100 Jahre Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg: Vierteiliger ORF-III-Themenabend am 22. Mai

Mit u. a. TV-Premieren „Der stille Berg“ und ORF/RAI-Koproduktion „Italiens Weg in den Krieg“

Wien (OTS) - Am 23. Mai 1915, vor 100 Jahren, trat das zuvor neutrale Italien in den Ersten Weltkrieg ein. ORF III Kultur und Information beschäftigt sich am Freitag, dem 22. Mai 2015, den ganzen Abend lang mit diesem - oftmals wenig beachteten - historischen Ereignis, mit dem der Erste Weltkrieg Tirol überrollte und die Dolomiten in einen der grausamsten Kriegsschauplätze der Geschichte verwandelte. Im Rahmen eines vierteiligen "ORF-III-Spezial"-Themenabends mit der österreichischen Erstausstrahlung von Ernst Gossners vom ORF kofinanzierten Kinodrama "Der stille Berg" (20.15 Uhr) sowie den Dokumentationen "Gesprengte Berge - getrennte Herzen. Der Erste Weltkrieg in den Dolomiten" (22.55 Uhr) und "Erinnerung an Meran" (23.45 Uhr) zeigt ORF III auch die Österreich-Premiere der Dokumentation "Italiens Weg in den Krieg" (21.55 Uhr), die als transnationales Friedensprojekt zwischen ORF und dem italienischen Fernsehen RAI entstand, um dieses komplexe Kapitel der Zeitgeschichte ausgewogen aufzuarbeiten. Durch den Themenabend führt mit Manfried Rauchensteiner einer der renommiertesten Historiker und Experten auf diesem Gebiet.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Weiteres Kapitel österreichischer und europäischer Zeitgeschichte ausleuchten"

"Nachdem der ORF im Vorjahr dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 einen seiner umfassendsten Zeitgeschichte-Schwerpunkte gewidmet hat, greifen wir anlässlich des historischen Datums 23. Mai 1915, an dem Italien in den Krieg eintrat und damit auch Tirols Bergwelt zu einem schreckerfüllten Kriegsschauplatz wurde, das Thema wieder auf. Auch dieses dunkle Kapitel österreichischer und europäischer Geschichte wollen wir für unser Publikum ausleuchten und in unserer Verantwortung als elektronisches Leitmedium und audiovisuelles Gedächtnis des Landes im Rahmen eines mehrteiligen ORF-III-Themenabends aufarbeiten", sagt ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz. "Es freut mich, dass wir mit der Dokumentation ‚Italiens Weg in den Krieg‘ auch eine Kooperation mit unserem italienischen Partnersender RAI präsentieren können, ebenso wie das mit ORF-Beteiligung entstandene internationale Historiendrama ‚Der stille Berg‘. Besonders aber freut mich, dass der ORF genau am 23. Mai 2015, hundert Jahre nach dem Kriegseintritt Italiens, mit dem 60. ,Eurovision Song Contest‘ Host-Broadcaster eines grandiosen völkerverbindenden Friedensprojekts sein darf, das für ein geeintes Europa steht, in einer Zeit, in der Europa wieder täglich mit Krieg an seinen Außengrenzen konfrontiert ist", so Wrabetz.

RAI-Generaldirektor Luigi Gubitosi: "Geschichte gemeinsam und über alle Grenzen hinweg erzählen, um zu verstehen"

RAI-Generaldirektor Luigi Gubitosi: "Die Vergangenheit neu zu deuten und in Erinnerung zu halten, um die Gegenwart besser gestalten zu können, das ist eine wichtige Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Und genau davon zeugt die Geschichtsdokumentation ‚La via della guerra - Der Weg in den Krieg‘, die mit den Kollegen des ORF koproduziert wurde. Es eint uns heute der Wunsch, Geschichte gemeinsam und über alle Grenzen hinweg zu erzählen, um zu verstehen, wie wir damals waren und um durch das Erzählen des Krieges Zeugnis für den Frieden abzulegen."

Details zum Themenabend:

"Der stille Berg" (20.15 Uhr)

Die österreichisch-italienisch-amerikanische Koproduktion, die der ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanziert hat, erzählt die dramatische Liebesgeschichte zwischen einem jungen Tiroler und einer Italienerin zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Unter der Regie von Ernst Gossner standen u. a. William Moseley, Eugenia Constantini, Claudia Cardinale, Fritz Karl, Harald Windisch, Emily Cox und Giulio Cristini vor der Kamera.
Der 20-jährige Südtiroler Andreas Gruber (William Moseley) verliebt sich auf der Hochzeit seiner Schwester in die 17-jährige Italienerin Francesca Calzolari (Eugenia Constantini). Doch die junge Liebe bekommt nicht viel Zeit, denn am nächsten Tag muss Andreas an die Front. Italien hat Österreich den Krieg erklärt. Der Erste Weltkrieg überrollt Tirol und verwandelt die Dolomiten in einen der bizarrsten Kriegsschauplätze der Geschichte. Der Krieg in den Bergen zerreißt Familien, trennt Nachbarn und entzweit Liebende. Er wirft die Menschen auf sich selbst zurück - daheim in den Dörfern und an der Front im Gebirge, wo bald die Natur zum ärgsten Feind wird. Aber auch wer das Glück hat zu überleben, wird nie wieder derselbe sein.

"Italiens Weg in den Krieg" (21.55 Uhr)

Die 52-minütige Dokumentation von Federico Schiavi, in der u. a. Historiker Manfried Rauchensteiner zu Wort kommt, widmet sich den vier Jahren vor dem Kriegseintritt Italiens im Jahr 1915 aus österreichischer und italienischer Perspektive. Die Koproduktion von RAI Storia, ORF und der römischen Produktionsfirma Nacne beschreibt einerseits die komplizierten Verflechtungen aus nationalistischer Politik und Großmacht-Diplomatie, erzählt aber ebenso die persönlichen Geschichten zentraler Protagonisten beider Seiten.

"Gesprengte Berge - getrennte Herzen. Der Erste Weltkrieg in den Dolomiten" (22.55 Uhr)

Die Dokumentation von Marco Rosi schildert den brutalen Minenkrieg in den Dolomiten zwischen der k. u. k. Armee und dem italienischen Heer in den Jahren 1915 bis 1917.
Während des Ersten Weltkriegs standen sich am Gipfel des Lagazuoi in den italienischen Dolomiten zehntausend Soldaten der k. u. k. Armee und des italienischen Heeres im Hochgebirge in ihren Stellungen gegenüber. Mit enormem technischem Aufwand versuchten beide Seiten durch riesige unterirdische Sprengungen militärische Vorteile zu erringen. Der jahrelange Explosionskrieg unter den extremen Wetterbedingungen des Hochgebirges forderte Tausende Menschenleben und veränderte die Frontlinie so gut wie gar nicht. Der Film beschreibt, basierend auf Tagebuchberichten, den Verlauf des absurden Stellungskriegs aus dem Blickpunkt von Soldaten auf beiden Seiten der Front und ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie sinnlos es ist, Konflikte durch Kriege lösen zu wollen.

"Erinnerung an Meran" (23.45 Uhr)

Der halbstündige Film von Gottfried Deghenghi blickt auf die Glanzzeiten der Südtiroler Stadt bis ins Jahr 1914 zurück. So ist die Jahreszahl 1914 in ganz Europa und auf der Welt nur mit einem Ereignis - dem Beginn des Ersten Weltkriegs - verbunden. Wohl auf keinem anderen Gebäude der Welt ist sie in goldenen Lettern zu finden und mit einer positiven Erinnerung konnotiert. Nur in Meran erinnert die Aufschrift "1914" in römischen Ziffern an die Eröffnung des neuen Meraner Kurhauses in der Silvesternacht 1914.

ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) stellt alle ORF-III-Sendungen, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand bereit (keine Rechte für "Der stille Berg").

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