ÖH Uni Wien ad Mitterlehner: Beschränkungen an Universitäten zeigt Beschränktheit im Denken

Knock-Out-Prüfungen und Beschränkungen schrecken Studierende ab und sind keine Alternative zu einem ausfinanzierten Hochschulsektor und einer echten Orientierungsphase

Wien (OTS) - Für die ÖH Uni Wien steht fest: Eine bessere Planbarkeit und eine bessere Steuerbarkeit an Universitäten können nicht durch Zugangsbeschränkungen und dadurch auf Kosten der Studierenden passieren. "Für uns ist ganz klar, wir brauchen eine Ausfinanzierung der Hochschulen", betont das Vorsitzteam der ÖH an der Universität Wien. "Der Wissenschaftsminister scheint nicht im Stande dazu zu sein, Studierenden den benötigten Platz an Hochschulen zu gewährleisten. Das ist ein klares Versagen seitens der Regierung", kritisiert Stephanie Marx vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien den Vorschlag Mitterlehners, weitere Studien zu beschränken.

"Zugangsbeschränkungen dienen vor allem auch der Abschreckung", erklärt Camila Garfias vom Vorsitzteam. Sie fordert eine echte Orientierungsphase für Studierende, die den Raum bietet, sich im Studium zurecht zu finden. Wie die Studie des Instituts für höhere Studien (IHS) zu den Auswirkungen der neuen Zugangsbeschränkungen zeigt, ist die Zahl der begonnen Studien bei beschränkten Fächern stark zurück gegangen. "Es kann nicht das Ziel der Regierung sein, die Universität immer mehr von der Gesellschaft abzuschotten", kritisiert Karin Stanger vom Vorsitzteam. Für das Studienfach Chemie sowie für die bereits beschränkten Studienfelder Architektur, Biologie, Informatik, Wirtschaft und Pharmazie gilt, dass die Eignung zum Studium nicht durch einen Test festgestellt werden kann. Sollte es für die Studienanfänger_innen zu wenig Platz geben, so ist der Auftrag klar: Die Zahl der Professuren und des universitären Personals muss erhöht und die Räumlichkeiten müssen vergrößert werden.

Gerade für Jus gibt es bessere Lösungen als Knock-Out Prüfungen, wie die Johannes-Kepler-Universität in Linz vorzeigt. Hier wurden Kapazitätsprobleme mit technischen Mitteln gelöst. Online-Streaming von Vorlesungen ist nichts Neues mehr und funktioniert in Verbindung mit den Online-Plattformen auch unkompliziert. Das Diplomstudium Rechtswissenschaften wird an der JKU als komplettes "Multimedia-Studium" angeboten. Die Zahl der Studierenden hat sich innerhalb kürzester Zeit verdoppelt, dennoch gibt es keine überfüllten Hörsäle. Ein großer Teil der Mutlimedia-Studierenden an der Uni Linz stammt aus Wien. Auch das zeigt, dass es für die Uni Wien großes Potential in diesem Bereich gibt. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln ist es gelungen, die Kapazitäten der Uni Linz sinnvoll zu entlasten, ohne Studierende willkürlich "hinauszuprüfen". Somit wurde auch für berufstätige Studierende ein flexibles Angebot geschaffen. "In Wien haben sich auch die betroffenen Dekane bei den Rechtswissenschaften in der Vergangenheit wiederholt gegen Beschränkungen ausgesprochen. Das macht Mitterlehners Pläne umso fragwürdiger", so das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Zudem fordert die ÖH Uni Wien eine Berufs- und Studienorientierung schon vor dem Schulabschluss, die es Schüler_innen ermöglicht, die Vielfalt der angebotenen Studien kennenzulernen. "Bildungspolitik hat sich an den Schüler_innen und Student_innen zu orientieren, nicht an der Wirtschaft. Nicht zuletzt deshalb ist es auch absolut verkehrt Wissenschaft und Wirtschaft in ein Ministerium zu stecken! Die Regierung ist aufgefordert sich auf die Seite der Studierenden zu stellen und sich für den freien und offenen Hochschulzugang zu entscheiden. Der Staat muss endlich Verantwortung übernehmen und 2 % des BIP in den Hochschulbereich fließen lassen," so das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien abschließend.

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