Uni-Zugang – Kuntzl gegen reflexartiges Einführen neuer Zugangsbeschränkungen

Regierungsprogramm: Studierendenzahl soll nicht verringert werden – Evaluierungszeitraum zu kurz – Studien zeigen: Verschlechterung bei sozialer Durchmischung

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl hat heute, Donnerstag, auf die jüngste Forderung von ÖVP-Wissenschaftsminister Mitterlehner nach einer Ausweitung der Zugangsbeschränkungen zurückhaltend reagiert. "Für einen wettbewerbsfähigen Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort brauchen wir mehr und nicht weniger hochqualifizierte Menschen. Ich bin daher gegen ein reflexartiges Einführen neuer Zugangsbeschränkungen, zumal diese Forderung auch auf einem viel zu kurzen Evaluierungszeitraum von nur zwei Jahren beruht. Außerdem zeigen Zahlen der Studierendensozialerhebung, der Statistik Austria, aber auch eine detaillierte Langzeitstudie der Arbeiterkammer Wien, dass Zugangsbeschränkungen entgegen der Äußerungen Mitterlehners sehr wohl zu einer Verschlechterung in Sachen soziale Durchmischung führen", sagte Kuntzl gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Besonders deutlich zeigten sich die negativen Auswirkungen von Zugangsbeschränkungen am Beispiel Medizin. "Dort hat sich der Anteil an Studierenden aus AkademikerInnenfamilien deutlich erhöht und ist von rund 40 Prozent vor der Zugangsbeschränkung auf über 50 Prozent gestiegen." Zudem sei der Frauenanteil drastisch gesunken. "Stellten vor dem EMS-Test die Studentinnen noch zwei Drittel am Gesamtstudierendenanteil, waren es nach Einführung des Aufnahmetest nur mehr ein Drittel", gab Kuntzl zu bedenken.

Für die SPÖ-Wissenschaftssprecherin ist auch klar, dass ein Evaluierungszeitraum von nur zwei Jahren zu kurz sei, um die Auswirkungen von Zugangsbeschränkungen adäquat zu beurteilen. "Die Auswirkungen müssen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Ziel muss jedenfalls eine bessere soziale Durchmischung an unseren Universitäten sein", sagte Kuntzl, die auch auf das Regierungsprogramm verwies, wo festgeschrieben ist, dass die Zahl der Studierenden nicht verringert werden soll. (Schluss) mb/ve

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0006