Studienvertretungen verurteilen Mitterlehners Pläne: Zugangsbeschränkungen sind keine Lösung

Wien (OTS) - Die geplante Bildungsreform der Bundesregierung lässt die österreichischen Hochschulen schwarz sehen. Anstatt mit den Hochschulen sinnvolle und nachhaltige Lösungen für die Bildungsmisere zu erarbeiten, sollen weitere Studien beschränkt werden. Offensichtlich soll diese Symptombekämpfung letzten Endes zu flächendeckenden Zugangsbeschränkungen führen und den freien Hochschulzugang in Österreich sowie die Interdisziplinarität endgültig abschaffen.

Die letzte Woche von Wissenschaftsminister Mitterlehner veröffentlichten Pläne zum Ausbau der Zugangsbeschränkungen an den Universitäten sind keine Lösung der aktuellen Probleme in der österreichischen Hochschulpolitik.
Schon 2013 warnte die ÖH vor künstlichen Verdrängungseffekten durch Zugangsbeschränkungen in einzelnen Fachbereichen. Bereits jetzt sind Auswirkungen auf die Anzahl der StudienanfängerInnen ersichtlich. Besonders signifikante Zuwächse sind in der Studienrichtung Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur, sowie dem gemeinsamen Bachelorstudum Chemie der Technische Universität Graz und der Universität Graz beobachtbar.

"Es erinnert schon an kafkaeske Zustände, wenn in der Vergangenheit durchgeführte Medienkampagnen wie 'MINT - Studieren was Zukunft schafft' des Wissenschaftsministeriums und 'Chemie ist In' des Fachverbandes der chemischen Industrie Österreichs aktiv eine Steigerung der Anzahl an AbsolventInnen anstreben und im gleichen Zug die Bundesregierung andenkt, eben in solche Studienfeldern Zugangsbeschränkungen einzuführen." kritisiert Patrik Buchhaus, Mandatar der Studienvertretung Chemie Graz und Teil des Vorsitzteams der HTU Graz.

Die Evaluierung der Zugangsbeschränkungen stellt eine erhebliche Verminderung der sozialen und geschlechterspezifischen Durchmischung fest. Dies wird besonders deutlich im Studium der Humanmedizin sichtbar. Dennoch wird weiter an diesem Irrweg festgehalten.

"Sollten Universitäten in Zukunft stärker beschränkt werden, so müssen sich die österreichischen Bürgerinnen und Bürger auf ein bundesweit sozial selektives Bildungssystem einstellen und zukünftig wachsende Einkommensklüfte als alltäglich hinnehmen." warnt Denise Schaffer, Vorsitzende der Studienvertretung Technische Chemie an der Technische Universität Wien.

Die Vertretungen der betroffenen Universitäten werfen der Bundesregierung vor, das eigentliche Problem zu verdrängen und die Umsetzung des bereits 2008 gefassten Nationalratsbeschlusses zur Ausfinanzierung der Universitäten bis heute hinauszuzögern. Nach diesem Beschluss sollen bis 2015 2% des BIPs in die Hochschulfinanzierung fließen. Ohne diese Mittel wird es den Universitäten unmöglich gemacht, weiterhin einen qualitativ hochwertigen Lehr- und Forschungsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Daher rufen die beteiligten HochschülerInnenschaften am 9. Juni zu einem österreichweiten Aktionstag gegen Zugangsbeschränkungen auf.

Diese Stellungnahme wird unterstützt von:

Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der Universität für Bodenkultur Wien
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der Universität Graz Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der Medizinischen Universität Wien
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der Universität Klagenfurt/Celovec
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der Technischen Universität Graz
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der Technischen Universität Wien
Interessensgemeinschaft Chemie der Universität Wien
Roter Vektor Basisgruppe Physik der Universität Wien Studienvertretung Biologie der Universität Wien

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