Weidenholzer/Freund: Mehr Präventionsarbeit gegen den IS-Terrorismus

SPÖ-Europaabgeordnete wollen EU-weites Vorgehen gegen "Foreign Fighters"

Wien (OTS/SK) - Die beiden SPÖ-Europaabgeordneten Josef Weidenholzer und Eugen Freund haben heute im Europäischen Parlament in Brüssel eine Expertenveranstaltung zu Deradikalisierung und IS-Terrorismus organisiert. "Wesentlich sind vor allem mehr finanzielle Mittel für eine bessere Präventionsarbeit, um junge Menschen in Europa nicht in die Fänge von IS geraten zu lassen. Es gibt entsprechende Angebote, doch wir als europäischer Gesetzgeber müssen dafür sorgen, dass es zu einem flächendeckenden Angebot solcher NGOs kommt. Das ist eine der wesentlichen Säulen im Kampf gegen den Terrorismus", sagt Josef Weidenholzer, Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten Justiz und Inneres. Eugen Freund, Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, erklärt: "IS-Terrorgruppen arbeiten wie Sekten und sehr niederschwellig via Facebook und andere soziale Netzwerke, um Teenager in Europa für den Terror anzuwerben. Wir müssen uns viel stärker als bisher dafür engagieren, Deradikalisierungsprogramme duchzuführen. Vorbeugende Arbeit ist hier besser und auch billiger, als zuzuwarten." ****

Als Redner der Veranstaltung gaben zwei Experten aus Österreich und Deutschland einen profunden Überblick über ihre Arbeit in der Deradikalisierung in Schulen, Gefängnissen, Universitäten und Workshops. Extremismus-Experte Moussa Al-Hassan Diaw vom österreichischen Netzwerk für sozialen Zusammenhalt DERAD sagte: "Die Anwerbung des IS in Europa funktioniert nach ähnlichen Mechanismen wie Sektenarbeit oder Links- wie Rechtsextremismus. Vor allem das Gefühl junger Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden und die Suche nach Akzeptanz, Freundschaft und Anerkennung bieten für Terroristenanwerber eine entsprechende Anknüpfungsmöglichkeit mit Teenagern in der EU." Sein Kollege Elhakam Sukhni von der deutschen Beratungsstelle für Prävention und Deradikalisierung WEGWEISER machte darauf aufmerksam, dass die größte Gefahr von fanatischen Einzeltätern ausgehe: "Facebook ist eine wichtige Einstiegsplattform, daneben gibt es noch andere soziale Netzwerke sowie einschlägige Magazine. Ein Großteil der vom IS angeworbenen Foreign Fighters hat in der Kindheit kaum religiöse Erfahrung gesammelt, oft mit areligösen Eltern. Der IS setzt dann mit einer politischen Ideologie des Islam an und betreibt eine Feindbildkonstruktion, die sich sowohl gegen Nichtmuslime als auch andere Muslime richtet." (Schluss) mo

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