FPÖ-Jannach: Jagdlobby in der Politik ignoriert dramatische Zunahme der Wildschäden in Österreich

Wien (OTS) - "Vernichtend", so kommentiert der freiheitliche Agrarsprecher NR Harald Jannach den kürzlich auf Verlangen der FPÖ veröffentlichten Wildschadensbericht 2011-2013. "Nach Durchsicht der Berichte wird klar, dass das Landwirtschaftsministerium unter dem Druck der Jagdlobby scheinbar alles unternommen hat, um diesen Bericht geheim zu halten", so Jannach.

Der Wildeinfluss nimmt weiterhin stark zu, der Verjüngungszeitraum wird sich erheblich verlängern, Mischbaumarten werden ausfallen. Der Verlust von stabilisierenden Baumarten und Verjüngungsdefizite im Schutzwald sind dabei besonders problematisch.

An Fichten-Tannen-Buchenwäldern ist der Wildeinfluss an mehr als zwei Dritteln der Fläche in der höchsten Einstufung mit "Wildeinfluss stark" beurteilt. Bei Buchenwäldern liegt die Bewertung "Wildeinfluss stark" bei fast 58 (!) Prozent. Am stärksten betroffen sind die Eichenwälder. 84 (!) Prozent weisen einen "starken Wildeinfluss" auf.

"Auffällig ist, dass es für die alarmierenden Schälschäden aus der Erhebung 2007-2009 bis heute keine weitere Erhebung gegeben hat", wundert sich Jannach, warum gerade dieser wesentliche Schadensbereich "außen vor gelassen" wurde. Im Wildschadensbericht wurden Schälschäden in der Menge von 58 Millionen Vorratsfestmetern festgestellt.

"Obwohl der wirtschaftliche Schaden enorm ist, verzichtet das Landwirtschaftsministerium scheinbar auf eine umfassende Erhebung der Schälschäden", vermutet Jannach eine bewusste Nichterhebung der Schälschäden zum Schutz der Jagdlobby und zum Schaden der Waldbauern. Wurden im Wildschadensbericht 2010 die Schäden noch in Mengen und Euro-Werten ausgewiesen, so hat das Landwirtschaftsministerium bei den aktuellen Berichten "ganz galant im Interesse der Jagdlobby darauf vergessen". Aus den Erkenntnissen des Wildschadensbericht 2010 mit Schälschäden von 58 Millionen Vorratsfestmetern fordert die FPÖ eine laufende Erhebung und Veröffentlichung dieser Schäden durch das Landwirtschaftsministerium bzw. die Landes-Forstbehörden.

"Von jedem Bürger wird die Einhaltung der Gesetze gefordert, aber sowohl Ex-Landwirtschaftsminister Berlakovich und der aktuelle Minister Rupprechter sehen für sich kein Problem, die österreichischen Gesetze zu brechen, wenn es um die Verteidigung ihrer Klientel-Interessen - in diesem Fall der Jagdlobby - geht", zeigt sich Jannach enttäuscht vom Verhalten beider Minister.

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