Genderaspekte im Gesundheitssystem mehr beachten

Gesundheitsausschuss wird sich mit Genderunterschieden in der Medizin und Nichtdiskriminierung bei der Blutspende befassen

Wien (PK) - Zum Abschluss seiner heutigen Sitzung sprach sich der Nationalrat dafür aus, Anträge der Grünen und der NEOS, die im Gleichbehandlungsausschuss beraten worden waren, dem Gesundheitsausschuss zuzuweisen.

Dabei geht es einerseits darum, den Bereich Männergesundheit wieder in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Gesundheit zu verlagern. Aygül Berivan Aslan (G) verbindet mit dieser Forderung den Antrag, dass dem Nationalrat jährlich ein alle Geschlechter umfassender Gesundheitsbericht vorgelegt wird. Die derzeitige Trennung in einen Frauen-, Kinder- und Jugendgesundheitsbericht, der vom Gesundheitsministerium vorgelegt werde, und einen Bericht zur Männergesundheit, der vom Arbeits- und Sozialministerium erarbeitet werde, sei nicht zweckmäßig, meint Aslan.

Der Antrag fand bei den Fraktionen grundsätzlich Zustimmung und wurde einstimmig dem Gesundheitsausschuss zugewiesen. Er wäre ein gutes Beispiel für eine Verwaltungsreform, begründete Martina Schenk (T) ihre Unterstützung des Anliegens. Gisela Wurm (S) wies auf die Notwendigkeit hin, noch genauer die Unterschiede zwischen Frauen- und Männergesundheit zu erforschen und auch die unterschiedliche Auswirkungen von Medikamenten näher zu durchleuchten. Das könnte auch durch einen gemeinsamen Bericht unterstützt werden, meinte sie. Österreich sei noch immer das Schlusslicht bei genderorientierten Gesundheitsmaßnahmen, beklagte in diesem Zusammenhang Gertrude Aubauer (V) und forderte vor allem, auch die Gesundheitsvorsorge unter diesem Aspekt zu betrachten. Wir brauchen eine gesamthafte Grundlage, um darauf aufbauend Maßnahmen setzen zu können, meinte schließlich Eva Mückstein (G), die unter anderem darauf hinwies, dass Frauen viel mehr Antidepressiva verschrieben bekommen. Auch beim Herzinfarkt seien große Unterschiede feststellbar, sagte sie.

Mehrheitlich erfolgte die Zuweisung des Antrags der NEOS. Michael Pock kritisiert darin die Praxis, potenzielle Blutspender mit einem Fragebogen über ihre sexuelle Orientierung zu konfrontieren. Damit werde in unzulässig generalisierender Weise das Sexualleben männlicher Homosexueller mit sexuellem Risikoverhalten gleichgesetzt, während für heterosexuelle Personen mit riskantem Sexualverhalten keine solche Einschränkung gelte, stellt Pock fest und tritt namens seiner FraktionskollegInnen für eine nicht-diskriminierende Regelung ein. Ausschlaggebendes Kriterium für einen Ausschluss von der Blutspende müsse das tatsächliche sexuelle Risikoverhalten sein, argumentiert er. Eva Mückstein (G) unterstützte das Anliegen des Antrags explizit. Solche Vorurteile seien schlicht und einfach nicht mehr akzeptabel, stellte sie fest. Dem schlossen sich auch Gerald Loacker (N), Elisabeth Pfurtscheller (V) und Katharina Kucharowits (S) an. Kucharowits machte sich auch für die Umsetzung des Levelling up stark und kritisierte in diesem Zusammenhang Wirtschaftsminister Mitterlehner scharf, der dies verhindere. (Schluss Nationalrat) jan

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