Christian Ragger: Brutales Zusperrkonzept für Kärntens Spitäler ohne jede Logik

In der Region mit der höchsten Krebsrate kann man nicht Tumorchirurgie reduzieren

Klagenfurt (OTS) - "Die SPÖ will das Kärntner Gesundheitssystem mit demokratiepolitisch fragwürdigen Methoden runterfahren. Zuerst richtet LHStv Beate Prettner den Krankenhäusern via Medien aus, wie viele Betten sie ihnen wegnimmt und morgen Mittwoch will sie, dass die Regierung im Blindflug ihr brutales Zusperrkonzept genehmigt", kritisiert der Obmann der Kärntner Freiheitlichen LR Mag. Christian Ragger. Dem neuen Strukturplan fehle jede Logik und es sei nicht erkennbar, wie man damit 10 Millionen Euro einsparen könne.

Es sei absurd, dass man ausgerechnet im Bezirk St. Veit, der Region mit der höchsten Krebsrate, die tumorchirurgischen Kapazitäten radikal reduziert. Das Krankenhaus St. Veit, in dem über die vergangenen Jahre höchste tumorchirurgische Kompetenz im Brust- und Darmzentrum aufgebaut wurde, soll ein Viertel seiner 212 Betten verlieren. "Da werden die am meisten gebrauchten und am besten ausgelasteten Betten In Kärnten abgebaut", teilt Ragger mit. "Den Sinn dahinter versteht kein Mensch. Krebspatienten können doch nicht die Zielgruppe von Sparmaßnahmen sein!"

Das zweite Hauptopfer der Prettner-Reform ist das KH Friesach, dem man die chirurgische Abteilung mit über 2.000 Operationen jährlich wegnehmen will. Nur eine tageschirurgische Minimal-Versorgung soll verblieben. "Auch da fehlt die Logik, weil Friesach viele Patienten aus der benachbarten Steiermark versorgt und damit die Fremdpatienten-Bilanz Kärntens verbessert", stellt Ragger fest.

Absurd sei es auch, dass man zuerst fünf Millionen Euro in den Ausbau der Internen Abteilung des KH Waiern gesteckt, nur um sie jetzt zu schließen. Keinen einzigen Euro Ersparnis aber eine Verschlechterung für die Patienten bringen die geplanten Einschnitte im KH Spittal und LKH Laas. "Der Rechnungshof hat längst festgestellt, dass solche linearen Bettenkürzungen überhaupt nichts bringen", so Ragger.

Entscheidend für eine bessere Struktur in Kärnten wäre der Ausbau der ambulanten Angebote, damit die Spitalsambulanzen, die jährlich über 130 Millionen Euro kosten, entlastet werden können. "Kärnten zählt zu den Ländern mit der grinsten Dichte an niedergelassenen Kassenfachärzten. Wir haben einen dramatischen Mangel an Neurologen, Urologen, Augenärzten, Internisten, die endoskopische Untersuchungen durchführen, und (Kinder-)Psychiatern. Es fehlt jeder Ansatz, diese Defizite zu beheben", bemängelt Ragger. Man müsse auch Maßnahmen gegen den drohenden Mangel an Landärzten ergreifen.

Der Bericht von Prettner an die Regierung gehe nicht auf alle Probleme ein. Er sei armselig und werde der Bedeutung und Wichtigkeit der Aufgabe in keiner Weise gerecht. "Prettner erscheint völlig überfordert", meint Ragger. Der Strukturplan müsse dringend überarbeitet werden und vor allem logisch nachvollziehbar werden.

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