Gewerkschaft vida fordert Bundesgesetz für Sicherheitsdienstleistungen

vida-Winkler: Vorfälle am Flughafen Wien zeigen, wohin Auslagerungen und Billigstbieterprinzip führen können!

Wien (OTS) - "Im privaten Sicherheitsgewerbe gibt es weder eine einheitliche Berufsausbildung noch eine Ausbildungsverpflichtung oder Qualitätsstandards", kritisiert der Vorsitzende der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, Gottfried Winkler: "Wir fordern ein Bundesgesetz für Sicherheitsdienstleistungen - wie wichtig das wäre, zeigen nicht zuletzt die Vorfälle am Flughafen Wien. Sowohl Ausbildung und Qualitätssicherung als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen gesetzlich geregelt werden!"

"Seit Jahren werden immer mehr Aufgaben in den privaten Sicherheitsbereich verschoben, jedoch ohne rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Beschäftigten agieren daher meist in einem Graubereich", kritisiert Winkler. "Sie werden überall eingesetzt, ob auf Flughäfen, in Museen, in Diskotheken, bei Großveranstaltungen, bei Geldtransporten oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir brauchen eine einheitliche Regelung, welche Qualifikationen für welche Aufgaben vorhanden sein müssen. vida bemüht sich seit Jahren um ein Sicherheitsdienstleistungsgesetz sowohl zum Schutz der Beschäftigten als auch derer, die sie beschützen sollen."

Schluss mit Auslagerungen und Billigstbieterprinzip!

Auch Ursula Woditschka, Sekretärin des Fachbereichs Gebäudemanagement in der vida, betont, dass die Aufgaben der Beschäftigten hohe Professionalität erfordern: "Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte und das ist nur über entsprechende Schulung und natürlich auch entsprechende Entlohnung zu erreichen. Auslagerung hat jedoch immer nur das Ziel, dass Dienstleistungen billiger werden, dabei wird auf die Qualität vollkommen vergessen."
Gespart werde auf dem Rücken der Beschäftigten, sowohl bei ihren Einkommen als auch bei den Arbeitsbedingungen und ihrer Aus- und Weiterbildung. Sicherheitsfachkräfte sind im gesetzlichen Sinne ungelernt, betont Woditschka: "Das bringt zahlreiche, teils gefährliche Nachteile mit sich. Gesetzlicher Standard ist derzeit nichts, nicht einmal Grundkenntnisse in erster Hilfe oder Brandschutz, gar nicht zu reden von Schulungen wie man beispielsweise mit Themen wie Korruption umgehen kann."

"Wir müssen auch in dieser Branche endlich die Umkehr vom Billigst-zu einem Bestbieterprinzip schaffen", bekräftigt vida-Vorsitzender Gottfried Winkler. Mit einer klaren gesetzlichen Regelung, welche Aufgaben zu welchen Bedingungen an private Sicherheitsdienste ausgelagert werden dürfen, und mit einheitlichen Ausbildungs- und Qualitätsvorschriften hätten auch Lohn- und Sozialdumping in diesem Bereich ein Ende. "Eine Standardisierung bedeutet mehr Vergleichbarkeit im Wettbewerb, schwarze Schafe würden sich in einem Markt mit klaren Regeln auf hohem Niveau sehr schwer tun", so Winkler abschließend.

Die Gewerkschaft vida fordert die Arbeitgeberseite zu Sozialpartnerverhandlungen über ein Sicherheitsdienstleistungsgesetz auf, entsprechende Einladungen sind ergangen. Gefordert ist außerdem rasches Handeln im zuständigen Ministerium für Inneres.

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