Österreichische Ärztekammer fordert einheitliches Schulärztewesen

3. Schulgesundheitsdialog ÖÄK und Plattform Elterngesundheit: „Was wünschen sich Eltern – was können Schulärzte leisten?“

Wien (OTS) - Schulärzte können wesentlich zur Früherkennung von Krankheiten und zur Förderung der Gesundheit von Schulkindern beitragen. Allerdings lege ihnen die heimische Schul- und Gesundheitspolitik viele Hürden in den Weg, sagte der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Leiter des ÖÄK-Schulärztereferats, Karl Forstner, anlässlich des 3. "Schulgesundheitsdialogs", der am 20. Mai in Kooperation zwischen Österreichischer Ärztekammer und der Plattform Elterngesundheit (PEG) stattfand. Die ÖÄK unterstütze daher die Forderung von Elternvertretern nach einem bundesweit einheitlichen Schulärztewesen. Derzeit gebe es einen "Kompetenzendschungel", meinte auch die stellvertretende PEG-Vorsitzende Susanne Schmid, das zeige sich etwa an den unterschiedlichen Regelungen zu Schulimpfungen.

"Wir brauchen eine engere Kooperation von Bildungs- und Gesundheitsbereich. Denn Basis für den Lernerfolg der Kinder ist ihre körperliche, seelische und soziale Gesundheit", betonte die Schulärzte-Referentin der Österreichischen Ärztekammer, Gudrun Weber. Für ÖÄK-Vizepräsident Forstner sind Schulärzte "eine zentrale gesundheitspolitische Ressource". Sie könnten nicht nur körperliche Probleme wie z.B. Hauterkrankungen, Fehlsichtigkeit, Herzgeräusche, Schilddrüsenfehlfunktionen und vieles mehr frühzeitig erkennen, sondern seien auch eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensumständen.

ÖÄK-Schulärzte-Referentin Weber trat einmal mehr dafür ein, dass die von Schulärzten erhobenen Untersuchungsdaten endlich ausgewertet würden: "Seit Jahren dokumentieren wir für die Schublade. Dabei wären diese, natürlich streng anonymisierten, Daten enorm hilfreich: etwa bei der Entwicklung von Programmen zur Prävention von Lebensstilerkrankungen, die immer mehr Schüler betreffen, also vor allem Adipositas, Diabetes oder Bluthochdruck." Auch die stellvertretende PEG-Vorsitzende Elisabeth Rosenberger unterstützte die Verwertung der Daten, vorausgesetzt, sie würden anonymisiert und nicht im Konnex mit Schülerstamm-Daten gespeichert und weitergegeben.

Für die Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ), Judith Glazer, ist der Austausch zwischen Eltern und Schulärzten außerordentlich wichtig, vor allem im Umgang mit chronisch oder akut erkrankten Kindern. Gleichzeitig sollten Schulärzte aber auch stärker zur Früherkennung und Prävention von Krankheiten eingesetzt werden, wie dies etwa die aktuelle GSÖ-Kampagne "Mieses Bauchgefühl?" versuche, bei der es um Darmerkrankungen gehe.

Eltern wünschten sich Schulärzte als kompetente Berater und Partner für die Gesundheit ihrer Kinder. Sie wüssten aber oft nicht über deren Aufgaben und Kompetenzen Bescheid, so die PEG-Vorsitzende Eveline Brem. Manchmal mangle es auch an Kommunikationsmöglichkeiten und der Erreichbarkeit. - Hier seien vor allem die Schulen gefordert, erklärte ÖÄK-Schulärzte-Referentin Weber: "Sie müssen entsprechende Ressourcen zur Verfügung stellen und Schulärzte stärker in Gesundheitsförderungsprogramme einbinden - ähnlich wie Betriebsärzte." (ar)

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