Pensionskosten gemessen am BIP 2060 kaum höher als jetzt

AK mahnt zu Sachlichkeit: Daten im EU-Report geben eigentlich Entwarnung

Wien (OTS) - Der soeben erschienene EU-Ageing-Report zeigt schwarz auf weiß: Der BIP-Anteil der öffentlichen Pensionsausgaben wird im Jahr 2060 gerade mal um 0,5 Prozent-punkte höher liegen als heute! Und das obwohl den Berechnungen ein massiver Anstieg der Zahl der Über-65-Jährigen von über 80 Prozent zugrunde gelegt wird. Basis für die Vorausberechnungen ist das geltende Pensionsrecht, berücksichtigt wird nur die Wirkung bereits durchgeführter Reformen.

Völlig unverständlich ist, wie die EU-Kommission in Anbetracht der von ihr selbst veröffentlichten Kostenvorausberechnung behaupten kann: "Die bislang von Österreich eingeleiteten Reformen scheinen nicht auszureichen, um die langfristige Tragfähigkeit des Systems sicherzustellen". Geradezu abwegig erscheint angesichts der Ergebnisse des EU-Reports auch die Empfehlung der Europäischen Kommission, das Regelpensionsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung zu binden, um die öffentlichen Pensionsausgaben um zusätzliche 1,3 Prozent des BIP zu reduzieren. Soll damit zum Ausdruck gebracht werden, Österreich sollte für 2060 einen BIP-Anteil der öffentlichen Pensionsausgaben anpeilen, der deutlich unter dem heutigen Wert liegt? Und das, obwohl der Anteil der Älteren an der Bevölkerung bis dahin um mehr als 60 Prozent ansteigen wird?

Würde Österreich dieser (Un)Logik folgen, dann würden wir einen Gutteil der heute Jüngeren schnurstracks in die Altersarmut führen. Besonders dreist mutet es an, wenn derartige Vorschläge als "im Interesse der Jugend" präsentiert werden, obwohl es gerade die heute Jüngeren sind, die von einer langfristigen Kürzung des BIP-Anteils für Alterssicherung voll getroffen werden würden.

Vieles spricht dafür, dass hinter der Polemik gegen die vermeintliche Unfinanzierbarkeit des öffentlichen Systems das Ziel steht, einen immer größer werdenden Anteil der Alterssicherung vom öffentlichen System zu privaten Anbietern zu verlagern. Unerwähnt bleibt, dass das keine Kosteneinsparung sondern mit ziemlicher Sicherheit sogar erhebliche Mehrkosten bedeuten würde. Und auch die Risiken würden nicht sinken sondern steigen, wenn die künftigen Pensionen von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängig gemacht werden.

Die AK wird sich auch weiterhin mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass auch für die heute Jüngeren ein starkes öffentliches Alterssicherungssystem erhalten bleibt.

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