Selbstbestimmung und Rechtsanspruch statt Paternalismus

Grüne fordern bessere Beratung und Bildungskonto für Arbeitslose

Wien (OTS) - "Arbeitslos zu werden ist für die Betroffenen sehr belastend. Die Beratung und Betreuung durch das AMS berücksichtigt zu wenig die Bedürfnisse einzelner Menschen. Man kommt in ein System und wird als Fall durchadministriert. Das ist keine zufriedenstellende Situation," erläutert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen. Schatz fordert mehr Selbstbestimmung von Arbeitslosen auf Basis von Rechtsansprüchen zu ermöglichen. Konkret stellen die Grünen einen Vier-Punkte-Katalog vor, der diese Woche im Plenum des Nationalrates in Form eines Entschließungsantrages eingebracht werden wird.

"Es ist zentral, dass Arbeitslose eine umfangefreiche Beratung zu ihren Möglichkeiten und Potentialen erhalten. Jetzt stehen im Schnitt sieben Minuten Beratungszeit pro Person zur Verfügung. Wichtig ist auch, dass diese Beratung von einer weisungsfreien Stelle durchgeführt wird. Es muss bei dem Gespräch um die Interessen des Arbeitslosen gehen und nicht um die des AMS," so Schatz zum ersten Punkt. Der zweite bezieht sich auf das von der Regierung angekündigte Ausbildungsrecht bis 18. Dieses möchte Schatz für alle Personen, denen Grundqualifikationen wie ein entsprechender Schulabschluss oder eine Erstausbildung fehlen. "Ich bin davon ürberzeugt, dass der Rechtsanspruch für alle gelten soll und verfassungsrechtlich auch gelten muss. Es ist abgesehen davon extrem sinnvoll, Meschen, die sich bilden wollen dabei intensiv zu unterstützen," erklärt Schatz dazu. Der dritte Bereich betrifft die so genannten "Schulungsmaßnahmen". Schatz fordert statt einer oft parternalistischen Zuweisung zu Kursen ein Bildungskonto für Arbeitslose und erläutert: "Nach ausführlicher Beratung und Reflexion soll der Arbeitslose aus einem Katalog zertifizierter beruflicher Qualifikationsmaßnahmen eine für ihn passenede auswählen können. Ich bin davon überzeugt, dass das die Motivation steigert und auch den Output." Als viertes Standbein arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen sieht Schatz im Anschluss Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen Reintegration: "Qualifkationsmaßnahmen alleine genügen nicht immer, um Arbeitssuchenden wieder einen Arbeitsplatz vermittlen zu können. Hier braucht es weiterer Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den Arbeitssmarkt, etwa durch die Vermittlung an sozialökonomische Betriebe oder Projekte experimenteller Arbeitsmarktpolitik."

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