Wohlmuth: Mehr Arbeitsplätze für ältere Menschen - auch Wirtschaft muss Verantwortung tragen

Bonus-Malus-System, Pensionsmonitoring, Teilpension rasch umsetzen

Wien (OTS) - "Die Beschäftigungsquote Älterer ist mit einem Plus von 53.0000 Personen zwar deutlich angestiegen, noch deutlicher steigt aber leider die Arbeitslosigkeit. Mit einer Arbeitslosenquote von 16,8 Prozent gehören Personen über 50 Jahre auch in Mai wieder zu den am stärksten betroffenen Gruppen! Besonders dramatisch ist, dass 44 Prozent davon bereits seit über einem Jahr erfolglos nach einem Arbeitsplatz suchen", erklärt Andreas Wohlmuth, Generalsekretär des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ). "Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat in den letzten Jahren umfangreiche Beschäftigungsmaßnahmen wie z.B. das Beschäftigungsprogramm 50+ umgesetzt und verstärkt diese noch weiter. In den Jahren 2016 und 2017 soll nun die Obergrenze für Arbeitsmarktmaßnahmen zusätzlich bis zu 250 Millionen Euro angehoben werden! Aber wenn wir unser Ziel, das faktische Pensionsantrittsalter deutlich zu erhöhen, erreichen wollen, muss die Wirtschaft ihrer Verantwortung auch nachkommen!", so Wohlmuth. Der Pensionistenverband Österreichs fordert daher ein Schwerpunkt-Programm für ältere Arbeitnehmer. ****

"Wir müssen dieser absurden ‚zu alt, zu teuer‘-Mentalität in den Personalbüros einen Riegel vorschieben! Die dafür nötigen Maßnahmen wären bereits auf Schiene, sie scheitern aber am Widerstand der Wirtschaft! Es ist fünf vor 12! Also her mit dem Bonus-Malus-System, das Firmen belohnt, die Ältere beschäftigen und jene einen Malus zahlen lässt, die das schändlicherweise nicht! Her mit der Teilpension, die auch der Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters dient! Her mit dem Pensionsmonitoring, das detailgenau Alter, Branche, Region etc. erfasst und dadurch noch punktgenauere Arbeitsmarkt-Initiativen ermöglicht! Her mit der verpflichtenden betrieblichen Gesundheitsvorsorge, die einen längeren Verbleib im Erwerbsleben ermöglicht! Die Wirtschaft darf sich nicht länger dieser notwendigen Maßnahmen versperren", stellt Wohlmuth klar.

Pensionistenverband fordert: Schluss mit altersdiskriminierender Auftragsvergabe

"Das derzeitige Vergaberecht mit seiner gängigen Ausschreibepraxis nach dem ‚Billigstbieter-Prinzip‘ benachteiligt Firmen, die ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen oder Lehrlinge ausbilden. Außerdem werden die Folgekosten nicht bedacht. Durch die höhere Arbeitslosenquote und den Frühpensionsaufwand kommt der ‚Billigstbieter‘ dem Staat dadurch ganz schön teuer!", kritisiert Wohlmuth. Der Pensionistenverband Österreichs fordert daher, dass sichergestellt werden muss, dass Firmen, die ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, Ältere und Lehrlinge beschäftigen, als "Best-Bieter" zum Zug kommen! "Verkehrsminister Alois Stöger hat hier bereits gehandelt und einen Katalog mit Qualitätskriterien für die Vergabe von Aufträgen an Verkehrsunternehmen vorgelegt! Jetzt sind andere Branchen gefordert diesem Beispiel zu folgen!" (Schluss)

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Pensionistenverband Österreichs
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
Tel.: 01/313 72 31
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