ARBÖ: Umweltaspekte bleiben auf der Strecke

Neuregelung des Sachbezugs greift viel zu kurz

Wien (OTS) - Ab 1. Jänner 2016 wird der Sachbezug bei Dienstautos, die auch privat genutzt werden, von derzeit 1,5 Prozent auf zwei Prozent der Anschaffungskosten (oder maximal 960 Euro pro Monat) angehoben. Die Regierung erwartet sich davon zwischen 50 und 75 Millionen Euro Mehreinnahmen. Die erhöhte Steuer gilt für alle Pkw ab 120 Gramm pro Kilometer CO2-Ausstoß, die bis 2016 zugelassen werden. Die Ausstoß-Grenze soll sukzessive jährlich um weitere vier Gramm sinken.

Während die Regierung von einem "Ökologisierungsanreiz" spricht, wehrt sich der ARBÖ vehement gegen die Neuregelung. Zwar sollen Elektroautos laut Entwurf auf fünf Jahre befristet steuerfrei bleiben und für Pkw mit Elektromotoren der Vorsteuerabzug geöffnet werden, doch greift diese Regelung zu kurz. "Auch wenn von Ökologisierung die Rede ist, bleibt der Umweltaspekt einmal mehr auf der Strecke", sagt Mag. Gerald Kumnig, ARBÖ-Generalsekretär: "Hybrid- oder Erdgas-Fahrzeuge kommen zum Beispiel überhaupt nicht vor, umweltschonende Antriebstechnologien bleiben außen vor. Sie müssten auch unter die Sachbezugsbefreiung fallen und vorsteuerabzugsfähig sein." Nur so könne ein Anreiz zum Umstieg geschaffen und umweltfreundliche Alternativen attraktiver werden. Kumnig: "Jeder Schritt zur Reduktion der CO2-Belastung ist zu begrüßen. "

Österreich sollte sich ein Beispiel an anderen europäischen Ländern nehmen, deren Fördermodelle weitaus zielführender sind.

Der ARBÖ kritisiert die Erhöhung des Sachbezugs nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus finanziellen Erwägungen. Schon jetzt sind die Autofahrer finanziell überdurchschnittlich belastet. Weitere Belastungen seien untragbar und verantwortungslos. Zur Erinnerung:
In den vergangenen zehn Jahren (2004 bis 2014) gab es für Kfz-Besitzer mit der (mehrmaligen) Anhebung der Mineralölsteuer, der (mehrmaligen) Nova-Verschärfung, der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie des Sachbezugs bei Dienstwagen bereits zehn gravierende Erhöhungen. Damit hätten die Autofahrer bereits mehr als genug zum Staatshaushalt beigetragen, so der ARBÖ. Nun sei es endlich an der Zeit, für Entlastungen zu sorgen.

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