ÖAMTC: Fahrspurassistenten im Technologie-Vergleich (+ Foto)

Fahrsicherheit durch alle Systeme erhöht, Verbesserungspotenzial bei Zuverlässigkeit

Wien (OTS) - 2013 ereigneten sich in Österreich 3.870 Unfälle, bei denen Pkw vom Fahrstreifen abkamen. 86 Tote und 4.973 Verletzte waren die Folge. Ein Teil derartiger Unfälle kann durch Fahrspurassistenten verhindert werden. "Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fahrspurassistenten: Spurhaltewarner machen den Fahrer darauf aufmerksam, dass er die Fahrspur verlässt. Spurhalteassistenten können hingegen selbständig Korrekturen mit Lenkung oder Bremse durchführen, um ein Abkommen von der Fahrspur zu vermeiden", erklärt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel. Die Warnung kann akustisch, optisch (Warnleuchte am Armaturenbrett) oder haptisch (z.B. durch Vibration am Lenkrad) erfolgen, meist ist eine Kombination daraus anzutreffen.

Fahrspurassistenten sind mittlerweile für alle Fahrzeugklassen erhältlich. Der ÖAMTC hat in Zusammenarbeit mit dem ADAC die Systeme in BMW 2er Active Tourer, Citroen C5, Ford Focus, Hyundai i20, Mercedes C-Klasse, Renault Twingo und VW Passat miteinander verglichen, die sich hinsichtlich Sensorik bzw. Warn- und Eingriffsstrategien teilweise deutlich voneinander unterscheiden. Das Fazit von ÖAMTC-Experte Eppel: "Grundsätzlich ist jedes System, das hilft, Unfälle zu vermeiden, zu begrüßen. Allerdings: Keiner der untersuchten Fahrspurassistenten ist frei von Kritik. Zudem ist nur bei idealen Bedingungen die verlässliche Funktion gewährleistet."

Die meisten Fahrspurassistenten funktionieren über eine Kamera, die die Spurmarkierungen erkennt - nur im Citroen ist ein System verbaut, das die Markierungen anhand von Infrarot-Sensoren auf der Fahrzeugunterseite registriert. "Problematisch wird es, wenn die Kamera nicht oder nicht gut 'sieht', was auf der Fahrbahn passiert", hält der ÖAMTC-Techniker fest. Sind beispielsweise die Markierungen auf der Fahrbahn schwer zu erkennen (weil sie z. B. "abgefahren" sind), kann das System nicht darauf reagieren. Gleiches gilt bei Faktoren wie Nässe, Schnee, Dunkelheit, verschmutzten Scheiben sowie Blendung der Kamera durch tiefstehende Sonne. "Der Fahrer darf sich also keinesfalls verlassen, dass er immer gewarnt wird. Und: Der Fahrbahnrand wird kaum erkannt, wenn er nicht durch Linien markiert ist", so Eppel.

Forderungen des Clubs in Bezug auf Fahrspurassistenten

* Warnungen müssen eindeutig zuordenbar sein und dürfen den Fahrer nicht ablenken. "Gleiche akustische Warnungen für verschiedene Gefahren-Situationen sind eher verwirrend, als dass sie helfen", so der ÖAMTC-Techniker.

* Eine Warnleuchte im Tacho und ein zu leiser Warnton sind zu wenig, um den Fahrer verlässlich aufmerksam zu machen. Warnungen müssen gut und eindeutig vom Fahrer erkannt werden.

* Die Systeme müssen in Zusammenhang mit unterschiedlichen oder nicht vorhandenen Fahrbahnmarkierungen verlässlicher werden. Speziell auf Straßen ohne Markierung des Fahrbahnrandes und bei temporären Markierungen, z. B. an Baustellen, kommt dieses Problem zum Tragen.

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