Ost-Ukraine: Medizinische und humanitäre Situation höchst prekär

GLOBAL 2000-Lokalaugenschein zeigt, internationale Hilfe und private Unterstützung absolut unerlässlich.

Wien/Kharkov (OTS) - Anlässlich der Ankunft des von GLOBAL 2000 organisierten Hilfstransports in Kharkov in der Ost-Ukraine, ist der Leiter des Hilfsprojekts Tschernobyl-Kinder, Dr. Christoph Otto, vor wenigen Tagen in die Region gereist, um den Transport persönlich in Empfang zu nehmen und sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Der Hilfstransport im Wert von 135.000 Euro enthält Kleidung, mehrere Paletten Hygieneartikel, Verbandsmaterial, sowie zehn von der Stadt Wien finanzierte Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen. Diese werden in Schulen, Spitälern und Kindergärten der Region installiert.

Dr. Christoph Otto ist erleichtert über die Ankunft des Transports, den er nun endlich - nach vielen bürokratische Hürden - empfangen konnte. Denn der Bedarf in der Region ist enorm, vor allem die medizinische Situation ist äußerst angespannt. Christoph Otto hat bereits mehrere medizinische Einrichtungen besucht, unter anderem die von GLOBAL 2000 unterstützte Leukämiestation des Kinderkrankenhauses von Kharkov. "Die Lage ist absolut prekär. War es schon vor dem Krieg in der Ostukraine mit den staatlichen Gesundheitsbudgets schlecht bestellt, so ist die Situation mittlerweile unerträglich geworden", schildert Christoph Otto die Lage. "So müssen nun z.B. für alle staatlich finanzierten Medikamenten-Einkäufe langwierige Bieterverfahren eingeleitet werden. Erst Monate nach diesen Ausschreibungen werden dann die Präparate an die Krankenhäuser verteilt. Das birgt die Gefahr, dass lebenswichtige Therapien abgebrochen werden müssen, ein Todesurteil für die schwer erkrankten kleinen Patienten."

Viele Spitäler sind überlastet, denn zusätzlich zu den regulären Patienten kommen Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten. Zum Beispiel waren in der Leukämie-Station des Kinderkrankenhauses in den letzten vier Monaten 400 Flüchtlingskinder in Behandlung. Derzeit sind rund die Hälfte der Kinder auf der Station Flüchtlingskinder. Ein angemessener finanzieller Ausgleich von öffentlicher Seite ist aber nicht zu erwarten. War es schon bisher üblich, dass die Eltern von schwer kranken Kindern einen guten Teil der Behandlungskosten ihrer Kinder selbst übernehmen mussten, so ist das angesichts des Griwna-Verfalls, der enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten - Strom und Gas sind z.B.bis zu sieben Mal teurer als im Vorjahr - und der fehlenden staatlichen Zuschüsse noch viel schwieriger geworden, die teuren Behandlungen von krebs- und leukämiekranken Kindern zu finanzieren. "Es ist unerlässlich, dass wir unsere Hilfe fortsetzen. Wir können nicht einfach zusehen, wie Kinder sterben und unschuldige Menschen vor lauter Not verzweifeln", appelliert Christoph Otto an die Hilfsbereitschaft der ÖsterreicherInnen.

GLOBAL 2000 setzt sich seit mehr als 30 Jahren für den Ausstieg aus der Atomkraft ein und hilft seit 20 Jahren den Opfern von Tschernobyl: kranken Kindern und Waisen. Im Rahmen dieses Hilfsprojekts unterstützt GLOBAL 2000 in der Ost-Ukraine Krankenhäuser, Waisenheime und Schulinternate mit Medikamenten und medizinischen Geräten, Hilfsgütern und Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen. Darüber hinaus organisiert GLOBAL 2000 alljährlich Erholungsaufenthalte in Österreich für rund 150 Kinder und ihre BetreuerInnen. Im Verlauf des Projekts hat GLOBAL 2000 bereits Hilfslieferungen im Wert von über 3,6 Millionen Euro in die Ukraine geschickt und Erholung in Österreich für mehr als 2.100 Kinder ermöglicht.

Anlässlich der prekären Situation bittet GLOBAL 2000 dringend um Spenden für Medikamente und Hilfsgüter für die Menschen in der Ost-Ukraine. Spendenkonto: Erste Bank, IBAN AT24 2011 1822 2084 4701, Kennwort "Tschernobyl-Kinder".

Aktuelle Pressebilder unter: www.flickr.com/photos/global2000

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000 Pressesprecherinnen: Mag. Lydia Matzka-Saboi & Mag. (FH) Karin Nakhai, 0699 142 000 26 & 0699 142 000 20, presse@global2000.at
Leiter des GLOBAL 2000 „Tschernobyl-Kinder“-Projektes (derzeit vor Ort in der Ukraine): Dr. Christoph Otto, 0699 142 000 24, christoph.otto@global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0001