Widerruf

Klarstellung des VGT

Wien (OTS) - Widerruf

Die VETERINÄRMEDIZINISCHE UNIVERSITÄT WIEN begehrt eine Klarstellung vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN, die wie folgt ausgesprochen wird: Die Behauptung, an der Veterinärmedizinischen Universität Wien sei im Rahmen eines Tierversuches 24 Hühnern schweres Leid zugefügt worden und ein Tierexperimentator der VetMed Wien mache tierquälerische Versuche wird widerrufen.

In einem Tierversuch in Österreich im Jahr 2014 wurde 24 Hühnern schweres Leid zugefügt, um Methoden zu entwickeln, ihre Eiproduktionsleistung zu erhöhen. Dieser Tierversuch wurde vom VGT zur Anzeige gebracht, d.h. die Staatsanwaltschaft wurde aufgefordert, den unbekannten Experimentator sowie den für die Genehmigung zuständigen Beamten im Wissenschaftsministerium auszuforschen und strafrechtlich zu verfolgen. Das deshalb, weil das Gesetz Tierversuche für unzulässig erklärt, wenn es Alternativen gibt (hier:
geringerer Eikonsum) und wenn der Nutzen den Schaden nicht überwiegt (hier: die Effizienzsteigerung der Nutztierindustrie ist kein schweres Tierleid wert).

Der Veterinärmedizinischen Universität ist es nun ein Anliegen, festzustellen, dass dieser Versuch nicht von ihr durchgeführt wurde. Bemerkenswert daran ist, dass die VetUni sich auf diese Weise von diesem und ähnlichen Tierversuchen distanziert. Es wäre wesentlich konstruktiver, würde die VetUni diese Haltung öffentlich machen und betonen, dass sie solche Tierversuche ablehnt und ein Verbot wünscht. Stattdessen droht sie mit kostenintensiven Klagen. Tierversuche werden ständig mit ihrer Notwendigkeit zur Heilung menschlicher Krankheiten gerechtfertigt, aber die Mehrheit aller Tierversuche haben menschliche Krankheiten überhaupt nicht zum Thema! Gute 10% der Tierversuche in Österreich im Jahr 2014 dienten der Effizienzsteigerung der Nutztierindustrie, weitere fast 50% als Grundlagenforschung der Neugier der WissenschaftlerInnen, insbesondere in der Gentechnik aber auch der Verhaltensforschung, und viele weitere veterinärmedizinischen Anwendungen.

Der VGT fordert die VetUni Wien auf, öffentlich klarzustellen, welche Tierversuche sie für verwerflich hält und welche für gerechtfertigt. Die VetUni Wien sollte deutlich machen, welche Tierversuche sie selbst durchführt und welchen Zwecken diese dienen, und ob irgendeiner dieser Tierversuche die Gesundheit von Menschen zum Ziel hat. Der VGT hat ja mittlerweile weitere Tierversuche an 150 Puten und 100 Hühnern angezeigt, die mit der Schwarzkopfkrankheit infiziert worden waren, die für Menschen völlig ungefährlich ist und für die bereits effektive Medikamente existieren. Der VGT fordert die VetUni auf, öffentlich festzustellen, ob diese zweifellos tierquälerischen Tierversuche von ihr durchgeführt worden sind oder nicht. Es ist unredlich, sich hinter der Anonymität der Tierversuchspraxis, die in Österreich wie ein Staatsgeheimnis behandelt wird, zu verstecken und auf diese Weise die Öffentlichkeit im Dunkeln zu lassen. Und es ist demokratiepolitisch äußerst problematisch, mit derartigen Klagen zu drohen, anstatt auf diese berechtigten Anliegen mit rationalen Argumenten und völliger Transparenz einzugehen.

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
01/929 14 98-0
medien@vgt.at
http://vgt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VGT0001