Brunner an Niessl: sinnvolle Maßnahmen statt Prestigeprojekte

Studie zeigt Möglichkeiten, die Verkehrssituation im Burgenland zu verbessern - „Was ist die Mobilitätsvision von Landeshauptmann Niessl für das Burgenland?“

Wien (OTS) - "In den letzten Jahren hat sich das Burgenland in Sachen Mobilität nicht wirklich weiter entwickelt. Für die BurgenländerInnen klafft die Schere zwischen der Möglichkeit, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und der Abhängigkeit vom Auto immer weiter auseinander. Außer Ankündigungen hat es von Landeshauptmann Niessl keine Initiativen gegeben", kritisiert heute die Grüne Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner: "Das einzig konkrete waren die Einstellung der Bahnlinie Oberwart-Friedberg für den Personenverkehr, ein künstlich inszenierter Spatenstich für die S7 und die Schwarzbau-Umfahrung Schützen, die ohne entsprechende Rechtsgrundlage einfach durchgeboxt wurde - keine gute Bilanz!", so Brunner.

"Ich fordere von Niessl noch vor dem nächsten Sonntag Klartext zu sprechen, wie sich die Verkehrssituation im Burgenland für die Burgenländerinnen und Burgenländer entwickeln soll", richtet Brunner deutliche Worte an den SPÖ-Landeshauptmann.

Die burgenländische Nationalratsabgeordnete verweist auf eine kürzlich vom Verein "Pro Region Neusiedlersee" präsentierte Studie, die die Verfehlungen der Verkehrspolitik im Burgenland ziemlich deutlich aufzeigt - diese Studie zeigt aber auch einige Ideen und mögliche Maßnahmen, die gesetzt werden können um die Situation im Burgenland zu verbessern. "Ein wesentlicher Faktor ist die Raumplanung der Burgenlandes",so Brunner. "Durch Zersiedelung und Flächenvernichtung durch immer mehr Einkaufszentren auf der grünen Wiese auf Kosten der Ortskerne, erzeugt Niessl Verkehr - das ist zu vermeiden."

Dort wo es Bahnlinien gibt, sind Mikro-Öffi-Angebote wie z.B. der Gmoabus auszubauen und zu stärken, damit auch die Anbindung zum Öffi funktioniert und die BurgenländerInnen nicht erst wieder in ihr Auto einsteigen müssen. Laut Studie verfügt jeder dritte Haushalt im Burgenland über zwei oder mehr Autos. Vor allem Zweit- und Dritt-Autos werden für kurze Strecken genutzt, auf die - so es ein Öffi-Angebot gäbe - verzichtet werden könnte, so Brunner: "Das ist nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll, es ist auch absoluter Wahnsinn, dass sich Haushalte im Burgenland zwei bis drei Autos leisten müssen. Hier hat Niessl auch eine soziale Verantwortung!", betont die Grüne Abgeordnete.

Generell ist das Angebot an öffentlichem Verkehr im Burgenland leider unzureichend und muss massiv ausgebaut werden. Laut Studie braucht das Burgenland ein verlässliches und flexibles Mobilitätssystem aus einem dichten Öffi-Netz, Sammeltaxis, Dorfbussen, gute Bedingungen zum Radfahren und für Elektro-Mobilität, Carsharing-Möglichkeiten und eine konsequente Raumordnung. "Dem schließe ich mich an", so Brunner:
"Ich fordere von Niessl, sinnlose Großprojekte fallen zu lassen und statt dessen auf Maßnahmen zu setzen, die die alltägliche Situation der BurgenländerInnen tatsächlich verbessern. Großprojekte werden aus Prestigegründen gebaut und nicht wegen ihrer Sinnhaftigkeit. Die Prestigefrage hat sich aber verändert. Heute ist die Auto-Dichte einer Region nicht mehr Maßstab für ihren Wohlstand. Zählten früher Regionen mit hohem Mobilisierungsgrad eher zu den wohlhabenden, ist das heute umgekehrt, auch das zeigt die Studie auf. Vielleicht ist das ja ein Grund für Niessl seine Verkehrspolitik zu ändern und eine echte Mobilitätspolitik für die BurgenländerInnen zu machen."

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