Menschen für Menschen: Ein Lebenswerk mit Zukunft

Aktualität der Ansätze von Karlheinz Böhm Zukunftsperspektiven in Armutsregionen schaffen

Wien (OTS) - Zum ersten Todestag von Karlheinz Böhm († 29.05.2014), dem Gründer der Organisation Menschen für Menschen, unterstreicht diese die hohe Bedeutung nachhaltiger Entwicklung ganzer Regionen, um den Menschen Perspektiven in ihrer Heimat zu ermöglichen. Diese nachhaltige Entwicklung umfasst dabei alle Bereiche des täglichen Lebens, angefangen von Wasserversorgung über Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit, bis hin zu Einkommen schaffenden Maßnahmen. Es werden dabei keine Einzelprojekte durchgeführt, sondern gemeinsam mit der Bevölkerung ein umfassendes Programm für eine ganze Region geplant und umgesetzt. Jeder Lebensbereich übt Einfluss auf den anderen aus. So greifen Gesundheitsmaßnahmen nur nachhaltig, wenn sauberes Trinkwasser vorhanden ist und Mädchen können beispielsweise Bildungsangebote nur dann wahrnehmen, wenn es Brunnen in Dorfnähe gibt.

Aktualität der Ansätze von Karlheinz Böhm

Von Beginn an verfolgte Karlheinz Böhm die Idee nachhaltiger Entwicklung auf Augenhöhe, bei der die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen, um daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten. Dieser partizipative Ansatz, der heute auch in der entwicklungspolitischen Debatte propagiert wird, ist nach wie vor Leitmotiv von Menschen für Menschen. Die Einbeziehung der Menschen vor Ort ist ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg und schließt sämtliche Arbeitsebenen der Organisation mit ein. Die heute vieldiskutierte Vision, dass die Projektarbeit von den Menschen in den Nehmerländern umgesetzt werden soll, ist seit Anbeginn der Organisation Realität: Das Projektkoordinationsbüro hat seinen Sitz in Addis Abeba. Von den 725 Mitarbeitern in Äthiopien sind lediglich vier Nicht-Äthiopier. Der überwiegende Großteil der Mitarbeiter sind sogenannte Development Agents, Entwicklungsberater, und Sozialarbeiter, die direkt vor Ort mit der Bevölkerung in den Projektgebieten leben und dieser tagtäglich mit Rat und Tat bei der Umsetzung der Projekte zur Seite stehen.

Nachhaltigkeit erfordert Wissenstransfer

Ohne entsprechendes Know-how kann kein Projekt bestehen oder weiter geführt werden. Die Projekte von Menschen für Menschen werden daher gemeinsam mit der Bevölkerung und in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Behörden umgesetzt. Nach Abschluss werden sie unmittelbar in deren Verantwortung übergeben. Bei Bedarf kann auf die Unterstützung durch die Projektmitarbeiter zurückgegriffen werden. Wenn Jahre später ein Projektgebiet abgeschlossen wird, entwickelt sich dieses dann selbstständig weiter.

"Die Menschen haben wenig Möglichkeiten sich Wissen abseits traditioneller Methoden anzueignen", erläutert Rupert Weber, geschäftsführender Vorstand des Vereins Menschen für Menschen in Österreich, "deshalb gehört Wissenstransfer zu den zentralen Bestandteilen unserer Projektarbeit. Sei es durch Kurse im Landwirtschaftsbereich über Gemüseanbau und Erosionsbekämpfung, oder durch Aufklärung über Hygiene und Krankheitsvermeidung im Gesundheitsbereich - Schulungen bewirken eine nachhaltige Veränderung in der Bevölkerung."

Zukunftsperspektiven in Armutsregionen schaffen

"Wenn wir sehen, wie aus Armutsregionen nach einigen Jahren Gebiete werden in denen die Menschen ausreichend zu essen haben, und nicht mehr ihr Dorf, die Region, oder im schlimmsten Fall sogar das Land verlassen müssen, um woanders ein besseres Auskommen zu suchen, dann haben wir für die Menschen viel bewirkt," so Rupert Weber. Mit der nachhaltigen Entwicklung werden in ganzen Regionen Lebensgrundlagen geschaffen, die auch nach Ende der Projektlaufzeiten als Basis für ausreichend Nahrung und Einkommen dienen, damit Menschen in ihrer Heimat bleiben können.

Um diesbezüglich den Anforderungen in den Projektregionen noch besser gerecht zu werden, erfolgt künftig auch eine stärkere Ausrichtung auf Einkommen schaffende Maßnahmen in der Projektarbeit, die von wachsender Bedeutung für die Menschen in den Projektregionen sind. Zusätzlich zu bereits bestehenden Maßnahmen, wie Handwerkskursen oder der Vergabe von Mikrokrediten, werden auch Pilotprojekte wie die Einführung von Kooperativen umgesetzt, die zum Ziel haben über die Nahrungsmittelproduktion hinaus auch deren Weiterverarbeitung und Vermarktung zu forcieren.

Monitoring - Überprüfung der Arbeitsweisen

Im Bereich der Projektplanung, des Monitorings und der Erfolgskontrolle erfolgt derzeit eine präzise Planung und Berichterstattung der einzelnen Entwicklungsmaßnahmen.

Um die Auswirkungen der Arbeit auf die Lebensbedingungen der Menschen noch strukturierter zu erheben wurde ein wirkungsbezogenes Monitoring-System entwickelt, das messbar macht, welche Veränderung im Leben der Nutznießer durch eine Maßnahme bewirkt wird. Die Erkenntnisse daraus fließen wiederum in die Planung und Berichterstattung ein. Menschen für Menschen erwartet sich dadurch noch bessere Rückschlüsse auf das Zusammenspiel und die Wirkung der Entwicklungsmaßnahmen.

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