Wiener AKH: 94,7 Prozent der Ärzte im Bedarfsfall streikbereit

Umfragebeteiligung lag bei 56,25 Prozent - Ärztekammer sieht „deutliches Signal“

Wien (OTS) - Als "deutliches Signal" in Richtung Spitalsbetreiber wertet Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres das Ergebnis hinsichtlich möglicher Streikmaßnahmen im Wiener AKH, sollten die zwischen dem Rektorat, der Stadt Wien, der Ärztekammer, der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, den KA-AZG-Vertretern und dem Betriebsrat ausverhandelten Vereinbarungen nicht entsprechend umgesetzt werden. Mit 94,7 Prozent hat sich demnach eine satte Mehrheit für Streikmaßnahmen an Österreichs größtem Spital ausgesprochen. ****

Insgesamt waren 1911 Ärztinnen und Ärzte am Wiener AKH aufgerufen, ihre Meinung hinsichtlich potenzieller Kampfmaßnahmen kundzutun. Organisiert wurde die zwischen dem 22. und 27. Mai 2015 stattgefundene Befragung von der Ärztekammer. Sie fand unter notarieller Aufsicht statt.

Von den 1075 abgegebenen Stimmen (Beteiligung: 56,25 Prozent) stimmten 1018 für einen Streik (94,7 Prozent), lediglich 57 Kolleginnen und Kollegen erklärten, sich gegebenenfalls nicht an einem Streik beteiligen zu wollen, 16 Stimmen waren ungültig.

Damit wurde - wenn auch nur knapp - die vom Betriebsrat geforderte "absolute 50-Prozent-Marke" erreicht, also ein Mehrheitsvotum gemessen an der Gesamtzahl aller AKH-Ärzte (einschließlich jener Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht an der Umfrage beteiligt haben). Der Betriebsrat hat bereits vor der Abstimmung erklärt, das Ergebnis nur dann als bindend anzusehen, wenn diese Marke erreicht wird.

Szekeres will keinen direkten Vergleich zu den in den Gemeindespitälern beschäftigten Ärztinnen und Ärzten ziehen, merkt aber doch an: "Der Zeitpunkt ist erreicht, wo die Kollegenschaft nicht widerspruchslos alles hinnimmt, was in Richtung Verschlechterung ihres Berufsumfelds geht." Der Spitalsbetreiber hätte die Aufgabe, für entsprechend attraktive Rahmenbedingungen zu sorgen. Dazu gehörte eine angemessene Bezahlung genauso wie entsprechende Karrieremodelle sowie Zeit für Forschung, Lehre und Ausbildung.

Für die Ärztinnen und Ärzte in den Häusern des Wiener Krankenanstaltenverbunds steht eine Einigung noch aus. (hpp)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer Wien
Dr. Hans-Peter Petutschnig
(++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
hpp@aekwien.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0002