- 02.06.2015, 11:14:07
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Mailath: Absage an Schlussstrich
Kulturstadtrat präsentiert Restitutionsbericht der Stadt Wien
Utl.: Kulturstadtrat präsentiert Restitutionsbericht der Stadt Wien =
Wien (OTS) - "Wien ist in der Provenienzforschung und
Kunstrestitution weiterhin sehr aktiv tätig. In den vergangenen
Jahren wurden Tausende Objekte gescreent und an die rechtmäßigen
Besitzer zurückerstattet. Restitution ist eine Frage des Anstandes
und ein wichtiger Beitrag zum sorgsamen Umgang mit unserer
Vergangenheit. Die Stadt Wien hat ihre Restitutionsbestimmungen
zuletzt auch auf den Zeitraum von 1933 bis 1945 sowie örtlich auf
Gebiete außerhalb des heutigen Österreich ausgeweitet. Ich bin strikt
dagegen, einen Schlussstrich unter die Restitutionsdebatte zu ziehen,
wie dies leider immer wieder zu hören ist. Solange noch
Kunstgegenstände auftauchen, die vor oder während der NS-Zeit geraubt
wurden, ist es ebenso unsere moralische wie rechtliche Verpflichtung,
diesen Raub aufzuklären und die Kunstgegenstände den rechtmäßigen
Eigentümern zurückzugeben. Wir haben zu früh die Decke des Schweigens
darüber gebettet, als dass wir uns jetzt durch Verjährung diesem
Unrecht wieder entziehen könnten", so Wiens Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny zum Wiener Restitutionsbericht.
Der dreizehnte und vierzehnte Bericht des amtsführenden Stadtrates
für Kultur und Wissenschaft über erfolgte Übereignungen von Kunst-
und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien,
der Wienbibliothek im Rathaus sowie dem Jüdischen Museum der Stadt
Wien werden heute, Dienstag, dem zuständigen Gemeinderatsausschuss
für Kultur und Wissenschaft zur Kenntnis und Abstimmung vorgelegt.
Eine positive Bilanz
Aus dem Wien Museum wurden bislang 4.400 Objekte aus 48 Sammlungen
bzw. Sammlungsteilen an die ursprünglichen Eigentümer respektive
deren Rechtsnachfolger ausgefolgt.
Die Museen der Stadt Wien haben insgesamt seit 1999 rund 24.300
fragliche Erwerbungen systematisch auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft.
Aus der Wienbibliothek wurden bislang 2855 Objekte ausgefolgt, davon
wurde aber ein Großteil von der Bibliothek wieder angekauft,
respektive der Bibliothek von den Rechtsnachfolgern gewidmet.
In der Wienbibliothek wurden seit 1999 insgesamt rund 50.000
Druckschriften der Erwerbsjahre 1943 bis 1946 hinsichtlich ihrer
Vorbesitzervermerke überprüft.
Aus dem Jüdischen Museum wurden im Berichtszeitraum insgesamt 13
Objekte an die ursprünglichen Eigentümer respektive deren
Rechtsnachfolger restituiert.
Insgesamt wurden damit 7268 Objekte restituiert.
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