Thermische Gebäudesanierung: Handlungsbedarf ist unbestritten – Hürden am Weg zur Sanierung beseitigen

WKÖ-Bundesinnungsmeister: Verstärkte Anstrengung bei intelligenter Gebäudesanierung – Vorschlag eines Registers für Bleirohre wenig sinnvoll

Wien (OTS) - In einer Reaktion auf die gestrige Ankündigung von Anträgen der Neos im Umweltausschuss zeigt sich der Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, Ing. Michael Mattes, prinzipiell überzeugt, dass in der Gebäudesanierung noch viel Energiesparpotenzial steckt. "Bei 600.000 Altanlagen in Österreich haben wir eindeutig Handlungsbedarf. Allerdings sind die Anlagenbetreiber durch die derzeitige Situation verunsichert. Der Förderdschungel, die bürokratischen Hürden und die derzeit verzerrten Energiepreise ersticken jedoch den Willen zum Sanieren im Keim."

Mattes weist darauf hin, dass auch die technologischen Möglichkeiten bei der Anlagenerneuerung ausgeschöpft werden müssten. "Es macht wenig Sinn, Gebäude luftdicht einzupacken, dabei aber die Heizungstechnik nicht an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Intelligente Regelung und Anlagenoptimierung sind in Wahrheit die besten Energie- und Kosteneinsparpotentiale. Fakt ist:
Energieeffizienz ist nicht von der Energieform abhängig. Die derzeitigen Diskussionen und Förderungen verunsichern jedoch die Sanierungswilligen. Dabei müssten hier alle Hebel angesetzt werden, schließlich profitiert nicht nur das verarbeitende Gewerbe, sondern der gesamte High-Tech-Standort Österreich".

Idee eines Registers in der Praxis nicht realisierbar - Ball liegt bei Behörden

Wenig ausgereift findet Mattes die Idee, den Installateuren die Führung eines Registers mit Daten über Bleirohre in Wasserleitungsnetzen aufzubürden: "Erstens gibt es solche Daten nicht, zweitens ist es rechtlich und logistisch praktisch undurchführbar, solche Informationen zu sammeln und so zu verwalten und zugänglich zu machen, dass eine vernünftige Aussage möglich ist. In der Praxis gibt es zudem nicht nur einen einzigen Hausinstallateur, der über alle Anlagen in einem Haus Bescheid weiß. Gerade in Mietshäusern sind - dem freien Wettbewerb sei Dank - immer wieder unterschiedliche Handwerker tätig, keiner hat die Möglichkeit zu wissen, was der Vorgänger eingebaut oder ausgewechselt hat".

Mattes sieht hier den Ball bei den Behörden. "Für die Einhaltung der Trinkwasserqualität sind die Behörden zuständig. Sollte hier Handlungsbedarf bestehen, muss sowohl die rechtliche Grundlage geschaffen, aber auch die notwendige Finanzierung gesichert werden. Es kann jedenfalls nicht sein, dass Handwerker gratis Behördenaufgaben übernehmen sollen". (PWK384/PM)

Rückfragen & Kontakt:

Bundesinnung Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker
DI Christian Atzmüller
Telefon: +43 1 505 69 50 121
atzmueller@bigr2.at
Internet: http://wko.at/installateure

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003