VSStÖ: Klares Nein zu Zugangsbeschränkungen

Echte Orientierungsphase statt Hochschulen für Eliten

Wien (OTS) - Die heute präsentierte Evaluierung der aktuellen Zugangsbeschränkungen und der Studieneingangs- und Orientierungsphase des IHS zeigt, dass viele Bewerber_innen erst gar nicht an den Aufnahmetests teilgenommen haben. Hier ist scheinbar "die Prüfungsandrohung" schon stark genug gewesen. "Dass sich viele erst gar nicht zu den Tests angemeldet haben, zeigt deutlich wie groß die Hürden sind um überhaupt auf die Universitäten zu kommen. Nur festzustellen, dass viele Bewerber_innen zu den Aufnahmeverfahren nicht auftauchen, ist eine sehr verkürzte Analyse", zeigt sich Lucia Grabetz, Sozialsprecherin des Verband Sozialistischer Student_innen verärgert.

"Motivationsschreiben anzufertigen und Aufnahmetests zu bewältigen, wird für Menschen aus einem akademischen Umfeld immer einfacher sein als für Abeiter_innenkinder", so Grabetz weiter. Dass die soziale Zusammensetzung im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt in etwa gleich geblieben ist, liegt daran, dass die Evaluierungsphase schlichtweg zu kurz ist und zudem in den meisten Fächern de facto keine Tests stattfanden. Dort wo Tests durchgeführt wurden (Medizin, Psychologie, Publizistik, Veterinärmedizin), ist die soziale Durchmischung auf einem neuen Tiefstand. "Über die Hälfte der Studierenden an den Medizin Universitäten kommen aus Akademiker_innenfamilien, während nur etwa 5% der Studierenden aus Haushalten kommen, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss haben." Die Zahlen zeigen also schwarz auf weiß, dass Zugangsbeschränkungen Kindern aus nichtakademischen Haushalten von den Hochschulen fern halten. "Deswegen appellieren wir auch an die SPÖ bei Zugangsbeschränkungen nicht umzufallen, sondern sich für einen Ausbau der Orientierung stark zu machen", so Grabetz.

"Dass wir bessere Regelungen für den Zugang zum Studium brauchen, ist klar. Dieses Ziel erreichen wir aber nicht durch Zugangsbeschränkungen und Knock-Out Prüfungen. Wissenschaftliches Arbeiten soll an der Hochschule erlernt werden und keine Voraussetzung für einen Studienbeginn sein. Wir Student_innen fordern die Möglichkeit auf eine echte Orientierungsphase zu Beginn des Studiums", so Grabetz und verweist auf das Modell des VSStÖ.

Wissenschaftsminister Mitterlehner muss endlich einsehen, dass die Unterfinanzierung der Hochschulen nicht dadurch gelöst werden kann, Menschen vom Studieren abzuhalten. "Es kann nicht sein, dass Milliarden für Bankenrettungen ausgegeben werden aber im Bildungs-und Sozialbereich gespart wird. Wir fordern endlich ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum freien und offenen Hochschulzugang", so Grabetz abschließend.

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