Kultur, gehen, was sie kosten sollen, wieviel finanziert werden soll und angesichts angespannter Kassenlagen finanziert werden kann.

Was also ist der Anteil der Kultur am Gemeinwohl und welche kulturelle Daseinsvorsorge soll es geben - in Deutschland, in Österreich und in der EU? Beim Panel zu ‚Kultur und Daseinsvorsorge‘ diskutierten nach einer Einleitung von Eva-Maria Michel, stellvertretende Intendantin des Westdeutschen Rundfunks und Uwe Zimmermann, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes unter der Moderation von Klaus Unterberger (ORF) Gabriele Eschig, Generalsekretärin, österreichische UNESCO-Kommission, Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Markus Töns, Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Marc Grandmontagne, Geschäftsführer der Deutschen Kulturpolitischen Gesellschaft und Gerhard Timm, Geschäftsführer, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.
Das Fazit fasste zuletzt Sonja Witte, Leiterin Grundsatz und Europa, Verband kommunaler Unternehmen e.V., zusammen.

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