Korosec zum Volksanwaltschaftsbericht: Mehr Personal für Pflegeheime. Mehr Fachpersonal für Behandlung von psychischen Erkrankungen nötig!

Ab dem frühen Abend sediert im Pflegebett? Damit muss Schluss sein!

Wien (OTS) - 10. Juni 2015 - Zum heute im zuständigen Nationalratsausschuss vorgelegten und diskutierten Bericht der Volksanwaltschaft hält LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, fest:

"Wir danken der Volksanwaltschaft für ihre qualitätsvolle Arbeit. Es ist wichtig und für alle politisch Verantwortlichen sehr hilfreich, dass hier sachlich und unaufgeregt auf tatsächlich bestehende Probleme von Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen hingewiesen wird. Der Befund, dass viele Heimbewohner ab dem frühen Abend sediert zur Bettruhe gebracht werden, ist erschreckend und erfordert dringende Maßnahmen: Zum einen muss der Pflegeschlüssel bundesweit verbessert werden. Für den gesamten 24-Stunden-Tag ist mehr Personal vorzusehen. Zudem braucht es deutlich mehr Fachpersonal, dass auf die Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisiert ist. Die Erstverordnung von Psychopharmaka sollte zudem in allen Altersgruppen künftig ausschließlich durch entsprechend geschulte Fachärzte erfolgen dürfen. Auch für die gesundheitsgefährdende Mehrfach- und Übermedikation braucht es endlich Lösungen - dies gilt auch außerhalb von Pflegeeinrichtungen!"

Korosec weiter: "Wir haben zwar ein Nationales Gütesiegel für Pflegeheime - darin müssen aber weitere Punkte aufgenommen werden. Insbesondere der Pflegeschlüssel und die Flexiblisierung und Personalisierung des persönlichen Tagesablaufes müssen darin sichergestellt werden. Der Nationale Aktionsplan gegen Demenz muss möglichst rasch erstellt werden und muss Bestimmungen zur Erstverordnung von und zum Umgang mit Psychopharmaka enthalten. Schließlich muss in der Strukturreform der Pflegesachleistungen, die schon seit 2012 überfällig ist und die nun bis Mitte 2016 im Rahmen des Finanzausgleichs neu geregelt werden, ebenfalls eine Verbesserung des Personalschlüssels erreicht werden! Die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen haben sich unseren besonderen Schutz verdient - es ist Zeit zu handeln!"

Jährliche Anpassung des Pflegegeldes nötig!

Korosec abschließend zu einer weiteren Forderung der Volksanwaltschaft: "Der Seniorenbund fordert seit Einführung des Pflegegeldes 1994, dass wie damals vereinbart eine jährliche Anpassung des Pflegegeldes an die gestiegenen Kosten vorgenommen wird. Wir sind froh über die Erhöhung von zwei Prozent per 1. Jänner 2016, verlangen allerdings in der Folge eine automatische jährliche Anpassung! Nur so bleibt die Wahlfreiheit der Pflegebedürftigen erhalten, nur so bleibt Pflege - auch im stationären Bereich -finanzierbar. Hebt man nämlich das Pflegegeld nicht weiter an, so ist dies auch zum Nachteil von Betreibern der stationären Pflegeeinrichtungen und somit zum Nachteil von Ländern und Gemeinden. Auch das ist im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen endlich zu klären!"

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