Leitl: Neustart bei Standortpolitik nötig – Unternehmen motivieren statt frustrieren

Rückfall Österreichs bei IMD-Ranking bestätigt Handlungsbedarf – private Betriebe bei Wettbewerbsfähigkeit jedoch deutlich besser als Gesamtstaat

Wien (OTS) - Das neueste "World Competitiveness Scoreboard" des Schweizerischen "Institute for Management Development" (IMD) bestätigt, dass sich Österreich puncto Wettbewerbsfähigkeit auf dem absteigenden Ast befindet: Nachdem sich Österreich 2014 von Rang 23 auf 22 leicht verbessern konnte, schnitt es heuer mit Rang 26 im Vergleich von 61 Ländern wieder schlechter ab. "Österreich hat in der langfristigen Entwicklung - mit Ausnahme des Vorjahres - an Boden verloren", konstatiert Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Ein Befund, der sich mit der jüngsten Wachstumsprognose der EU deckt, in der wir vom langjährigen Wachstumsvorreiter zum Wachstumsnachzügler geworden sind. Das soll aber nicht ein Grund für Pessimismus sein, sondern ein Ansporn, wieder besser zu werden." Leitl weiter: "Positiv fällt auf, dass die private Wirtschaft bei ‚Produktivität und Effizienz‘ mit Platz 14 deutlich besser abschneidet als der Gesamtstaat." Beim Indikator KMU-Effizienz liegt Österreich sogar auf dem überaus respektablen vierten Platz.

Leitl: "Daher ist zunächst ein Dankeschön an die vielen fähigen und innovativen Betriebe in unserem Land fällig. Sie haben sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen nicht entmutigen lassen. Ihren Leistungen ist es zu verdanken, dass wir nicht noch schlechter abgeschnitten haben."

Zudem müsse das jüngste IMD-Ranking von der Politik als Auftrag verstanden werden, nachhaltige Reformen in Gang zu setzen. Leitl:
"Wie viele Weckrufe braucht man noch, um zu erkennen, dass es so nicht weitergehen kann? Die Betriebe brauchen Motivation, nicht Frustration. Daher heißt es jetzt die Ärmel aufkrempeln und dringend Maßnahmen umsetzen, damit der Wachstumsmotor anspringt und Österreich wieder zu einem ‚Be there‘-Standort wird." Erste wichtige Reformschritte seien eingeleitet worden - Stichwort Alternativfinanzierungsgesetz. Es müsse aber "noch viel mehr geschehen".

Das IMD skizziert einige strukturpolitische Themenfelder, in denen Handlungsbedarf besteht. "Viele dieser Punkte decken sich mit Empfehlungen internationaler Organisationen wie der EU-Kommission, der OECD, aber auch mit den Forderungen der Wirtschaftskammer Österreich", stellt Leitl fest. Es geht etwa um die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Sektors, den Bereich öffentliche Finanzen, die hohe Steuerbelastung oder das frühe Pensionsantrittsalter.

"Was es jetzt braucht, sind Motivation und Ermutigung - insbesondere durch Signale und Maßnahmen, die das Vertrauen, die Planbarkeit und die Leistungsbereitschaft und damit das Wirtschaftswachstum wieder erhöhen", so der WKÖ-Präsident abschließend. (PWK383/SR)

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