Jank/Gahr: Zu viele Schulversuche mit zu langer Dauer – Handlungsbedarf nach RH-Bericht

ÖVP-Bildungssprecherin: Schulversuche halbieren, Autonomie ausbauen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Der Rechnungshofbericht muss uns zu denken geben: Zu viele Schulversuche mit zu langer Dauer", sagte ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Brigitte Jank heute, Donnerstag, anlässlich der Sitzung des Rechnungshofausschusses. Im Schuljahr 2012/13 fanden 5.367 Schulversuche an insgesamt 2.900 Schulstandorten statt - und damit an rund der Hälfte aller Schulen. "Ich halte es für erschreckend, wenn wir derart viele Krücken brauchen, um den laufend erforderlichen Anpassungen im Schulbereich gerecht zu werden", sagte Jank. Das System substituiere fehlende Autonomie durch bürokratische Schulversuche.

Daher spricht sich Jank in einem ersten Schritt für eine Halbierung der Schulversuche bis Herbst 2016 aus - durch die Übernahme ins Regelschulwesen und durch mehr Autonomie für die Schulen. "Die Zentralbürokratie mit zahlreichen teuren Genehmigungsschritten darf nicht einem Mehr an Freiheit in der Unterrichtsgestaltung entgegenstehen", ergänzt ÖVP-Rechnungshofsprecher Gahr. Der Rechnungshofbericht zeige zudem auf, dass Prozesse zur Überführung von Schulversuchen in das Regelschulwesen auf Basis klarer politischer Entscheidungen fehlen.

"Im Sinne einer gelebten Schulautonomie brauchen unsere Schulen Flexibilität, um auf sozioökonomische und sprachliche Unterschiede reagieren zu können. Wir müssen Schritt für Schritt zu einer autonomen Schule kommen: Der Bund gibt die Bildungsziele und Inhalte vor und überprüft anhand einheitlicher Standards mit Bericht an das Parlament. Schulen wird Verantwortung in pädagogischen, organisatorischen, aber auch in personellen und finanziellen Angelegenheiten übertragen", so Jank.

"Die Gesellschaft erwartet sich von der Schule, dass Jugendliche zum Denken in unterschiedlichen und vor allem auch in neuen Lösungsansätzen befähigt werden. Nur wenn es gelingt, im Schulsystem alte Pfade zu verlassen, wird es möglich sein, die Herausforderungen einer vernetzten Welt mit einem globalen Wirtschaftssystem -Stichwort Industrie 4.0 - zu bewältigen", ist Jank überzeugt. Bildung brauche engagierte Lehrer und ein Schulsystem, das den Lehrern und Schulleitern vertraue. "Das bedeutet auch, Entscheidungen zu ermöglichen, sie zu begleiten und mitzutragen und nicht alles bis ins kleinste Detail überwachen und kontrollieren zu wollen", schloss Jank.
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